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Ausstellung
Alltagsgegenstände in Kunst verwandelt

Auch Künstler Heinz Bert Dreckmann (li.) gefiel die von Anina Michalski (re.) gehaltene Eröffnungsrede.
Auch Künstler Heinz Bert Dreckmann (li.) gefiel die von Anina Michalski (re.) gehaltene Eröffnungsrede. © Foto: Egbert Neubauer
Egbert Neubauer / 14.07.2018, 08:00 Uhr
Perwenitz Am vergangenen Sonntag fand die Vernissage zur Werkschau von Heinz Bert Dreckmann in der Kulturmühle Perwenitz statt. Der Andrang zur Ausstellung war groß. Die Laudatio wurde von der Schauspielerin Anina Michalski vorgetragen – eine Rede, die gefiel und vom Publikum mit viel Beifall und Heiterkeit bedacht wurde.

Eine Werkschau gibt das Gesamtwerk (Œuvre) eines Künstlers jedweder Couleur wieder, kann man bei Wikipedia erfahren. Dabei werde eine Übersicht über dessen Schaffen (Werk) vermittelt, heißt es dort weiter. Genau das ist es, was Heinz B. Dreckmann zeigen will. Hinzu kommt der Anlass, Dreckmann wird in ein paar Wochen seinen siebzigsten Geburtstag feiern, ein guter Grund für seine Werkschau.

Heinz Bert Dreckmann ist in Köln geboren und hat auch in dieser Stadt sein Studium der Wand- und Experimentellen Malerei absolviert. Seit 1972 ist er freischaffend tätig. Ende der 70er Jahre erfolgte sein Umzug nach Berlin, wo er eine Anstellung als Erster Maler an der Schaubühne unter dem Regisseur Peter Stein erhielt.

Angefangen hat das Sein als Objektkünstler am Frühstückstisch. Heinz B. Dreckmann zerschnitt Eierkartons und legte so neue Formen/Umrisse frei. Über einhundert verschiedene Masken konnte Dreckmann aus den Eierkartons kreieren. Diese Ergebnisse aus der Anfangszeit sind in den ausliegenden Katalogen abgebildet. Real existierend und raumfüllend ist dagegen seine Objektinstallation aus sieben Kugeln, welche wiederum aus Stockschirmen gesteckt wurden und von innen beleuchtet sind - von diesen fühlten sich die Betrachter förmlich angezogen.

Überhaupt hat es den Anschein, als würden die Besucher von den Objekten angezogen, viele gehen mit ihren Gesichtern ganz nah an die Dinge heran, sicher um sich von dem Gesehenen zu überzeugen. Seien es die Formen der gesteckten Klammern, der sich gegenseitig schließenden Schlösser oder die gesteckten und echt vergoldeten Schuhspanner. Die Betrachter fühlten sich von der Kunstform angetan und entdeckten dabei das Banale hinter der Kunst.

Anina Michalskis formulierte Heinz B. Dreckmanns Tun treffend: „Er gibt den banalsten Alltagsgegenständen eine neue Wahrheit, befreit diese vom eigentlichen Zweck und rettet sie hinüber in das Reich der Schönheit und Poesie und somit werden diese zur Kunst.“

Die sehenswerte Ausstellung ist in der Kulturmühle, Perwenitzer Dorfstraße 1, bis zum 26. August geöffnet. Die Öffnungszeiten sind samstags von 13 bis 19 Uhr und sonntags von 11.30 bis 18 Uhr.

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