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Feierliche Ausweisung am 28. Juli beim Dorffest

Ausstellung
Viadrus wird Kultur-Erbe-Ort

Viadrus-Forscher Ernst-Otto Denk und Tobias Hartmann vom Oderbruch Museum Altranft präsentieren den neuen Schaukasten für das Viadrus-Denkmal in Güstebiese als Kultur-Erbe-Ort.
Viadrus-Forscher Ernst-Otto Denk und Tobias Hartmann vom Oderbruch Museum Altranft präsentieren den neuen Schaukasten für das Viadrus-Denkmal in Güstebiese als Kultur-Erbe-Ort. © Foto: Nadja Voigt
Nadja Voigt / 14.07.2018, 08:00 Uhr - Aktualisiert 14.07.2018, 11:12
Güstebieser Loose (MOZ) Die Ausstellung „Schaukasten Oderbruch“ im Oderbruch Museum Altranft ist um ein weiteres Kästchen reicher: Am Freitag präsentierten Tobias Hartmann und Ernst-Otto Denk das Schränkchen zum Viadrus-Denkmal an der Oder in Güstebieser Loose. Mystisch mutet der Inhalt des Schränkchens an: Muscheln, ein Netz, Schwimmer und Senker sind darin zu sehen. Es soll die Besucher des Hauses auf die Kultur-Erbe-Orte im Oderbruch hinweisen.

Nun auch auf die außergewöhnliche, knallrote, 2009 von Bildhauer Horst Engelhardt geschaffenen Viadrus-Skulptur an der Oder in Güstebieser Loose unweit der Fähre „Bez Granic“. Am 28. Juli wird das beim gemeinsamen Fest auf polnischer Seite gefeiert. Hoch erfreut darüber ist der Viadrus-Forscher Ernst-Otto Denk, der sich seit mehr als 20 Jahren der Flussgottheit widmet. „Vater Rhein kennt jeder“, so Denk. Viadrus dagegen kaum jemand. Als Odergottheit eines modernen Europas will er seinen Viadrus verstanden wissen. Und auch das Museum ist froh, mit dem neuen Schaukasten der europäischen Bedeutung, die so noch nicht in dem Ausstellungsraum vertreten ist, gerecht zu werden. „Während der Flussgott einst aus der Oder heraus geboren wurde, steht er heute als Symbol der Zusammenarbeit zwischen den Staaten Deutschland, Polen und Tschechien. Viadrus symbolisiert die neue europäische Oder“, heißt es auf der zum Schaukasten gehörigen Info-Karte.

Während die Kommunen im Oderbruch das Europäische Kultur-Erbe Siegel anstreben, arbeitet das Oderbruch Museum Altranft gleichzeitig bereits heute daran, das kulturelle Erbe im Oderbruch sichtbar zu machen. „Denn ohne darzulegen, wie die Besonderheit der europäischen Kulturstätte vermittelt werden soll, weist die Europäische Union keine Stätte aus. Acht Kulturerbe-Orte wurden bereits ausgewiesen.“ Am 28. Juli kommen nun offiziell und feierlich zwei weitere Orte hinzu: Die Heimatstube Hohensaaten präsentiert in vier Ausstellungsräumen Fischereiutensilien, Landwirtschaftsgeräte und Handwerkszeug. Sie wecken eine Vorstellung davon, was Hohensaaten einst ausgemacht hat. Am 28. Juli lädt der Verein zum alljährlichen Sommerfest ein. Die Ausweisung findet um 16 Uhr statt.

Zum gemeinsamen Dorffest der Orte Güstebieser Loose und Gozdowice wird die Skulptur des Flussgottes Viadrus des Bildhauers Horst Engelhardt (1951-2014) als Kulturerbe-Ort ausgewiesen. An der Fährstraße in Güstebieser Loose begrüßt und verabschiedet die Odergottheit Reisende im Odervorland, die den Fluss mit der deutsch-polnischen Fähre überqueren. Nach der Ausweisung um 13.30 Uhr wird mit der Fähre nach Gozdowice übergesetzt. Dort wird um 15 Uhr das Dorffest eröffnet.

Alle ausgewiesenen Orte stellen sich im Oderbruch Museum Altranft in individuell ausgestalteten Wandschränkchen vor. Es werden Gegenstände und Dokumente ausgewählt, die auf den jeweiligen Ort aufmerksam machen und das Interesse wecken, die Orte aufzusuchen. „Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt“, sagt Tobias Hartmann. „Wer Teil der Geschichte sein möchte, kann sich gerne bei uns bewerben.“ Ein weiteres Kästchen, das ebenfalls am Freitag präsentiert wurde, weißt auf das Binnenschifffahrtsmuseum in Oderberg hin.

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