Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

18. Freundschaftstreffen der Jugendwehren aus Steinhöfel und Czermin im Sonnenhof Beerfelde

Feuerwehr
Vokabeln lernen beim Löschangriff

Bettina Winkler / 14.07.2018, 09:45 Uhr - Aktualisiert 14.07.2018, 11:16
Beerfelde (MOZ) Unter dem Motto „Wir brennen – für die gemeinsame Freundschaft“ trafen sich Jugendfeuerwehren von Steinhöfel und der polnischen Partnergemeinde Czermin zu einem einwöchigen Camp im Sonnenhof. Das grenzüberschreitende Projekt wurde durch die Euroregion pro Europa Viadrina gefördert.

Funktion – funkcja, Option – opcja, Situation – sytuacja: Deutsche und polnische Wörter klingen oft ähnlich. Die Jugendlichen sitzen in gemischten Gruppen gemütlich auf dem Rasen  im weitläufigen Garten des Beerfelder Sonnenhofes und lernen in lockerer Atmosphäre Vokabeln. „Sollte so die Verständigung nicht funktionieren, wird schnell auf Englisch umgeschaltet“, erläutert Marzena Bocianska-Höpfner, Jugendkoordinatorin der Gemeinde Steinhöfel, die das 18. Freundschaftstreffen organisiert hat. Wichtige Wörter oder Redewendungen schreiben die Teilnehmer in beiden Sprachen auf großformatiges Papier und hängen die so entstandenen Plakate an Hecken und Bäume.

Einige Meter entfernt steht das polnische Löschfahrzeug für leichte technische Hilfeleistungen. Leonie Schmerse (15, aus Beerfelde) und Maciej Filipiak (15, aus Czermin) rollen einen Schlauch aus. Jedrek Pasek (14) erklimmt die Leiter. Kleinere Feuerwehrübungen stehen schließlich täglich auf der Tagesordnung. Alles geschieht in Gruppenarbeit, die den Teamgeist stärken soll.  Ein Feuer gezielt mit der Kübelspritze löschen, Verteiler setzen und Knoten binden sowie der Klassiker Löschangriff nass – jeder Handgriff muss auch beim Nachwuchs sitzen.  Zbigniew Serbiak, Kommandant der polnischen Wehr, erläutert derweil Steinhöfels Gemeindejugendwart Bernd Steinberg die an Bord befindliche Technik wie zum Beispiel eine Schnellangriffseinrichtung mit Hochdruckschlauch, die bei Fahrzeug – oder kleinen Wohnungsbränden – zum Einsatz kommt.  „Die Technik unterscheidet sich nicht von der unseren. Auch die Handgriffe der Feuerwehrleute sind gleich. Da gibt es eine EU-Norm“, sagt Bernd Steinberg, der 2002 in der Gemeinde begann, die Jugendfeuerwehr aufzubauen. „Mittlerweile sind es acht mit 86 jungen Mitgliedern“, sagt der Tempelberger stolz. Von solchen Mitgliederzahlen sind die Polen noch weit entfernt. „In unserer Jugendwehr sind 56 Jungen und Mädchen“, erzählt Zbigiew Serbiak. Feuerwehrleute  genießen bei uns hohes Ansehen und setzen – mehr als ihre deutschen Kollegen – auf die Traditionen, sagt er.

Neben den feuerwehrtechnischen Übungen haben die Teilnehmer  auch die Region erkundet. Beim Schwimmen und Bowling in Fürstenwalde sowie einem Besuch im Dom, Klettern und Spazieren am Scharmützelsee hatten die Jungen und Mädchen viel Spaß. Beim Tagesausflug in Berlin machten sie eine Stadtrundfahrt und besuchten das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds. In Potsdam wurden unter anderem das Holländische Stadtviertel und der Filmpark Babelsberg besichtigt.

Steinhöfels Bürgermeisterin  Renate Wels und Projektmanager Bogdan Kostyra von der Euroregion pro Europa Viadrina, die den Austausch durch Fördermittel finanziert hat, besuchten am Mittwochabend das Camp und überzeugten sich vor Ort über die Ergebnisse. „Solche Begegnungsprojekte in den Bereichen Sport, Kultur und Soziales sollen Menschen, die an der Grenze leben, zusammen bringen. So können sie sich besser kennenlernen und verstehen“, erläutert Bogdan Kostyra das Anliegen. Anträge können jederzeit gestellt werden – einzelne Projekte könnten bis zu 15 000 Euro Fördermittel erhalten.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG