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MOZ-Serie zur Galopprennbahn Hoppegarten, die dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert / Teil XI

Galopprennbahn
Perfektes Rennsystem für alle Altersklassen

Beim Großen Preis von Berlin: So viele Zuschauer wünscht sich jeder Veranstalter von Galopprennen.
Beim Großen Preis von Berlin: So viele Zuschauer wünscht sich jeder Veranstalter von Galopprennen. © Foto: Frank Sorge
Jens Sorge / 04.08.2018, 06:00 Uhr
Hoppegarten Vor 150 Jahren wurde die Rennbahn Hoppe-garten eröffnet. Die Märkische Oderzeitung blickt in einer Serie auf die Entwicklung zurück. Heute: Immer mehr Vollblutgestüte züchten Klassepferde.

Im Laufe der Jahre erweiterte und ergänzte der Union-Klub das Programm der bedeutenden Rennen als Auslese für die Zucht. Nach dem Silbernen Pferd (1832), dieser Traditionstitel erfährt als Gruppen-Rennen beim Saisonfinale am 7. Oktober 2018 seine Wiedergeburt, und dem Union-Rennen (1834), in Köln noch heute unverändert die wichtigste Derbyvorprüfung, bildete das Ratibor-Rennen ab 1876 den Auftakt zu den unter klassischen Bedingungen entschiedenen Prüfungen für den jüngsten Jahrgang. 1857 entstand die Stutenprüfung um den Preis der Diana. Zusammen mit vier weiteren Rennen bildet sie das Kernstück eines jeden Rennjahres des klassischen Programms der dreijährigen Pferde. Die 160. Auflage wird Sonntag in Düsseldorf entschieden. Mit 500 000 Euro ist der Preis der Diana das nach dem Derby wertvollste Galopprennen hierzulande. Herausragend ist der im Jahre 1888 geschaffene Große Preis von Berlin als wertvollste Jahrgangs-Vergleichsprüfung für dreijährige und ältere Pferde. Am 12. August ist dieses Toprennen der absolute Jahreshöhepunkt in Hoppegarten.

Das große Ziel des Union-Klubs: Auf einer möglichst fairen und vollkommenen Bahn in technisch einwandfreier Weise Rennen zu veranstalten, deren Ergebnisse weitestgehend Rückschlüsse auf die Leistung und Zuchtqualität des Pferdes zulassen. Dabei schwankte die Zahl der Renntage je nach wirtschaftlicher und politischer Lage im Land. Ab 1868 gab es acht bis zehn Renntage im Jahr, ab 1890 bereits 20 Renntage, bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg sogar bis 24. In der DDR waren es jährlich 22. Die Zahl der im Training befindlichen Pferde erreichte bis 1914 ihren höchsten Stand von 1500. 1927 waren es 1200, während es 1938 in Hoppegarten nur noch 600 Rennpferde waren, die Hälfte des gesamten deutschen Bestandes.

Für den Aufschwung und das hohe Niveau der deutschen Vollblutzucht sorgten die großen Gestüte. Zahlreiche Klassepferde aus bodenständigen Zuchten wie Graditz (gegründet 1866), Schlenderhan (1869), Haniel (1891), Weil (1893), Waldfried (1896), Ravensberg (1907) und Mydlinghoven (1912) prägten bis 1944 die Szene, auf deren Stutenfamilien man noch heute stolz sein kann. Zuchtstätten wie Ebbesloh und Röttgen (1922), Erlenhof (1901) sowie Zoppenbroich (1923), wurden wesentlich auf dem Blut der alten Zuchten aufgebaut.

Einen gewaltigen Einfluss auf die deutsche Vollblutzucht nahm der im Juni 1913 aus England importierte Klassehengst Dark Ronald. Er geht in 10. Generation auf den ungeschlagenen Eclipse zurück und kostete sagenhafte 500 000 Goldmark, erwies sich jedoch als der beste Pferdekauf aller Zeiten und avancierte zu einer Säule der deutschen Pferdezucht. (sor)

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