Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Robert Harting im Diskusfinale, sein Bruder und Olympiasieger Christoph scheitert in der Qualifikation

Leichtathlletik-EM
Geplatztes Bruderduell

Und raus bist du! Diskuswerfer Christoph Harting verabschiedet sich vom Berliner Publikum.
Und raus bist du! Diskuswerfer Christoph Harting verabschiedet sich vom Berliner Publikum. © Foto: dpa/Sven Hoppe
Uwe Wuttke / 08.08.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 08.08.2018, 12:31
Berlin (MOZ) Und plötzlich ist es nur noch einer. Mit drei deutschen Medaillenkandidaten startet die Diskuswurf-Qualifikation. Aber nur Robert Harting schafft es ins Finale. Sein Bruder Christoph und Daniel Jasinski scheiden überraschend aus.

Es sollte wieder ein großes Bruderduell werden im Berliner Olympiastadion zwischen den beiden Diskus-Olympiasiegern Robert und Christoph Harting. Doch das ist geplatzt, weil Letzterer den Sprung ins Finale ohne gültigen Versuch in der Qualifikation am Dienstagmorgen verpasste. Robert darf nach63,29 Metern in seinem Wohnzimmer Olympiastadion weiter um seinen Medaillentraum bei seiner letzten großen Meisterschaft kämpfen.

Es wird nun heute Abend ganz sicher ein echtes Happening für die momentane Lichtgestalt der deutschen Leichtathletik, die ja auch von der Fassade eines Hochhauses in der Berliner City West glänzt. An der Stätte, an der Robert Harting 2009 mit dem WM-Sieg seine beeindruckende Karriere als Olympiasieger 2012, dreifacher Welt- und zweifacher Europameister begann, wird sich für ihn der Kreis schließen.

Eine Medaille dabei zu gewinnen, dürfte aber schwer werden, denn die Weite von 63,29 Metern reichte in der Qualifikation, in der die beiden Schweden Daniel Stahl (67,07) und Simon Pettersson (64,82) die Besten waren, nur zu Platz 7. Doch der Berliner hat diesen Traum nicht aufgegeben, obwohl er mit der Probe nicht zufrieden war. „Die Würfe waren alle ein bisschen zu brav, ein bisschen zu viel wie ein Trainingswurf“, erklärte der Publikumsliebling.

Um sein Ziel zu erreichen,  quälte sich Robert Harting im Training trotz einer Knieverletzung, die eine optimale Vorbereitung auf die EM kaum zuließ. Auch im Vorfeld des Wettkampfes behinderte ihn das. „Ich habe meinen Wecker auf 6.01 Uhr gestellt, Punkt 6 Uhr war mir zu früh“, scherzte der Schützling von Trainer Marko Badura. Als er dann ins Stadion kam, gefeiert von den Zuschauern, war alles vergessen. „Es war aufbauend, sonst ist man immer so nervös, aber wenn man hier reinkommt, ist man glücklich“, schilderte er. „Ich hoffe, das hilft mir Mittwoch auch noch für ein, zwei Meter.“ Ob es dann für eine Medaille reicht, wird sich zeigen.

Edelmetall im Blick hatten auch die beiden anderen deutschen Werfer. Während der Routinier sich souverän ins Finale warf, schied der Rio-Olympiasieger Christoph Harting nach drei völlig verkorksten Würfen sang- und klanglos aus. Anschließend zeigte sich der 2,07-Meter-Hüne völlig fassungslos. „Ich kann es mir nicht erklären. Ich war in guter Form, der Bewegungsablauf hat gestimmt, aber der Abwurf nicht“, erklärte der gebürtige Cottbuser. Eine erste Erklärung hatte Trainer Torsten Lönnfors parat, nachdem es seinem Schützling dreimal nicht gelang, den Diskus überhaupt in den Wurfsektor zu bringen, dreimal touchierte er das Wurfnetz. „Er hat dreimal denselben Fehler gemacht, den Diskus zu früh abgeworfen.“

Und das machte Christoph Harting wütend. „63 Meter werfe ich auch aus dem Stand – darum geht’s nicht. Es ist einfach das Problem, das nicht abrufen zu können. Ich stand da mit einer Riesen-Waffe, aber ohne Munition.“ Eine Frage zur WM 2019 in Katar wies er brüsk zurück und entschwand in den Katakom-ben.

Das Schockerlebnis konnte er indes mit dem dritten Deutschen  Daniel Jasinski teilen. Der Olympiadritte von Rio schaffte immerhin eine Weite von 60,10 Metern, die aber nur zu Platz 19 reichte. „Im Training hat alles geklappt. Ich bin am Boden zerstört“, sagte der Wattenscheider.

Zum Auftakt der Leichtathletik-EM gab Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer Michael Schulte 50 Athleten ein Motivierungsschub. Er sang für sie seinen Song „Let me walk alone“ hinter den Kulissen des Olympiastadions.

Video

Michael Schulte singt für 50 Athleten

Videothek öffnen

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG