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Konzert
Leben, Liebe, Reim

Stephanie Lubasch / 23.07.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 23.07.2018, 11:53
Müllrose (MOZ) Große Reden sind seine Sache nicht: Wenn Matthias Reim die Bühne betritt, wird nicht lang gequatscht, sondern erst einmal ordentlich in die Seiten der E-Gitarre gegriffen. „Ich bin nicht verliebt“, behauptet der Schlagerstar im ersten Song, den er, begleitet von seiner sechsköpfigen Band und zwei Backgroundsängern, am Samstagabend auf dem Gelände der Oderland-Mühlenwerke in Müllrose (Oder-Spree) anstimmt, um gleich darauf nachzuschieben: „Ich hab’ geträumt von dir“. Erst nach „Deine Liebe“ vom Album „Sieben Leben“ (2010) gibt’s ein erstes musikalisches Verschnaufen.

"Verdammt ich lieb dich..." ja er hat es gesungen. Ganz Ende des Konzerts am Müllroser See - Matthias Reim. Hunderte Fans waren hin und weg von der Musik.
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Matthias-Reim-Konzert in Müllrose

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„Wenn ich gewusst hätte, wie schön es hier ist, wäre ich schon gestern Abend gekommen“, behauptet Reim treuherzig. Statt sich ein Boot zu mieten und über den Müllroser See zu schippern, bleibt ihm nun nur die Bühnenreise durch „einige Jahrzehnte pure Männlichkeit“. Für die etwa 2900 Fans auf dem nicht ganz ausverkauften Mühlenwerk-Hof eindeutig die bessere Wahl. Von Beginn an schmettern sie textstark jeden der am Ende knapp 30 Titel mit, tanzen allein oder nutzen mit einem Partner freie Flächen für einen spontanen Disco-Fox. Dass es den Raum dafür gibt, ist Absicht: Nach den 6000 Zuschauern, die die Location im vergangenen Jahr erstmals für ein Roland-Kaiser-Konzert entern durften, sind die Veranstalter um Marc Wiedemann, den Geschäftsführer der MW-Sport GmbH, auf die Karten-Bremse gegangen. Der Stimmung tut das keinen Abbruch – im Gegenteil: mehr Platz, mehr Party.

Unglaubliche 18 Studioalben hat Reim bislang veröffentlicht, die jüngste  CD, „Meteor“, ist im Frühjahr dieses Jahres erschienen. Als erste Kostprobe daraus serviert der Sänger an diesem Abend den Titeltrack, bevor er mit „Ganz egal“ die erste Ballade des Konzertes anstimmt.

Er glaube noch an die Liebe, sagt der Vater von sechs Kindern, der bereits drei Mal verheiratet war. Und so drehen sich seine Lieder auch vor allem um das Thema Nummer eins, um Sehnsucht, Betrug und Neuanfang, um den „Himmel voller Geigen“ ebenso wie die „Letzte Chance“.

Dass sich die Songs des 60-Jährigen, der in Müllrose wie gewohnt braungebrannt, in Jeans und Muskel-Shirt aufläuft, seit seinem Durchbruch mit dem Album „Reim“ 1990 kaum verändert haben: geschenkt. Dafür begeistert der Schlagersänger mit Rocker-Attitüde, der seine Karriere einst als Komponist für Roberto Blanco, Jürgen Drews und Tina York begann, das Publikum als softer Rebell, dem das Leben nicht immer zu seinem Vorteil mitgespielt hat.

Nach gut zwei, von einer 20-minütigen Pause unterbrochenen Stunden fällt dann erstmals der Vorhang, bevor sich die Fans, die auch vor dem Gelände auf Bordsteinen und den Balkonen der umliegenden Häuser feiern, eine Handvoll Zugaben erjubeln. Und dann, nach Songs aus knapp drei Jahrzehnten, kommt es, das Lied, auf das sie alle hier gewartet haben – Reims Überhit: „Verdammt ich lieb’ dich“. Mehr kann man von so einem Abend nicht wollen.

Weitere Konzerte: 28.7., Freilichtbühne Familiengarten Eberswalde, 25.8., Schloss Oranienburg, MOZ-Ticketservice 0335 66599558

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