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Informatiklehrer: „Wenn wir den Nachwuchs von technischen Berufen begeistern wollen, müssen wir jetzt etwas tun“

Informatiklehrer
Vision von einer Technik-Schule in der Industriestadt

Makerabend am Technikstützpunkt an der Talsandschule. Aufbau und Funktionsweise von 3-D-Druckern interessieren Jung und Alt. Mittlerweile wird damit Unterrichtsmaterial hergestellt
Makerabend am Technikstützpunkt an der Talsandschule. Aufbau und Funktionsweise von 3-D-Druckern interessieren Jung und Alt. Mittlerweile wird damit Unterrichtsmaterial hergestellt © Foto: Sven Ketel
Dietmar Rietz / 14.07.2018, 06:45 Uhr - Aktualisiert 15.07.2018, 13:56
Schwedt (MOZ) Braucht Schwedt eine Technik-Schule, vergleichbar der Musik- und Kunstschule? Vielleicht eine Nummer kleiner? Informatiklehrer Sven Ketel sagt: „Ja!“ Am Unternehmerstammtisch fand er jüngst Unterstützer seiner Vision.

Unternehmen, große Industrie- ebenso wie kleine Handwerksbetriebe, suchen Hände ringend nach technisch begabtem Nachwuchs. In Schwedt und auch anderswo. Der jüngste Unternehmerstammtisch nahm sich des Themas an und lud sich dazu Svent Ketel ein. Der Informatiklehrer leitet einen Technikstützpunkt mit Arbeitsgemeinschaften wie Robotik, Elektronik, Automodellbau, Computertechnik, Raketenbau, 3-D-Druck, Programmieren und Modellbauwelt. Der „Informatiklehrer sagt: „Wenn wir den Nachwuchs von technischen Berufen begeistern wollen, müssen wir jetzt etwas tun.“ Und er entwickelte die Vision von einer Technik-Schule in Schwedt, vergleichbar mit der Musik- und Kunstschule. Vielleicht eine Nummer kleiner. Aber ebenso professionell organisiert. Die Basis dafür könnte der Technikstützpunkt an der Gesamtschule Talsand sein.

Die Robotik-AG an der Talsandschule wurde ein so großer Erfolg, dass sie zu einem Multiplikator geworden ist. Hierher kommen an Technik interessierte Kinder aus vielen Schulen in Schwedt und aus dem Umland. „Wir geben unsere Erfahrungen auch an Lehrer weiter, die ihren Unterricht praxisorientierter gestalten oder selbst eine AG aufbauen wollen“,. erzählt Ketel. „Wir haben inzwischen eine sehr gute Ausrüstung, die sich nicht jede Schule leisten kann, bauen unser Konzept immer weiter aus und sind für die Region da als Kooperationspartner, für Projekte und Projekttage oder als Berater.“

An die Unternehmer gewandt, appelliert der Informatiklehrer, Begabungen und Talente müssen früher gefunden werde. Ab Klasse 4. Ketel tingelt bereits durch Schulen, um interessierte Schüler in die Technik-Arbeitsgemeinschaften beziehungsweise für eine Woche zum Ausprobieren einzuladen. „Nicht später, sonst ist es vorbei, dann interessieren sie sich für andere Dinge.“

Gebraucht würden zudem Macher, die bereit sind, auch in ihrer Freizeit mit Schülern zu arbeiten. Zurzeit gerate gerade deswegen seine Arbeit an ihre Kapazitätsgrenzen. Gebraucht würden neben weiteren Wirtschaftspartnern Technik-Assistenten in den einzelnen Projekten oder Arbeitsgemeinschaften, die dauerhaft gebunden würden. Auch durch einen entsprechende Bezahlung. Profitieren könnten davon alle Schulen, aber auf lange Sicht auch viele Betrieb.

Was 2008 mit einer Robotik AG begann, wurde vor allem mit der finanziellen Unterstützung der PCK Raffinerie zum heutigen Technikstützpunkt ausgebaut. Erst gab es drei Technik-Arbeitsgemeinschaften, heute sind es 13. Darunter sind AG für Legotechnik, Computer, Elektronik, Modellraketenbau, eine AG Automodellbau. „Nur Holz und Papier fehlt uns noch“, sagt Sven Ketel. Die Angebote sind für alle offen.

Nichtsdestotrotz brauche man einen langem Atem, um zum Erfolg zu kommen. Er habe vor gut zehn Jahren mit dem Aufbau der AG-Welt zum Technikstützpunkt begonnen. Jetzt wachse ein Netzwerk, in dem Partner voneinander profitieren. Eine Technik-Schule wäre eine weitere Möglichkeit, Wirtschaft und Schule näher zusammenzurücken. Sophie Fries, die Vizepräsidentin der Unternehmervereinigung Uckermark, war begeistert. Sie versprach: „Wir behalten die Vision einer Technik-Schule auf dem Schirm.“

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