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Neue Produktionsfirma der Babelsberger Filmstudios dreht für ein Mauerdrama in einem Waldstück zwischen Rüdnitz und Danewitz

Dreharbeiten
„Traumfabrik“ besucht den Barnim

Im Führerstand der „Ameise“: Sebastian Fruner, ausführender Produzent, bei den Dreharbeiten zum Film „Traumfabrik“ auf der Straße zwischen Rüdnitz und Danewitz. Er steht auf einem Klein-LKW, vom Typ, wie er früher in den DEFA-Studios genutzt wurde.
Im Führerstand der „Ameise“: Sebastian Fruner, ausführender Produzent, bei den Dreharbeiten zum Film „Traumfabrik“ auf der Straße zwischen Rüdnitz und Danewitz. Er steht auf einem Klein-LKW, vom Typ, wie er früher in den DEFA-Studios genutzt wurde. © Foto: Noa Wintzer
Kerstin Ewald / 17.07.2018, 07:45 Uhr - Aktualisiert 17.07.2018, 10:31
Biesenthal/Rüdnitz (MOZ) Vollsperrung zwischen Rüdnitz und Danewitz Freitag Nachmittag bis Samstag Früh. Was war da los? Im Wäldchen vor der Bahnschiene wurden zwei Szenen für den historischen Film „Traumfabrik“ gedreht, der voraussichtlich im Herbst 2019 in die Kinos kommen wird.

Schon von Ferne zeigt sich ein ungewöhnliches Landschaftsbild: schneeweiße Ballons mit baumelnder Kabellage  darunter schweben im Maisfeld. Ein Bauzaun verläuft quer über die Straße. Dahinter reihen sich an die zwanzig Lastwagen und Transporter am Straßenrand entlang. Dann wird der Blick angezogen von einem winzigen ältlichen Laster mit rundlichem blauen Führerstand und kleiner Ladefläche. Irgendwie süß.

„Das ist unsere ‚Ameise’“, erklärt der ausführende Produzent Sebastian Fruner, der den Film, an dem heute Abend hier gedreht wird, mitentwickelt hat. „Die Ameise ist heute der Star am Set!“, erklärt der freundliche Typ mit schwarzer Schirmmütze. Gebaut wurde das Gefährt in den 50er Jahren, bis zum Mauerfall wurde es in den Babelsberger DEFA-Studios für Transporte benutzt, bis die Fahrzeuge in privaten Sammlerarchiven landeten.

Die Geschichte des Films „Traumfabrik“ spielt im Sommer 1961 und beginnt in solch einem Babelsberger DEFA-Studio. Es ist eine Liebesgeschichte, soviel dürfen die Macher am Set schon verraten: Emil, gespielt von Dennis Mojen, ist Komparse und verliebt sich bei Dreharbeiten Hals über Kopf in die französische Tänzerin Milou, dargestellt von Emilia Schüle.  Die nächtliche Szene bei Rüdnitz handelt davon, wie Emil seine Freundin Milou mit der - sagen wir mal ausgeliehenen - Ameise zurück in ihr Hotel bringt. Die beiden wechseln sich am Steuer ab und haben Mords Spaß mit der wackeligen, 10 Km/h langsamen Dieselkarre.  Sie tuckern im Mondlicht durch eine von hohen Bäumen gesäumte Allee.

„Für die Dreharbeiten ist es übrigens egal, ob der Mond heute scheint oder nicht“, erklärt Fruner. Die eingangs erwähnten, über dem Maisfeld schwebenden runden Schirme, sorgen dafür, dass es auch ohne Original romantisch wird.  Sie werden von 16 Kilowatt-Birnen angeleuchtet. Allein das Helium, mit dem die Ballons gefüllt wurden, kostete 3000 Euro.

Das Budget ist Sache der kürzlich gegründeten Produktionsfirma, die genauso heißt wie ihr allererster Film: „Traumfabrik“. Tom Zickler und Christoph Fisser wollen mit ihrem neuen Unternehmen die Babelsberger Studios als Hort für den deutschen Film wiederbeleben. Seit 25 Jahren ist dort Hollywood Dauergast und es wurden hauptsächlich US-amerikanische Filme abgedreht. Produzent Tom Zickler, der schon vor der Wende als Aufnahmeleiter in Babelsberg gearbeitet hat, schöpfte für den ersten Film der eigenen Produktionsfirma aus seinem eigenen Leben.

Die Geschichte, gedreht unter Regisseur Martin Schreier, wird später turbulent. Der Mauerbau, einschneidendes Ereignis der deutschen Geschichte, entzweit das Filmpaar Milou und Emil. Ein Zustand, auf dem es die beiden Liebenden - wie sollte es anders sein - nicht beruhen lassen. An jenem Drehabend bei Rüdnitz aber fliegen für die beiden Hauptdarsteller vorerst noch die Glühwürmchen des Glücks.

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