Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Prävention
Waldbrandschutz wird gestärkt

Mit betagtem Tatra-Tanker: Die Lieberoser Feuerwehr kühlt und befeuchtet eine Waldkante in der Lieberoser Heide.
Mit betagtem Tatra-Tanker: Die Lieberoser Feuerwehr kühlt und befeuchtet eine Waldkante in der Lieberoser Heide. © Foto: Jörg Kühl
Jörg Kühl / 25.07.2018, 06:15 Uhr - Aktualisiert 25.07.2018, 07:19
Lieberose (MOZ)

Bei einem der größten Waldbrände der vergangenen Jahre brannten insgesamt rund 230 Hektar im Wildnisgebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg stärkt die Kooperation mit Feuerwehr und Forstverwaltung zur Prävention.

Unter anderem war ein Hubschrauber bei einem Großbrand in der Lieberoser Heide im Einsatz.
Bilderstrecke

Großbrand in Lieberoser Heide

Bilderstrecke öffnen

Die Stiftung Naturlandschaften  will die Zusammenarbeit mit den örtlichen und überörtlichen Feuerwehrkräften sowie der Forstverwaltung ausbauen. Dies gibt die Stiftung zwei Woche nach der Beendigung zweier großflächiger Waldbrände auf Flächen der Stiftung in der Lieberoser Heide bekannt. In Planung sind beispielsweise die Ausweitung der Waldbrandschutzstreifen, die Anlage von Tiefbrunnen zur standortnahen Löschwasserentnahme sowie die Aktualisierung des aktuellen Waldbrandschutzplanes.

Die Natur sei unterdessen bereits dabei, die Flächen wieder mit Leben zu füllen. Wenige Stunden nach dem Brand waren laut Stiftung Kraniche in der Fläche unterwegs, um vor dem Feuer fliehende Heuschrecken zu erbeuten. Weiterhin zogen zahlreiche Käfer in die angekohlten Rinden der Bäume ein, deren Larven sich auch nur dort entwickeln können. Bereits jetzt fänden sich frisches Grün auf der Brandfläche,  erste Gräser und Farne bahnten sich ihren Weg. Die alsbald folgenden Neuaustriebe von Birken, Eichen und Besenheiden seien unter anderem für Rehe und Rotwild eine beliebte Nahrungsquelle.

Am 5. Juli war aus unbekannter Ursache ein Großfeuer im Totalreservat und Wildnisgebiet Lieberose ausgebrochen. Schnell breitete sich das Feuer aufgrund der großen Trockenheit aus, sodass insgesamt 175 Hektar, vor allem lockere Wald- und Heideflächen, in Flammen standen. Die Flächen sind im Besitz des Landesbetriebes Forst Brandenburg und der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und sind der Natur im Rahmen der gemeinsamen Wald-Wildnis-Strategie zur freien Entwicklung überlassen.

Am 8. Juli brach ein zweiter Brand auf weiteren etwa 55 Hektar, angrenzend zur ersten Brandstelle, aus. Angesichts der wachsenden Ausdehnung wurden unverzüglich umfassende Löscharbeiten eingeleitet. Feuerwehr, Bundespolizei und Bundeswehr waren im Einsatz, besonders zielführend war der Einsatz von Löschhubschraubern. In der Nacht zum 10. Juli konnte der Brand erfolgreich gelöscht werden, wobei auch einsetzender Regen mithalf, die Situation endgültig unter Kontrolle zu bringen. Im Anschluss wurde die Fläche an die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg zur Brandwache übergeben.

„Durch die zeitnahe Aufeinanderfolge und das Ausmaß der Brände war sofortiger Handlungsbedarf gegeben. Wir danken allen Einsatzkräften für das schnelle und umsichtige Handeln. Die natürliche Regeneration wird die Brandflächen schnell wieder ergrünen lassen.“, sagt Andreas Meißner, Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. „In dieser Situation wurde die sehr gute Kooperation zwischen Feuerwehr, Landesbetrieb Forst Brandenburg sowie den weiteren Akteuren mit der Stiftung deutlich.“ Die Ursache der beiden Großbrände wird derzeit noch untersucht.

Wildnis-Stiftung

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg ist eine der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland. Stifter sind das Land Brandenburg, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Naturschutzbund Deutschland, die Umweltstiftung WWF Deutschland, der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung und eine Privatperson. Die Stiftung besitzt und verwaltet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose 3100 Hektar Fläche. Lieberoser Büro: Schlosshof 1, Tel. 033671 32788.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG