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Gemeindevertretung Hoppegarten bestätigt Übernahme der Kosten für Bus-Verdichtung in Hauptverkehrszeiten

ÖPNV
Eine halbe Million für den 20-Minuten-Takt

Kommt bald öfter: Die Buslinie 940 zwischen Neuenhagen und Hoppegarten ist eine der Verbindungen, die in Kürze in den Hauptverkehrszeiten im 20-Minuten-Takt verkehren sollen.
Kommt bald öfter: Die Buslinie 940 zwischen Neuenhagen und Hoppegarten ist eine der Verbindungen, die in Kürze in den Hauptverkehrszeiten im 20-Minuten-Takt verkehren sollen. © Foto: Gerd Markert
Uwe Spranger / 04.07.2018, 06:00 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Nun hat auch Hoppegarten einer Verdichtung des Busangebots auf 20-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten zugestimmt und zahlt vorerst dafür. Maximal drei Jahre. Dann soll sich der Takt im Nahverkehrsplan des Landkreises wiederfinden und der die Kosten übernehmen.

Fredersdorf-Vogelsdorf und Neuenhagen hatten bereits entsprechende Beschlüsse gefasst, nun hat Hoppegarten nachgezogen. Die Gemeindevertretung bestätigte auf ihrer Sitzung am Montagabend mit großer Mehrheit eine Vorlage der Verwaltung, wonach die Kosten für eine Verdichtung des Busangebots in der S 5-Region auf 20-Minuten-Takt morgens von 5.30 bis 8.30 Uhr und nachmittags von 14 bis 19 Uhr (in den Ferien ab 15 Uhr) für die Linien 940 bis 945 für eine Laufzeit von maximal drei Jahren übernommen werden. Als Hoppegartener Anteil an den Mehrkilometern sind knapp eine halbe Million Euro pro Jahr berechnet. Und die Verdichtung – bislang rollen die Busse nur alle 60 Minuten – soll möglichst mit der Fahrplanumstellung im Dezember 2018 beginnen.

Bürgermeister Karsten Knobbe (Linke) warb vorab für die Vorlage. Er sprach von einer „wesentlichen Verbesserung“ für die Bürger, auch wenn dadurch nicht alle Probleme gelöst würden, weil beispielsweise „Randzeiten“ am späteren Abend und an Wochenenden nicht erfasst würden. Mithin sei dies ein „erster Schritt“ und eine „sinnvolle Investition“, befand er. Zudem erinnerte er daran, dass es sich nicht um eine Einzelmaßnahme für Hoppegarten handele, sondern zum Beispiel beim 943er Bus auch Neuenhagen betreffe.

Und machte deutlich, dass sich der von der Gemeinde zu zahlende Betrag ab 2020 reduzieren werde. Denn der Landkreis als Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs hat signalisiert, dass der neue Takt als Standard in den neuen Nahverkehrsplan für Märkisch-Oderland für die Jahre 2020 bis 2024 einfließen soll und demnach auch die Kosten durch den Kreis übernommen würden.

Auch Kay Juschka (CDU) sind derartige Signale bekannt. Der Gemeindevertreter, der auch im Kreistag sitzt, mahnte allerdings Unterstützung bei entsprechenden Diskussionen im Kreistag an. Er kritisierte indes, dass hier eine halbe Million „durch den Schornstein“  verschwinde, weil der Kreis nicht ordentlich geplant habe.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung Christian Arndt (FDP/FW/B90/Grüne) erinnerte an eine Untersuchung aus 2015, die Grundlage für die Verdichtungspläne war. Die habe außer an Wochenenden eine gute Erschließung bescheinigt. Allerdings werde der Nahverkehr wenig genutzt. Insofern werde viel Aufwand für wenig Effekt betrieben, schlussfolgerte er. Und das, wo Hoppegarten um seine „schwarze Null“ im Haushalt kämpfen müsse. Und Wolfgang Toleikis (Bündnis für Hoppegarten) wandte sich strikt dagegen, dass  die Gemeinde zahle, obwohl es sich um eine Aufgabe des Landkreises handele. Er war am Ende indes der Einzige, der mit Nein stimmte.

Knobbe hielt entgegen, dass es attraktive Angebote geben müsse, wenn Bürger auf die Öffentlichen umsteigen sollen. Und, dass es Zeit brauche. Die Verdichtung sei mithin eine Vorleistung. Die Gelder vorerst nur für ein Jahr zu bewilligen, wie es Sven Siebert (CDU) angesichts der Haushaltssituation vorgeschlagen hatte, funktioniere nicht, weil das Busverkehrsunternehmen ohne die längere Laufzeit keine neuen Fahrzeuge bestelle und kein zusätzliches Personal einstelle. Auch eine Finanzierungsquelle hatte der Bürgermeister auf Sieberts Hinweis parat: Es seien in diesem und im nächsten Jahr rund 700 000 Euro mehr vom Land zu erwarten, verkündete er. Ohnehin ist in der Vorlage vermerkt, dass mögliche Mehreinnahmen des Landkreises aus Fördermitteln mit den Kostenanteilen der Gemeinde verrechnet werden sollen.

Klaus Otto (Linke) äußerte, dass der öffentliche Personennahverkehr nie kostendeckend sei und zur „Daseinsvorsorge“ für die Bürger gehöre, seine Parteikollegin Ruth Schaefer brachte zudem die Klimaziele mit ins Spiel. Schließlich sei Hoppegarten der Ort mit den meisten Pkw, und der Verkehr verursache einen nicht unerheblichen Teil des CO2-Ausstoßes. Weitere Redner erinnerten an entsprechende langjährige Wünsche der Bürger und das Interesse von Kindern, Rentnern und anderen Gruppen. Steffen Molks (SPD) sprach sich zudem dafür aus, in Seelow für  einen „Lumpensammler“ am späten Abend und eine Anbindung nach Berlin-Friedrichshagen zu werben.

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