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Islamkonferenz
Positives Echo auf Reform

Betende Muslime in Potsdam: Die Islamkonferenz sucht nach einem „deutschen Islam“.
Betende Muslime in Potsdam: Die Islamkonferenz sucht nach einem „deutschen Islam“. © Foto: dpa/Ralf Hirschberger
Stefan Kegel / 14.07.2018, 09:00 Uhr
Berlin (MOZ) Mehrere Verbände haben den Vorstoß des Innenministeriums zu einer Reform der Islamkonferenz begrüßt. „Es geht darum, den längst integrierten deutschen Muslim, der seine Steuern zahlt, seinen Beitrag für die Gesellschaft leistet – kurzum, der jeden Tag das Motto lebt: der Islam gehört zu Deutschland –, endlich in den Mittelpunkt zu setzen“, sagte Vorsitzender Aiman Mazyek dieser Zeitung.

Innen-Staatssekretär Markus Kerber hatte unter anderem gefordert, den Fokus der Islamkonferenz stärker auf nicht organisierte Muslime zu legen – die Islamverbände in Deutschland vertreten nur einen Bruchteil der rund viereinhalb Millionen Angehörigen dieser Religion hierzulande. Zudem forderte er, die Konferenz solle sich auf eine deutsche Version des Islams einigen – „und zwar auf dem Boden unserer Verfassung“, erklärte Kerber.

Mazyek unterstrich: „Es gibt für uns keinen Islam, der nicht verfassungskonform ist. Es gibt allenfalls Muslime, die extremistische oder kriminelle Vorstellungen mit ihrer Religion verwechseln und sich bisweilen gegen unsere Ordnung stellen. Diese werden weiter unseren entschiedenen Widerstand erfahren.“

Auch der einzige, sich als nicht konfessionell verstehende Verband, der an der Islamkonferenz teilnimmt, kann Kerbers Vorstoß etwas abgewinnen. „Es war falsch, dass man die Islamkonferenz nur mit den bestehenden islamischen Organisationen fortgeführt hat“, sagt Gökay Sofuoglu, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Eine gesunde Mischung aus kritischen Einzelpersonen und Verbänden könne den Dialog wieder in Gang bringen, hofft er. Die Einbeziehung von Islam-Kritikern war 2014 beendet worden, nachdem es immer wieder zu Eklats gekommen war.

Eine Herausforderung für die nächste Islamkonferenz, die für November avisiert ist, sieht Sofuoglu in der „längst überfälligen Debatte“ darüber, Strukturen für islamischen Religionsunterricht aufzubauen oder Kooperationspartner zu finden. „Dafür braucht man unabhängige Organisationen.“ Diese dürften nicht von ausländischen Staaten kontrolliert sein, betont er mit Blick auf die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) mit ihren rund 150 000 Mitgliedern, die von der Türkei dominiert wird. „Die alleinige Deutungshoheit für den Islam hat kein Verband in Deutschland.“ Ditib selbst wollte sich am Freitag nicht zu dem Vorstoß des Innenministeriums äußern.

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