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Teilnehmer der Liedermacher-Werkstatt erneut zu Besuch / Konzert lockt zahlreiche Besucher

Kultur
„Luft und Lieder“ im Kulturbahnhof

„Solang ich Kaffee trink’, ist noch Morgen“: Das Liedermacher-Duo Peggy Luck und Holger Saarmann bei der diesjährigen Liederwerkstatt im Biesenthaler Kulturbahnhof
„Solang ich Kaffee trink’, ist noch Morgen“: Das Liedermacher-Duo Peggy Luck und Holger Saarmann bei der diesjährigen Liederwerkstatt im Biesenthaler Kulturbahnhof © Foto: Renate Meliß
Renate Meliß / 17.07.2018, 09:15 Uhr
Biesenthal „Herzlich willkommen, Biesenthal weiß, was man im Sommerloch so unternehmen kann“, begrüßte Helge Schwarz, Organisator der Veranstaltungen im Biesenthaler Kulturbahnhof, die zahlreich erschienenen Gäste, die am Samstag Kultur vor Strandabend gesetzt hatten. Viele Songs der Liedermacher, die sich zum Komponieren im kleinen Dorf Hohenbüssow bei Demmin getroffen hatten, waren am Vorabend erstmals erklungen. So unter anderem das Lied zum Morgenkaffee von Peggy Luck und Holger Saarmann – zwei Gitarren im Spiel miteinander: „Solang ich Kaffee trink’, ist noch Morgen ...“.

Weiter ging es mit dem Solo von Peggy Luck, „Die rote Liebe sitzt am Fluss“. „Mitunter sind unsere Texte so schnell geschrieben – da kommt man mit der Melodie gar nicht so fix hinterher – aber das was jetzt folgt, ein Countrysong, braucht eh nur drei Akkorde“, scherzte Holger Saarmann und schlug auf die Saiten.

Nichts ist ja mitunter so anregend, wie geistreiche und mit Witz vorgetragene Songs. Zum Beispiel derart: „Wenn ich groß bin, glaub ich auch an irgendwas, wenn ich jetzt auch noch nicht weiß, was. Und wenn Dirk vom Osten einstmals spricht, so wie vom Garten Eden ... da hört man viel von Marx, von Mielke nicht. Also tausch ich jetzt die alten gegen die neuen Märchen ein? Nee, ich glaub ich bleib dann lieber klein...“ Auf der Bühne erschien nun Bernhard Bielmann mit dem Akkordeon und musikalischer „Summ-Begleitung“, um zu berichten, wie das in Hohenbüssow eigentlich ist, wenn nicht grad Liederwerkstatt angesagt ist. Dann, wenn der Sommer irgendwie „hängen geblieben“ ist und auch am ersten Oktober nicht gehen will, man sogar hofft: vielleicht geht es ja diesmal ohne Herbst und dahinter - ohne Winter?

Bastian Wadenpohl aus Nordrhein-Westfalen startete dann mit seinen beiden Liebesliedern – wenn es beginnt, das Verliebtsein – und wenn es vorbei ist. Wenn der Regen auf das Dach der Haltestelle prasselt, nasse Füße, ein scheuer Kuss. Zwei nasse Leiber hinter beschlagenen Scheiben. Verliebte sehen so viel – und sind sonst eigentlich blind. Ach, Verliebtsein ist immerhin ein sehr ernster Scherz und das Glück bleibt leider oft nur eine flüchtige Realität.

Die Band „Klampfkumpel“ trat nun mit „Schnaps im Silbersee“ gleich im Zwillings-Duett mit Adran und Melvin Haack auf. Statt Liebelei nun politischer Wortwitz – gewidmet einer emporstrebenden Partei, die von Gott in gütiger Weise in ihre Schranken gewiesen wird, der da vom Himmel spricht: „An den guten Kern in dir hab ich immer geglaubt, aber ich liebe Christen, Moslems und Juden und auf das, was ihr redet, hab ich nur eine Antwort: die Alternative für Dummheit ist Liebe!“ Dafür gab es donnernden Applaus. Insgesamt neun Liedermacher gaben ihre inspirierenden Songs locker und voller Esprit einem begeisterten Publikum an diesem Abend mit auf den Weg.

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