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zur Währungsschwäche
Gefahr für Europa

Gerd Hoehler
Gerd Hoehler © Foto: Dirk Hoppe
Meinung
Gerd Höhler / 10.08.2018, 19:32 Uhr
Istanbul Die türkische Lira erlebt einen beispiellosen Absturz. Allein am Freitag hat sie zeitweilig fast ein Fünftel ihres Außenwerts verloren. Ausländische Urlauber mag das freuen. Bekamen sie im vergangenen Sommer noch vier Lira für einen Euro, waren es am Freitag erstmals mehr als sieben Lira.

Für Europa birgt diese Entwicklung aber erhebliche Gefahren. Aus der Währungsschwäche könnte schnell eine Bankenkrise werden. Das beträfe auch spanische, französische, italienische und deutsche Kreditinstitute. Kommt es zu einem Crash, wären 6500 deutsche Firmen betroffen, die sich im Land angesiedelt haben.

Eine Rezession in der Türkei wäre für Europa wirtschaftlich trotzdem zu verkraften. Aber politisch ist die Entwicklung viel alarmierender. Die Türkei ist für EU und Nato ein Anker an der Schwelle zum unruhigen Nahen Osten. Doch ein Land, das ins wirtschaftliche Chaos stürzt, kann seine Rolle als Sicherheitspartner nicht wahrnehmen. Deshalb muss dem Westen an Stabilität gelegen sein. Die Türkei könnte bald den Internationalen Währungsfonds um Hilfe anrufen müssen. Sich dessen Spardiktat zu unterwerfen, passt sicher nicht zu den Allmachtsfantasien von Präsident Erdogan. Er könnte aber am Ende keine andere Wahl haben.

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Paul Müller 11.08.2018 - 02:10:12

„Sie haben den Dollar, wir haben Allah“ meint Erdo :) ...

... das freut mich für Recep. Ob er allerdings schon seinem eigenen Aufruf folge leistete und das eigene Auslandsvermögen in die türkische Lira tauschte ? Herr Özil wird vermutlich schon in der Bank stehen und sein gesamtes Vermögen umschichten :) naja, immerhin hat Recep jetzt die Möglichkeit jeden Türken zum Millionär zu machen ...

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