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Naturfreunde pflegten am Wochenende Pflanzen im Biesenthaler Becken

Umwelt-Einsatz
Blühende Orchideen auf der Feuchtwiese

Angela Kowalick / 24.07.2018, 06:00 Uhr
Biesenthal Regelmäßig lädt der NABU Barnim zu interessanten Veranstaltungen oder freiwilligen Arbeitseinsätzen ein. Stets geht es um den Naturschutz im Barnim. Mal werden Krötenzäune aufgestellt, mal wandert man durch die Landschaft und erfährt viel Lehrreiches. Am Samstagvormittag fanden sich sieben Naturfreunde zusammen, um eine Orchideenwiese im Biesenthaler Becken zu pflegen.

Diese Wiese ist ein kleines Fleckchen Erde, das abseits des gut frequentierten Berlin-Usedom-Radwegs liegt. „Wenn die Wiese in voller Blüte steht, bekommen Botaniker hier feuchte Augen,“ erklärt Andreas Krone vom NABU schmunzelnd – und auch ein bisschen stolz, denn die Artenvielfalt auf dieser Wiese macht sie so selten und wertvoll. Neben unzähligen Pflanzenarten, die sich dem feuchten, moornahen Standort angepasst haben, finden sich hier auch zahlreiche Insekten wie die Zebraspinne, die sogar Grashüpfer auf ihrem Speiseplan hat. Das besondere an dieser Feuchtwiese sind aber die drei heimischen Orchideenarten, die hier wachsen. Rund 400 Stück des Breitblättrigen Knabenkrauts, 50 Sumpfsitter und 50 Stück vom Großen Zweiblatt hat Michael Schünemann von der Naturwacht Barnim in diesem Sommer hier gezählt. Das sogenannte Orchideen-Monitoring übernimmt die Naturwacht auch an allen anderen Orchideenstandorten im Barnim. Rund 20 Arten gibt es in Brandenburg. Die meisten sind entweder vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

Die heimischen Orchideen sind selten geworden, weil es kaum noch extensiv genutzte, ungedüngte Feuchtwiesen gibt, auf denen sie gedeihen können. Damit die drei im Biesenthaler Becken angesiedelten Arten auch in Zukunft gut wachsen, muss die Wiese zweimal jährlich gemäht werden. „Sonst wächst die Wiese erst mit Schilf und dann mit Bäumen zu,“ erklärt Andreas Krone. Die vielen, kleinen bunt blühenden Pflanzen würden verdrängt werden.

Bereits am Donnerstag hatten NABU-Mitarbeiter die Wiese daher mit kleinem Gerät gemäht. Die übrigen Flächen des Biesenthaler Beckens sind mit schwereren Maschinen befahrbar und werden daher von Landwirten gepflegt. Die Orchideenwiese hingegen erfordert Handarbeit. Einige Blühstreifen stehen nun noch auf der Orchideenwiese. Andreas Krone zeigte Fruchtstände der verblühten Orchideen.

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