Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fußball
Hitziges Duell zwischen Fußballwelten

Ein spannenden Freundschaftsspiel zwischen Turbine Potsdam und dem SV Dallgow 47 entschieden die „Turbinen“ am Ende mit 4:3 für sich.
Ein spannenden Freundschaftsspiel zwischen Turbine Potsdam und dem SV Dallgow 47 entschieden die „Turbinen“ am Ende mit 4:3 für sich. © Foto: Jan Kuipers
Jan Kuipers / 30.07.2018, 09:16 Uhr
Dallgow-Döberitz Für die Männer des SV Dallgow war es das „Spiel des Jahres“, für den Verein ein Großevent und auch die Profis aus Potsdam ließ dieses besondere Spiel nicht kalt. Das war auch gar nicht möglich. Bei Temperaturen weit über 30 Grad auf dem Sportplatz an der Charlottenstraße kamen alle Beteiligten ordentlich ins Schwitzen.

Doch war es weniger die Wärme, sondern vielmehr die Spielansetzung, die Dallgow einen außergewöhnlichen Fußballnachmittag bescherte. Der 1.FFC Turbine Potsdam war zu einem ungewöhnlichen Freundschaftsspiel zu Gast. Frauen gegen Männer in einem Fußballspiel, ein seltenes Kräftemessen, dass durch den Klassenunterschied Kreisoberliga gegen Bundesliga zusätzlich Spannung bot. Dabei waren es die Bundesligaspielerinnen, die den Männern ordentlich einheizten.

Vor 482 Zuschauern lief das namenhafte Frauenfußballteam am Samstag auf, darunter auch die Bürgermeister von Dallgow und Brieselang. Über persönliche Bekanntschaft eines Vereinsmitglieds entstand der Kontakt zum mehrfachen Deutschen Meister, der sich vor der Abfahrt ins Trainingslager dieser ganz besonderen Herausforderung stellte.

Auf dem Platz machten die Dallgower trotz körperlicher Zurückhaltung, die der Trainer der Gäste aufgrund der in diesem Punkt unterlegenen Frauen und im Hinblick auf mögliche Verletzungen erbat, eine gute Figur. Obwohl die Potsdamer das Spiel kontrollierten, hatten die Gastgeber mit einem Lattentreffer die erste große Torchance. Das wollten die „Turbinen“ merklich nicht auf sich sitzen lassen und nutzten zunehmend ihre spielerische Klasse aus.

Nach einem Ballverlust vor dem eigenen Strafraum passierte es dann: in der 23. Minute schob die Slowenin Laura Prašnikar souverän zum 0:1 für Turbine ein. Drei Minuten später folgte dann auf eine schöne Kombination das 0:2 durch Nationalspielerin Bianca Schmidt. Doch auch das Spiel des sechsmaligen Meisters war nicht ohne Fehler und so nutzte Dallgow einen gegnerischen Fehlpass aus und erzielte in der 32. Minute durch Nils Pinkert den Anschlusstreffer. Die darauffolgende Potsdamer Druckphase überstand die Mannschaft von Trainer Fredy Lange und konnte kurz vor der Pause sogar noch zum 2:2 ausgleichen. Nach einer abgewehrten Ecke schnappte sich Lars Steffens den Ball und überwand Torhüterin Vanessa Fischer mit einem sehenswerten Fernschuss.

Zur Pause herrschte durchaus Zufriedenheit an der Charlottenstraße, hatte man doch einen deutlichen Rückstand gegen ein spielerisch überlegenes Team aufholen können. Auch Jürgen Hemberger, Bürgermeister von Dallgow-Döberitz, zeigte sich sichtlich zufrieden und versuchte sich als Fußballanalyst. „Die Mädels spielen technisch-taktisch hervorragend. Mit dem Ergebnis bin ich natürlich bisher sehr zufrieden.“ Doch ein Fußballspiel dauert bekanntlich 90 Minuten und so verfolgten die Zuschauer, gestärkt mit Grillgut und Kaltgetränken durch die Ehrenamtlichen des SV Dallgow, eine spannende zweite Halbzeit.

Hier konnte Turbine seine Torchancen zunächst nicht zu nutzen. Das bestrafte in der 59. Minute erneut Lars Steffens, der Dallgow per Foulelfmeter in Führung brachte. Trotz brütender Hitze und spielerischer Überlegenheit der Frauen gaben die Dallgower zunächst nicht nach und konnten den Gegner auch selbst immer wieder unter Druck setzen. Doch als sich das Spiel dem Ende zuneigte, schwanden zunehmend die Kräfte, dadurch kam Turbine zu immer mehr Möglichkeiten.

So musste Dallgows zur Halbzeit eingewechselter Torwart Lennart Von-Alm seine Qualitäten unter Beweis stellen. 13 Minuten vor Spielende entschärfte er gleich drei aufeinander folgende Großchancen der Gäste. Die Dallgower Entlastungsangriffe brachten gegen Ende des Spiels nichts mehr ein und Turbine drückte immer mehr auf den Ausgleich, um gegen die männlichen Amateure nicht als Verliererinnen vom Platz zu gehen. Der gelang jedoch erst in der 85. Minute, als Standardexpertin Felicitas Rauch einen fragwürdigen Foulelfmeter souverän verwandelte. Kurze Zeit später gelang dann sogar noch der Siegtreffer durch Laura Prašnika, die ihr zweites Tor erzielte.

So nahm der Nachmittag für alle Beteiligten ein versöhnliches Ende. Beide Trainer zogen nach dem Spiel ein positives Fazit. „Wir haben sehr gute Ansätze gesehen, an denen wir in der weiteren Vorbereitung arbeiten werden. Zum Schluss waren wir physisch überlegen, aber wir gucken in erster Linie auf unser Spiel.“, so Trainer Matthias Rudolph zum Spiel seiner Frauen. Der Trainer der Gastgeber bedauerte, das Spiel hergegeben zu haben, seine Mannschaft hätte jedoch die jungen Spieler gut integriert. Nach dem Spiel wurden dann persönliche Kontakte gepflegt und auch das eine oder andere Autogramm ließ sich von den Topspielerinnen von Turbine Potsdam ergattern.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG