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Städtische Wohnungsgesellschaft WHG präsentiert Fotoschau mit historischen Aufnahmen von Finow

Fotoschau
Die Ausstellung zum Jubiläum

Zum Jubiläum bunt: Neben Schwarz-Weiß-Fotos sind in der aktuellen Ausstellung in der WHG-Zentrale auch zahlreiche nachkolorierte Ansichten von Finow zu sehen.  Hier Elke Schneider (r.) und Gudrun Eggebrecht vor einer historischen Aufnahme. Die Schau wurde von Dietmar Ortel gestaltet.
Zum Jubiläum bunt: Neben Schwarz-Weiß-Fotos sind in der aktuellen Ausstellung in der WHG-Zentrale auch zahlreiche nachkolorierte Ansichten von Finow zu sehen.  Hier Elke Schneider (r.) und Gudrun Eggebrecht vor einer historischen Aufnahme. Die Schau wurde von Dietmar Ortel gestaltet. © Foto: Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 11.07.2018, 20:51 Uhr
Eberswalde (MOZ) Es mag Zufall sein – oder auch nicht. Die städtische Wohnungsgesellschaft hat ihre Firmenzentrale in Finow, im ehemaligen Finower Rathaus. Ebenda wurde am Dienstag eine Fotoausstellung eröffnet. Zum 90. Geburtstag des heutigen Stadtteils.

Dass die historischen Ansichten von Finow ausgerechnet an der Dorfstraße 9, dem Hauptsitz des Wohnungsunternehmens WHG, zu sehen sind, dies ist definitiv kein Zufall. Denn: „Die Geschichte dieses Hauses ist eng mit Finow verbunden“, erklärte WHG-Geschäftsführer Hans-Jürgen Adam bei der Eröffnung am Dienstagabend.

1895 von Gustav Bastian als „Deutsches Haus“, als Gasthaus und Hotel, errichtet, diente es nach dem Zusammenschluss von Messingwerk, Eisenspalterei, Heegermühle und Wolfswinkel als Rathaus. Bis 1970, als Finow mit Eberswalde fusionierte. Gleichzeitig wurde die einstige Restauration nach dem Krieg bereits Sitz des VEB Wohnungsverwaltung, der späteren Gebäudewirtschaft. Wobei sich der Vermieter die Dorfstraße 9 über Jahrzehnte mit weiteren Nutzern teilen musste. Etwa der Polizei. Seit 2014 ist die WHG nun alleiniger Hausherr und sie verwaltet von dort aus auch jene 1500 Wohnungen, die das Unternehmen in Finow anbietet. Womit sie vielen Bürgern in dem „jungen“ Stadtteil ein Zuhause und damit Heimat gibt, wie Adam betonte.

Dietmar Ortel, Kurator und Initiator der Ausstellung, wollte den Horizont jedoch erweitert sehen, richtete den Blick auf Europa. Ja, aus dem kleinen Finow gingen einst Impulse in die Welt. „Hier begann ein Zeitalter europäischer Industriegeschichte“, so Ortel. Der Stadtverordnete und Unternehmer, der selbst in den 1990er-Jahren in Finow wohnte, erinnerte an die Rohrleitungsfabrik Franz Seiffert, die in aller Herren Länder Anlagen lieferte, darunter nach St. Petersburg und Madrid. Oder an die Hirsch Kupfer- und Messingwerke mit ihrer technischen Neuerung der Kupferhäuser, die 1931 auf der Kolonialausstellung in Paris gezeigt wurden. Oder an die Papierfabrik Wolfswinkel, die ihr Büttenpapier selbst an das englische Königshaus lieferte.

Mit der Ausstellung, die um die 50 Fotos und Karten umfasst, wolle er Heimatgeschichte aufarbeiten und lebendig halten, wolle er ein weiteres Stück Identität stiften, so Ortel, der die Gäste der Vernissage sogleich mit auf eine Zeitreise nahm. Die Fotos, so verriet er am Rande, stammen zum Teil aus Privatbesitz, zum Teil von öffentlichen Einrichtungen, wie dem Kreisarchiv, dem Museum oder Schloss Bad Freienwalde. Finow, seit 1935 Stadt, gehörte bekanntlich bis 1952 zum Kreis Oberbarnim, Kreisstadt war damals Bad Freienwalde. Einige der historischen Ansichten, die die Siedlungsstruktur und die Industriegeschichte Finows dokumentieren, habe er nachkolorieren lassen, zeigte sich Ortel selbst ob der Qualität überrascht.

Ebenso wie Helmut Knop. Der 87-jährige Eberswalder, früher Geschichtslehrer in Finow, gilt als profunder Kenner der wechsenvollen Historie der einstigen Stadt und des heutigen Stadtteils. 1992 hatte er das Buch „Finow in historischen Ansichten“ publiziert. Am Dienstag konnte er so manche Anekdote beisteuern. Martin Hoeck, Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde, räumte selbstkritisch ein, dass der Verein in Finow „noch nicht so präsent“ sei. In Helmut Knop aber haben die Stadt und der Verein einen ausgewiesenen Experten und leidenschaftlichen Geschichtsforscher. Für dieses Engagement, so kündigte Hoeck schon mal an, werde Knop im Herbst mit der Rudolf-Schmidt-Medaille ausgezeichnet.

Die Fotoschau in der WHG ist das ganze Jahr über zu sehen. Gelegenheit zur Besichtigung bietet sich Interessierten auch an diesem Sonnabend, wenn das Unternehmen anlässlich des Finow-Jubiläums zum großen Mieterfest an die Dorfstraße einlädt.

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