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Feuerwehren, Kreis- und Amtsverwaltung bei Großbrand in der Lieberoser Heide gefordert

Großbrand
Besprechung am Kiesschacht

Informationsaustausch: Stephan Loge (Landrat Dahme-Spreewald), Bernd Boschan (Amtsdirektor in Oberspreewald/Lieberose) und Ronald Judis (Kreisbrandmeister Dahme-Spreewald, v. l.) halten sich über den Großeinsatz in der Lieberoser Heide auf dem Stand.
Informationsaustausch: Stephan Loge (Landrat Dahme-Spreewald), Bernd Boschan (Amtsdirektor in Oberspreewald/Lieberose) und Ronald Judis (Kreisbrandmeister Dahme-Spreewald, v. l.) halten sich über den Großeinsatz in der Lieberoser Heide auf dem Stand. © Foto: Jörn Tornow
Jörg Kühl / 09.07.2018, 19:55 Uhr - Aktualisiert 09.07.2018, 20:26
Lieberose (MOZ) Der erneute Großbrand in der Lieberoser Heide bringt die Einsatzkräfte allmählich an ihre Grenzen. Auch die Verwaltungsspitzen des Landkreises und des betroffenen Amtes Lieberose/Oberspreewald sind im Dauereinsatz.

„Ich muss Sie nochmals stören, bitte unterschreiben Sie hier.“ Der Amtsbrandmeister von Lieberose/Oberspreewald unterbricht die improvisierte Pressekonferenz mit Landrat Stephan Loge, Kreisbrandmeister Ronald Judis und Amtsdirektor Bernd Boschan nur ungern. Doch was sein muss, muss sein. Es geht um die schriftliche Bestätigung, dass weitere Hubschrauberflüge nötig sind, um den neuen Flächenbrand in der Lieberoser Heide von oben zu löschen. Das Papier wird zur späteren Abrechung der Flüge gebraucht. „Nicht dass die Hubschrauber ab heute Nachmittag am Boden bleiben“, sagt Boschan, und man weiß nicht, ob der Kommunalpolitiker in diesem Moment scherzt, oder nicht. Immerhin landen die Rechnungen für die Löscheinsätze am Boden wie in der Luft zunächst auf Boschans Schreibtisch. „Wir sind hier der gesetzliche Träger des Brandschutzes.“ In bestimmten Situationen, dazu gehören sogenannte Großschadenslagen, tritt der Landkreis finanziell ein.

Feuerwehren des Amts Lieberose/Oberspreewald haben nicht nur bei dem neuen Brand ab Sonntagnachmittag die ersten Angriffskräfte gestellt. Auch beim vorigen Großbrand, der auf südlich angrenzenden Flächen ausgebrochen war, hatten Feuerwehrleute aus Boschans Amtsbereich die ersten Maßnahmen ergriffen. Bis Montagabend haben Kräfte aus dem Amtsbereich Lieberose/Oberspreewald nonstop Tanklastwagen der Feuerwehr mit Löschwasser befüllt. Dazu haben sie am Byhleguhrer Kiesschacht, einem beschaulichen gemeideeigenen Badegewässer, eine Pumpenstation aufgebaut. Drumherum wurden der Einsatzleitwagen, die DRK-Feldküche, mobile Toiletten, Feld-Beleuchtungstechnik und andere Infrastruktur aufgebaut. Auf der Wiese neben dem Badegewässer landen hin und wieder Hubschrauber der Polizei, was Badegäste und interessierte Passanten mit Faszination beobachten.

Der Landrat von Dahme-Sprewald, Stephan Loge, hat den Großbrand am Montag kurzerhand zur Chefsache erklärt. Er ließ es sich nicht nehmen, mit einem Geländewagenkonvoi mit Vertretern von Feuerwehr, Forstverwaltung und Flächeneigentümern ins Gelände zu fahren und zwei Stunden am brennenden Einsatzort zu verweilen.

„Hier kann niemand rein gehen.“ sagte er, bei seiner Rückkehr, kaum dem Auto entstiegen. Auf seinem Smartphone zeigt er eben geschossene Fotos von Handgranaten. Auch eine komplette, offenbar noch scharfe Panzerfaust geriet dem Landrat vor die Linse.

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