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Keine Erlaubnis
Streit um Dobermann in Mietwohung

Um einen Dobermann (Symbolfoto) ist in Hennigsdorf ein Streit entbrannt.
Um einen Dobermann (Symbolfoto) ist in Hennigsdorf ein Streit entbrannt. © Foto: dpa
Roland Becker / 14.07.2018, 08:21 Uhr
Bötzow (MOZ) Daniela Rockel hat ihren Dobermann längst lieb gewonnen. Und der Hund versteht sich auch mit dem Dackel, der schon länger in der Familie lebt. Dass der Dobermann aber in seinem Zuhause bleiben darf, ist wenig wahrscheinlich. „Die Wohnungsgenossenschaft genehmigt uns nicht das Halten dieses Hundes“, berichtet Daniela Rockel. Und sie fügt an, dass sie gegen den ablehnenden Bescheid ihres Vermieters bereits Widerspruch eingelegt hat.

Laut Brandenburgischer Hundeverordnung, die aus dem Jahr 2004 stammt, wurde die Rasse in die Kategorie zwei für „widerlegbar gefährliche Hunde“ eingruppiert. Damit verbunden sind bestimmte Auflagen. So darf für einen solchen Hund ein Negativzeugnis, welches die Gefährlichkeit widerlegt, erst ausgestellt werden, wenn das Tier ein Jahr alt ist.  Für jüngere Hunde kann eine befristete Haltungserlaubnis ohne den nötigen Nachweis erteilt werden. Genauso verhält es sich im Fall des Rockelschen Dobermanns. „Die Stadt hat uns ein vorläufiges Gutachten erstellt. Anfang November können wir das endgültige Gutachten beantragen“, erzählt die Hundehalterin.

Helfen dürfte ihr das nicht allzu viel. Denn im Paragrafen drei der Verordnung heißt es: „Gefährliche Hunde dürfen nicht in Mehrfamilienhäusern gehalten werden. Von dem Verbot (...) kann (...) befreit werden, wenn unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse sichergestellt ist, dass Menschen, Tiere oder Sachen nicht gefährdet werden.“ Doch solche Ausnahmen gibt es bei der Hennigsdorfer Wohnungsgenossenschaft (WGH) generell nicht. „Wir erlauben unseren Mietern grundsätzlich nicht das Halten von Dobermännern und anderen gefährlichen Hunden“, sagt WGH-Geschäftsführer Hartmut Schenk. Und er könne auch nicht nachvollziehen, dass die Mieterin jetzt verärgert sei. Denn: „Es ist ein bisschen unfair, zuerst den Hund zu kaufen und erst danach, wenn er schon in der Wohnung lebt, bei uns den Antrag auf Haltung zu stellen.“ In jedem Mietvertrag sei vermerkt, dass die Hundehaltung von der WGH genehmigt werden muss, bevor der Hund angeschafft wird – egal, ob Rehpinscher oder Dogge. Für Vierbeiner, die in Brandenburg als gefährlich gelistet sind, erteile die WGH generell keine Genehmigung. „Viele Mieter und Kinder haben vor solchen Tieren Angst, wenn sie denen im ein Meter breiten Treppenhaus begegnen. Ein Dobermann ist kein kleiner Hund“, argumentiert Schenk. Er versichert, dass sich das Verbot nicht gegen Rockels persönlich richtet. Es dürften aber keine Präzedenzfälle geschaffen werden. Schenk abschließend: „Es kann sich um ein noch so liebes Exemplar handeln. Wenn andere Mieter das nicht wissen, fühlen sie sich gefährdet.“

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