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Fichtenwalde
Lange Staus: Kampf gegen Feuersbrunst bei Potsdam

Ein Wasserwerfer der Polizei löscht am Rande eines Waldgebietes auf der Autobahn.
Ein Wasserwerfer der Polizei löscht am Rande eines Waldgebietes auf der Autobahn. © Foto: dpa/Christian Pörschmann
Dietrich Schröder / 27.07.2018, 16:01 Uhr - Aktualisiert 27.07.2018, 17:50
Potsdam (MOZ) Dank Hunderter Kräfte von Feuerwehren, Landes- und Bundespolizei, THW und Katastrophenschutz konnte der Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam in der Nacht zum Freitag relativ rasch bekämpft werden. Gegen die Staus, die durch die Sperrung der Autobahnen entstanden, konnten die Helfer freilich wenig tun. 

„Die Gefahr ist erst mal gebannt.“ Das war die wichtigste Botschaft, die der Vize-Landrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein (CDU), am Freitagmorgen verkünden konnte. Feuerwehrleute hatten  die ganze Nacht darum gekämpft, dass sich die Flammen nicht in Richtung des Ortes Fichtenwalde ausbreiteten,  dessen Evakuierung noch am Donnerstagabend im Gespräch war. „Die Jungs haben toll gearbeitet“, sagte eine dankbare Anwohnerin, die wie viele den Helfern etwas zu Essen brachte. 

Die Helfer stellten sich auf einen langen Einsatz ein. „Die Brandbekämpfung wird sicherlich noch einige Tage dauern, da brennender Waldboden noch lange glimmt“, sagte Landkreis-Sprecherin Andrea Metzler. Man hoffe jetzt auf wenig Wind - „und natürlich einen kräftigen Gewitterguss“. Der ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes aber wenig wahrscheinlich.

Der Waldbrand in Fichtenwalde, einem Ortsteil der Spargelstadt Beelitz (Potsdam-Mittelmark), führte auch am Freitag zu massiven Staus. Am Freitag waren noch die A9 vom Dreieck Potsdam in Richtung Süden und ein Abschnitt der A10 gesperrt, wie die Polizei mitteilte.

 

„Eine Besonderheit bestand darin, dass schon am Abend Detonationen zu hören waren, die auf Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg hindeuteten.“ Das berichtet der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker, der als Teil des Krisenstabs mit vor Ort war.Wegen der Explosionsgefahr konnten die Flammen nur aus sicherer Entfernung eingedämmt werden. Dafür wurde unter anderem mit einem Schaumteppich eine Barriere entlang des Europa-Radweges hergestellt. Tatsächlich fand ein Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes dann am Freitagmorgen auf bereits gelöschtem Gebiet eine Panzersprenggranate. „Im Frühjahr 1945 hatten sich Teile der Wehrmacht aus dem Kessel von Halbe wohl genau über dieses Gebiet vor der Roten Armee zurückgezogen“, mutmaßt Decker.

In der Nähe des Autobahndreiecks Potsdam sind am Donnerstag rund 90 Hektar Kiefernwald in Flammen aufgegangen.
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Großbrand an der Autobahn

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Die Feuerwehreinheit aus dem Landkreis Potsdam-Mitttelmark, die als erste ausgerückt war, wurde am Donnerstagabend von der aus dem Havelland, dann am Freitag zunächst von der aus dem Landkreis Dahme-Spree und später von der aus Oberhavel abgelöst. Für Freitagabend war der Einsatz der Truppe aus Märkisch-Oderland angekündigt. „Je nachdem, wie lange das Feuer noch glüht und die Gefahr besteht, dass es wieder auflodert, werden diese Wechsel am Wochenende weitergehen“, kündigte Decker an.

Schon am Freitagnachmittag konnte man aber sagen, „dass sich die Leute vom Brandenburger Katastrophenschutz wieder als verschworene und leistungsstarke Gemeinschaft bewährt haben“, hob Decker hervor. Das sei aber auch schon bei früheren Einsätzen der Fall gewesen. „Auch den Bewohnern von Fichtenwalde muss man ein Kompliment machen  – sie zeigten trotz der Gefahr Ruhe und Disziplin pur“, meinte Decker.

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