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Die anhaltende Hitze wirkt sich auf die Qualität der Badegewässer aus / Die meisten sind im Kreis aber in Ordnung

Hitzefolgen
Blaualgen und Zerkarien-Verdacht

Betrieb am Badestrand: An heißen Tagen herrscht an den Badeseen im Landkreis, wie hier am am Hohenjesarschen See in Alt Zeschdorf, Hochbetrieb.  Mit seiner guten Wasserqualität, warmen 26 Grad Wassertemperatur und einer Sichttiefe von 1,50 Metern zieht der See in Alt Zeschdorf bis zu 300 Badegäste pro Tag an.
Betrieb am Badestrand: An heißen Tagen herrscht an den Badeseen im Landkreis, wie hier am am Hohenjesarschen See in Alt Zeschdorf, Hochbetrieb.  Mit seiner guten Wasserqualität, warmen 26 Grad Wassertemperatur und einer Sichttiefe von 1,50 Metern zieht der See in Alt Zeschdorf bis zu 300 Badegäste pro Tag an. © Foto: Matthias Lubisch
Ines Weber-Rath / 10.08.2018, 06:00 Uhr
Seelow (MOZ) Die Hitzewelle fordert ihren Tribut, was die Qualität der Badegewässer in Märkisch-Oderland betrifft. Das geht aus der aktuellen Information des Gesundheitsamtes des Landkreises hervor. Neben geringeren Sichttiefen gibt es erste Fälle von Blaualgen und den Verdacht auf Badedermatitis auslösende Zerkarien.

Die Warnhinweise an die Amtsverwaltungen Lebus, Seelow-Land und Golzow sowie die Stadt Bad Freienwalde sind raus gegangen: An der Badestelle an der Alten Oder in Lebus haben die Kontrolleure aus dem Kreis-Gesundheitsamt am 31. Juli erstmals Blaualgen festgestellt. Nachkontrollen am 6. und 8. August haben den Befund bestätigt. Ein Warnhinweis und Informationen sind angebracht.  Die Untersuchung auf Toxine, von den Algen gebildete Giftstoffe, laufe noch. Ist sie positiv, „würden wir das Baden nicht empfehlen“, sagt André Riffer.

Der Fachdienstleiter Hygiene und Umweltmedizin und seine Mitstreiter haben seit Anfang Mai schon 213 Wasserproben an den 53 Badestellen entnommen, die in den diesjährigen Badegewässer-Probenplan aufgenommen worden sind. Darunter sind 20 Badestellen, die der Brandenburgischen Badegewässerverordnung entsprechen: An ihnen badet „regelmäßig eine größere Anzahl Menschen“.

„Wir machen mehr, als wir müssen“, betont André Riffer, vor allem mit Blick aufs dünn besiedelte Oderbruch. Auch dort hätten die Menschen ein Recht darauf zu wissen, in welchem Zustand ihre Badegewässer sind, meint des Fachdienstleiter.

Die Liste der zu beprobenden Gewässer wird in Absprache mit den Stadt- und Amtsverwaltungen aktualisiert. Während der Krumme See in Marxdorf zum Beispiel als Badegewässer an Bedeutung verloren und infolgedessen von der so genannten EU-Badestelle zur normalen abgestuft worden ist, bekam der Große Trepliner See an der B5 ein „upgrade“: Nachdem die Badestelle dort ausgebaut wurde und sich wachsender Beliebtheit erfreut, wurde sie in die Liste des Landes aufgenommen.

Das bedeutet nicht nur, dass in etwas kürzerem Turnus als die üblichen vier Wochen kontrolliert wird. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind auch im Internet unter badestellen.brandenburg.de einsehbar und auf Infotafeln an den 20 Badestellen per QR-Code abzulesen. „Unsere 20 Badegewässer dieser Kategorie haben alle die maximalen drei Sterne, also eine sehr gute Qualität“, resümiert André Riffer.

Der Blick in die aktuelle Badegewässer-Information zeigt weiter: Die Kurzbewertung „Sichttiefe zu beanstanden!“ ist häufiger geworden. Betroffen sind der Bleyener Bruchsee, die Alte Oder in Sydowswiese, der Große Raaksee in Neuentempel, der Schaafsee im Lietzener Vorwerk und auch der Diedersdorfer Weinbergsee. Für den Buckowsee, an dem die Mutter-Kind-Klinik liegt und an dem Anfang Juli die Sichttiefe unter die kritische Marke von einem Meter gesunken war, haben Nachkontrollen Verbesserungen, also Entwarnung ergeben.

„Ab nur einem Meter Sichttiefe wird’s gefährlich“, sagt Riffer. Allerdings noch nicht direkt für die Badenden, sondern vor allem für Rettungskräfte, die bei einem möglichen Badeunfall suchen müssten. Für die Warnhinweise sind in diesem Fall die Ordnungsämter zuständig. Ab etwa einem halben Meter Sichttiefe – „da steht man knietief im Wasser und sieht seine Füße nicht mehr“, gibt der Experte eine Richtschnur – und wenn Schlieren, Aufflockungen und Anschwemmungen am Ufer zu sehen sind, „sollte man keine Kinder mehr ins Wasser lassen“, rät André Riffer. Das sind Anzeichen von abgestorbenen Algen.

Auf ein neues Problem im Zusammenhang mit den Badegewässern sind die Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamtes nicht durch ihre Kontrollen, sondern durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam gemacht worden: „Die Zerkarien vermehren sich bei der Hitze besonders stark“, so Riffer. Die kleinen Würmer befallen üblicherweise Wassergeflügel. Beim Menschen kann der Kontakt mit ihnen eine so genannte Badedermatitis, einen Ausschlag auslösen.

Der Verdacht auf die schwer nachweisbare Badedermatitis trat bei Badenden im Kleinen Krebssee in Altglietzen auf. Inzwischen sind Warnhinweise an der Badestelle aufgestellt. „Gefährlich ist das nicht. Und der Ausschlag geht auch relativ schnell wieder weg“, beruhigt André Riffer. Eine  Badedermatitis äußert sich in juckenden roten Quaddeln.

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