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Dauerbaustelle abgebaut
Freie Fahrt durch Velten

Welche Schere ist genehm? Hans-Jürgen Otte hat für Bürgermeisterin Ines Hübner (links) und Ministerin Kathrin Schneider mehrere zur Auswahl.
Welche Schere ist genehm? Hans-Jürgen Otte hat für Bürgermeisterin Ines Hübner (links) und Ministerin Kathrin Schneider mehrere zur Auswahl. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 10.07.2018, 17:05 Uhr
Velten (MOZ) „Jetzt mal runter von der Straße. Wir wollen die freigeben, das ist doch der Sinn dieses Treffens“, schubste Hans-Jügen Otte verbal einen Teil der Feiernden von der Fahrbahn. Der Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenwesen hat über zwei Jahre die Sanierung der L 172 zwischen Bahnübergang und Rosa-Luxemburg-Straße inklusive eines Teils der Hafenstraße fachlich begleitet.

Welche Bedeutung dieser von ihrer Länge her eher kurzen Baustelle zukommt, ließ sich am Dienstag allein an der Anwesenheit von Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) ablesen. „Nach längerer Arbeit wurde die Straße dem Verkehr angepasst. Sie ist jetzt verkehrssicherer und bietet bessere Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger.“ Letzteres wird allerdings gerade von vielen Radlern bezweifelt. Denn die Fahrbahnbreite erlaubt das Begegnen zweier Lkw – vor Ort war das auch schon bei einem Lastwagen und einem Pkw zu beobachten – nur dann, wenn auf den Schutzstreifen für den Radverkehr ausgewichen wird. Zwar ist der Gehweg ebenfalls für Radler freigegeben, allerdings darf dort nur Schritt gefahren werden.

Am Dienstag aber ging es weniger um für manchen ärgerliche Details als um die Freude am Großen. Und darüber wusste die Ministerin im Detail Bescheid: „Auf der L 172 wurden 172 Meter grundhaft ausgebaut, und auf 165 Metern wurde die Decke saniert. Dazu kommen 520 Meter auf der Landesstraße L 20 sowie 65 Meter in der Hafenstraße.“

„Als ich heute die Autoschlangen in Velten sah, habe ich gedacht: ‚Gott sei Dank wird heute die Landesstraße aufgemacht’ “, leitete Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) ihr Grußwort an einem Tag ein, den sie „als einen guten für Velten“ bezeichnete. Mehr als zwei Jahre, und auch deutlich länger als anfangs geplant, wurden die Nerven der Autofahrer strapaziert. Am 16. Mai 2016 hatte man sich – ebenfalls am Knoten Hafenstraße – zum ersten Spatenstich getroffen. Anfangs hieß es, dass die Bauarbeiten vor dem Winterbeginn 2017 abgeschlossen sein sollten. Erhebliche Probleme mit wie von Geisterhand im Erdreich auftauchenden Leitungen, aber auch die sintflutartigen Regenfälle des vergangenen Sommers, haben zu der Verspätung beigetragen. Hübner deutete aber auch an, dass es nicht immer einfach gewesen ist, mit dem Landesbetrieb Straßenwesen und anderen am Bau beteiligten Partnern zu verhandeln. „Wir mussten Kompromisse finden, es gab zähe Verhandlungen, aber jetzt gibt es auch ein tolles Ergebnis“, freute sich die Bürgermeisterin über den Lohn aller Mühen.

Dass zur feierlichen Freigabe neben Vertretern aus dem Landtag und dem Kreis auch einige Stadtverordnete gekommen waren, war eher der Vorab-Berichterstattung zu verdanken, als den vom Landesbetrieb verschickten Einladungen. Wie am Rand der Einweihung zu hören war, soll der Einladende statt der Stadtverordneten die Kreistagsmitglieder geladen haben.

Kaum war die Straße frei, tauchten im Internet schon erste Falschmeldungen auf, wonach die Strecke vorerst nur einseitig befahrbar sei. Sie ist natürlich in beiden Richtungen frei für den Verkehr. Verschwunden ist die Baustelle allerdings noch nicht ganz. Am östlichen Gehweg wird noch ein paar Tage gearbeitet.

Hübner gab der Ministerin einen Wunsch mit auf den Weg: Jetzt solle die L 20 saniert werden. Vom Landesbetrieb hieß es, dass diese noch nicht auf der Agenda steht.

Budget und Kosten

■ 2,3 Millionen Euro hat die Sanierung des Teilabschnitts der L 20 gekostet. 1,3 Millionen Euro trug das Land, eine Million Euro steuerte die Stadt bei.■ Täglich verkehren auf diesem Teilstück 13 000 Fahrzeuge. Die die L 172 kreuzende L 20 wird von 8 500 Autos befahren.

■ Das Budget für Sanierung und Pflege aller brandenburgischen Landesstraßen ist laut Ministerin Kathrin Schneider von 2016 bis 2018 von 400 Millionen über 450 Millionen auf 480 Millionen Euro gestiegen. ⇥(rol)

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