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Fußball-Oberligist FC Strausberg schlägt vor 220 Zuschauern Blau-Weiß Berlin verdient mit 2:0

Fußball
Mal eben 860 Kilometer zum Spiel

Ausgespielt: Tino Istvanic beim 2:0 gegen Blau-Weiß-Torhüter Kilian Puschke.
Ausgespielt: Tino Istvanic beim 2:0 gegen Blau-Weiß-Torhüter Kilian Puschke. © Foto: Edgar Nemschok
Edgar Nemschok / 14.08.2018, 04:45 Uhr
(MOZ) Fußball-Oberligist FC Strausberg hat sein erstes Heimspiel der neuen Saison mit 2:0 gewonnen. Die Fußballer von Trainer Christof Reimann boten ein klasse Spiel und konnten einen Großen der Liga bezwingen. Mit zwei Siegen kann der Start in die neue Saison als überaus gelungen bezeichnet werden.

Es ist wirklich erstaunlich: Da kommt mit Blau-Weiß Berlin eine der Mannschaften nach Strausberg, die von vielen Fußballkennern zu den Topfavoriten der Liga gezählt wird. Da muss der FC Strausberg auf eine Reihe von Stammkräften verzichten und was macht die Mannschaft? Sie rückt enger zusammen und macht eines der besten Spiele  in der Vereinsgeschichte überhaupt.

„Wir haben heute alles richtig gemacht“, strahlte nach dem Spiel Trainer Christof Reimann. „Noch am Vormittag haben auf Grund der Personalsituation unser System umgestellt. Die Lage beim FCS war so angespannt, dass selbst Routinier Timo Hampf aus dem Urlaub kam. „Mal eben 860 Kilometer vom Balaton nach Strausberg ...“, lächelte der Ersatztorhüter des FCS. Er musste aber nicht eingreifen, denn Eric Günther, der zwischen den Pfosten stand, machte seine Sache sehr gut.

In der Anfangsphase herrschte große Nervosität auf beiden Seiten. Die Bälle versprangen, Pässe kamen nicht an und von Spielfluss war überhaupt nicht viel zu sehen. Das wurde anders, als in der 10. Minute Martin Kemter eine ganz große Möglichkeit verpasste. Kaan Bektas, der im Mittelfeld die Fäden zog, gab die Flanke. Kemter hatte nach 18 Minuten eine weitere Gelegenheit. Yannick Mastalerz, der diesmal als Kapitän spielte, leistete die Vorarbeit von rechts. Strausberg wurde immer besser und vor allem sicherer.

Nur einmal hieß es Durchatmen, als Kevin Gutsche eine Flanke in den Strausberger Strafraum schlug, die Günther aber großartig abwehrte. Ansonsten blieben die hoch gelobten Blau-Weißen blass. Der ganz große Unterschied war: Der FC Strausberg spielte als Mannschaft, Blau-Weiß wirkte wie ein zusammengewürfelter Haufen aus Individualisten. Untereinander gab es da immer wieder verbale Attacken.

Der FC Strausberg ging noch vor der Pause in Führung. Mittelstürmer Martin Kemter lenkte den Ball über die Linie, nachdem ihn sich Tino Istvanic durch energisches Nachsetzen erkämpft hatte. Die langen Kerls in der Berliner Abwehr, die in ihren Aktionen teilweise sehr steif wirkten, bekamen den Ball nicht weg. Und – diese Führung war hoch verdient!

Auch mit Beginn der zweiten Halbzeit war von den Berlinern kaum etwas zu sehen. Sie hatten weiter mehr mit sich selbst zu tun, anstatt Kombinationsfußball anzubieten. Auch Spieler wie Lukas Rehbein und Marcel Czekalla kamen nicht zum Zug. Tim Falk, Pierre Voigt, Yannick Mastalerz, Niclas Wittur und Maximilian Hinz ließen einfach nichts zu.

In der 56. Minute bekam der Berliner Kevin Gutsche nach einem Foulspiel Gelb. Er war mit der Entscheidung von Schiri Christoph Dallmann nicht einverstanden und auch aus Frust nach dem bisher so enttäuschenden Spiel, trat er noch einmal nach – Gelb/Rot.

Die Berliner kamen nun noch mal zurück ins Spiel, auch weil Trainer Marco Gebhardt auf der linken Seite mit Shean Mensah neuen Schwung brachte. Doch dann folgte die 68. Minute und der ganz große Auftritt von Tino Istvanic. Dominik Tuchtenhagen schickte seinen Stürmerkollegen mit einem gefühlvollen Pass auf die Reise. Istvanic ließ im Abschluss auch den Berliner Torhüter Kilian Puschke aussteigen und schoss zum 2:0 ein.

Strausberg hätte kurz vor Schluss sogar noch das 3:0 erzielen müssen. Ihab Al-Khalaf, gerade eingewechselt, jagte den Ball aus kurzer Distanz und vollem Lauf über die Berliner Querlatte. Istvanic hatte die Vorarbeit geleistet und gleich mehrere Berliner  aussteigen  lassen.

Berlins Trainer Marco Gebhardt sprach von einer verdienten Niederlage seiner Männer. „Ich glaube, meine Männer haben heute die Lust auf Fußball an der Rathausstraße gelassen.“

Christof Reimann zeigte sich hoch zufrieden. „Wir haben jetzt sechs Punkte, die uns keiner mehr nehmen kann. Was meine Spieler heute gelaufen sind! Ich denke, den Sieg haben wir absolut verdient. Für mich als Trainer ist es nun auch gut, zu wissen, dass ich nicht elf klasse Spieler habe, sondern der gesamte Kader funktioniert. Das ist gut so, denn leichter wird es in den nächsten Wochen sicher nicht.“

FC Strausberg: Eric Günther – Yannick Mastalerz, Tim Falk, Pierre Voigt, Niclas Wittur, Maximilian  Hinz – Ilhan Sariboga (90. Leon Barlage), Dominik Tuchtenhagen, Kaan Bektas (80. Dennis Rötzscher) – Tino Istvanic, Martin Kemter (75. Ihab Al-Khalaf)

Tore: 1:0 Martin Kemter (43), 2:0 Tino Istvanic (68.) – Schiedsrichter: Christoph Dallmann (Rostock) – Gelb/Rot: Kevin Gutsche (Blau-Weiss/56.) – Zuschauer: 220

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