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Gut besuchtes Zepernicker Festival neuer Musik / Erste Gedanken zur Auflage der Konzertvielfalt für 2019

Musikevent
Nach den Randfestspielen ist davor

Kann wieder arbeiten: Auch wenn das Herz des Zepernicker Komponisten Komponist Helmut Zapf für die Randfestspiele schlägt, so hängt er doch an seiner Arbeit. Seit fast 40 Jahren setzt er das, was er zu sagen hat, musikalisch um.
Kann wieder arbeiten: Auch wenn das Herz des Zepernicker Komponisten Komponist Helmut Zapf für die Randfestspiele schlägt, so hängt er doch an seiner Arbeit. Seit fast 40 Jahren setzt er das, was er zu sagen hat, musikalisch um. © Foto: Sergej Scheibe
Andrea Linne / 12.07.2018, 21:30 Uhr
Zepernick (MOZ) Kaum sind Hörner, Cembalo und Gissandoflöte verklungen, schaut Komponist Helmut Zapf schon wieder in die Zukunft. Die 26. Randfestspiele endeten erfolgreich, viele neue Eindrücke und Gedanken nahmen die Zuhörer aus gut besuchten Konzerten über drei Tage mit auf ihre „Wegungen“.

So hieß die diesjährige Veranstaltung, die sich durchaus als Festival neuer Musik versteht. Ob Nachwuchs aus der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, Klangkünstler Martin Tchiba aus Düsseldorf oder das Zafraan Ensemble Berlin - Sänger und Musiker näherten sich auf ganz eigene Weise diesem Thema. „Die Veranstaltungen waren sehr gut besucht, und das trotz der Situation auf der S-Bahn“, ist der 62-Jährige nachträglich recht froh. Ob im evangelischen Gemeindehaus oder in der St. Annen Kirche oder auch auf Soundtour im Koreanischen Kulturzentrum in Berlin - auf den Wegen bewegte sich einiges. Zwischen Publikum und Künstlern, im Komponisten selbst, im Gespräch oder beim Beschauen der Bilder, die Rose Schulze beigesteuert hatte. Bei den Kindern kam vor allem die Installation im Kirchgarten gut an. Jeder Holzsteg verbarg einen Ton, der beim Auftreten erklang. „Auf dem Holzweg“, inszeniert von Andre Bartetzki, war da so mancher unterwegs.

Das sonic.art.saxophonquartett fiel auf, erzählte auf eigene Art ganz neue Geschichten. Martin Tchiba rief das Publikum dazu auf, mitzugestalten. Hereingerufene Wörter, Musik aus dem Internet, übers Handy zum Klavier intoniert, wob abwechslungsreiche Klangteppiche, wie Zapf betont. Stimmen bekamen Raum, Töne flogen flatterhaft-dramatisch über Köpfe hinweg, wurden aufgenommen und weitergereicht.

Längst hat sich das Festival Randfestspiele ein Stammpublikum erarbeitet. Dennoch entdecken immer wieder neue Zuhörer die besondere Szenerie. Seit fast 40 Jahren komponiert Helmut Zapf. Er ist froh, wieder dieser, seiner ausfüllenden, alles geliebten Arbeit nachzugehen. Ohne allerdings schon auf 2019 zu blicken, wäre das Projekt nicht seines. So ist eine Terminverschiebung auf Mitte Juni zu überlegen. Die Ferien beginnen sehr früh. Vielmehr noch möchte der gebürtige Thüringer der menschlichen Stimme ein Podium bieten. Neben russischen, polnischen, koreanischen Gästen könnte auch die Schweiz mehr in den Fokus rücken.

„Meine Programme entstehen wie eine Komposition in meinem Kopf, dann suche ich“, beschreibt er den Weg zu einer anspruchsvollen Landschaft aus elektroakustischen, instrumentalen, vokalen oder vierkanaligen Schöpfungen, aus Kunst und Musik, Raum und Zeit, Klang und Gefühl. „Ich bevorzuge die Kürze in meiner Musiksprache“, erläutert der Zepernicker, der auch im Leben kein Mann großer Worte ist. „In der zeitgenössischen Musik gibt es nicht die Substanz des herkömmlichen Dur und Moll. Diese Ebene fällt als organisierender Faktor weg. Daher hat man immer die Herausforderung, die Zeit neu zu strukturieren“, beschreibt er das Herangehen.

Das alles ginge ohne die Hilfe vieler Unterstützer nicht. Immerhin haben die 26. Randspiele 26 000 Euro gekostet. Landkreis Barnim, die Initiative Neue Musik Berlin, die Kulturstiftung der Barnimer Sparkasse, aber auch die Gemeinde Panketal und das Koreanische Kulturzentrum haben das Vorhaben unterstützt. Hilfe kam außerdem von der evangelischen Kirchengemeinde.

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