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Havarie am Finowkanal beseitigt / Passage wieder alle zwei Stunden möglich

Freizeitschifffahrt
Hubbrücke hebt sich störungsfrei

Sven Klamann / 09.07.2018, 20:18 Uhr - Aktualisiert 09.07.2018, 20:29
Eberswalde (MOZ) Die Hubbrücke Eisenspalterei funktioniert wieder störungsfrei. Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes haben am Montag den technischen Defekt behoben, durch den bereits seit Anfang Mai Bootsführern die Passage auf dem Finowkanal erschwert worden war.

„Wenn alles so klappt, wie wir es vorgesehen haben, ist der Betrieb der Anlage fortan deutlich weniger anfällig als bislang“, sagte Sebastian Dosch, stellvertretender Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde (WSA), am Rande der Reparaturarbeiten, die bereits am frühen Morgen begonnen hatten und bis in den Nachmittag hinein andauerten. Den vier in Hubtürmen untergebrachten Motoren, die im Normalfall zusammen die etwa 42 Tonnen schwere Brückenplatte auf eine Hubhöhe von maximal 3,70 Meter befördern, seien jeweils Getriebe vorgesetzt worden, deren Ziel es sei, den erzeugten Druck gleichmäßiger zu verteilen, führte Sebastian Dosch aus. Denn im täglichen Betrieb der von April 2001 bis April 2002 für knapp 1,4 Millionen Euro errichteten Brücke habe sich gezeigt, dass die Motorkraft nicht ausgereicht habe. „Vermutlich aus Kostengründen ist die Technik damals nicht ausreichend dimensioniert worden“, sagte der stellvertretende Leiter des WSA. Deshalb sei es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder einmal zu kleineren oder größeren Havarien gekommen. Die letzte Havarie habe sich Anfang Mai ereignet, als die diesjährige Saison auf dem Finowkanal gerade begonnen hatte.

Seither hatten Bootsführer nur einmal täglich die Möglichkeit, die Hubbrücke an der Lichterfelder Straße zu passieren. Die Anlage wurde jeden Mittag um 12 Uhr durch Mitarbeiter des WSA manuell geöffnet. „Die Freizeitkapitäne hatten sich auf diesen Einschnitt offensichtlich gut eingestellt“, berichtete Sebastian Dosch. An den Eingangsschleusen des Finowkanals und auf der Internetseite des WSA sei über die Folgen der technischen Havarie informiert worden. „Mich hat erst in der vorigen Woche die erste Beschwerde darüber erreicht. Von einer Frau, die ein Hausboot gechartert hatte und ärgerlich darüber war, dass sie in ihrem Urlaubsvergnügen derart beeinträchtigt wurde“, sagte der stellvertretende Leiter des WSA.

Dass die Zahl der Schleusungen unter der Panne gelitten haben dürfte, verhehlt auch Christoff Gäbler nicht, der die Geschäfte der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal (KAG) führt. „Aber die Reparatur ist ja noch zum Beginn der Ferien erfolgt. Folglich kann die Saison noch Spitze werden“, verbreitete der von den Anrainer-Gemeinden der 400 Jahre alten Wasserstraße bezahlte KAG-Mitarbeiter Optimismus.

Dass von der Havarie bis zur Reparatur drei Monate ins Land gegangen sind, nannte Sebastian Dosch „unvermeidbar“. Die Getriebe für die Brücken-Motoren seien Spezialanfertigungen, mit denen ein Unternehmen in Italien betraut werden musste. „Wir rechnen mit Reparaturkosten in Höhe von etwa 5000 Euro“, sagte der stellvertretende WSA-Leiter. Weit teurer wäre der Austausch der Motoren geworden, der seiner Einschätzung nach zwischen 50 000 und 80 000 Euro verschlungen hätte. Dann hätten auch alle Stromleitungen ersetzt werden müssen. „Wir haben uns für die wirtschaftlichere Lösung entschieden und sind guter Dinge, dass sie sich in der Praxis bewährt“, teilte Sebastian Dosch mit, während die Reparatur noch andauerte.

Fortan öffnet sich die Hubbrücke wieder täglich um 10, 12, 14 und 16 Uhr, sofern Bootsführer dies vorher per Knopfdruck angefordert haben. Durch den Einbau der Getriebe verlängert sich die Zeitspanne, in der die Passage freigegeben wird, um anderthalb bis zwei Minuten. Das heißt, auch die Autofahrer auf der Lichterfelder Straße müssen fortan nicht mehr durchschnittlich acht, sondern eher zehn Minuten warten, bevor für sie die Reise weitergeht.

Die Reparaturarbeiten an der Hubbrücke wurden immer wieder von Zaungästen beobachtet, die vor der abgesperrten Baustelle manchen Blick riskierten.

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