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Jetzt auch Hortbetreuung / Größeres Gebäude in Biesenthal und Umgebung für wachsende Einrichtung gesucht

Bildung
Naturschule startet in das zweite Jahr

Olav Schröder / 16.08.2018, 06:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Mit dem neuen Schuljahr wird die vor einem Jahr gegründete Freie Naturschule Barnim wachsen. Die Zahl der Schüler erhöht sich von 15 auf 25. Außerdem geht der Hort in Betrieb. Damit wird aber auch die Suche nach einem größeren Standort immer dringlicher.

„Etwa ein halbes Jahr hat der Findungsprozess gedauert“, stellt Janine Nousch für das Team der Lernbegleiter fest. Einerseits mussten sich die Schüler untereinander kennenlernen, andererseits war der Schulalltag für alle, die zuvor eine „klassiche“ Schule besucht hatten, neu. Das galt vor allem für die beiden Schüler aus dem Sekundarbereich, die schon eine längere Schulzeit absolviert haben - die Naturschule, kurz „NaschBa“, ist eine Grund- und Oberschule.

Für die freie Schule gilt der gleiche Rahmenlehrplan wie für kommunale Schulen. Allerdings lernen die Kinder vor allem in Projekten, wie Janine Nousch erläutert: „Sie entwickeln ihre Fragen aus der natürlichen Lernhaltung heraus.“  Die Aufgabe der Lernbegleiter sei es, das Interesse aufzugreifen und mit Inhalten zu verbinden, beispielsweise, indem Schreibanlässe aufgegriffen beziehungsweise geschaffen werden. Monique Reiter, die für die Verwaltungsaufgaben zuständig ist und deren Kinder die Schule besuchen, berichtet von einem Projekt, bei dem Hühnereier ausgebrütet wurden. Dafür wurde ein Brutapparat besorgt und nach 21 Tagen schlüpften Küken und wurden aufgezogen. Und ihr Sohn habe in den Sommerferien von sich aus begonnen, „Harry Potter“ zu lesen. Wie an staatlichen Schulen werden die Stärken und Schwächen der Schüler dokumentiert. An sogenannten Kompetenzrastern können sie selbst und ihre Eltern auch ihre Entwicklung beobachten.

Im zurückliegenden Schuljahr wurden die Jahreszeitencamps im Freien durchgeführt, es entstand eine Schülerzeitung, ein Fundus von Büchern wurde angelegt und inzwischen ist eine Schülerfirma in Gründung.

Von den Eltern gebe es viel Unterstützung, angefangen vom Bau eines Zaunes bis hin zur Betreuung eines Standes beim Dorffest in Brodowin. Ein regelmäßiger Elternstammtisch sei entstanden. Darüber hinaus gebe es von Eltern und anderen ehrenamtlichen Unterstützern Atelierangebote von der Erfinder-Werkstatt, Klavierspiel, Töpfern oder politische Bildung. Eine Kooperation besteht auch mit der Grundschule „Am Pfefferberg“. Insbesondere kann dort auch die Turnhalle genutzt werden.

Mit der Erhöhung der Schülerzahl nach den Sommerferien stieg die Zahl der Stellen auf 2,9. Die Zahl ist deshalb relativ gering, da im Sekundarbereich ein großer Fächerkanon angeboten wird, die einzelnen Lehrkräfte jedoch nur wenige Stunden geben müssen. Die Zahl der Lernbegleiter liegt nach wie vor bei gut einem Dutzend. Mit der Erhöhung der Stellenzahl geben sie nun mehr Stunden. Zwei Kollegen absolvieren gegenwärtig eine zusätzliche Montessori-Ausbildung. Absehbar sei, das spätestens ab dem Schzuljahr 2019/20 Grundschulgädagogen für Englisch und Französisch gesucht werden. Zuschüsse für eine sonderpädagogische Betreuung erhalte die Schule derzeit nicht, so Janine Nousch. Dies sei bedauerlicherweise erst nach dem dritten Jahr ihres Bestehens möglich.

Der Hort sei in dieser Woche für 13 Kindern zum 1. September genehmigt worden, und zwar mit einer Hortleitung und einer pädagogischen Stelle. Nun sei auf eine schnelle Aufnahme im Bedarfsplan des Kreises zu hoffen. Eigentlich sollte der Hortbetrieb schon im zurückliegenden Schuljahr aufgenommen werden. Dies verzögerte sich jedoch, da zunächst noch Auflagen wie die Sicherung des Außengeländes erfüllt werden mussten.

Für Ausstattung und pädagogisches Material wie zum Beispiel Experimentierkästen hat die Schule 25 000 Euro von der Software AG aus Darmstadt erhalten. Ein Mitarbeiter hatte der Schule insgesamt einen eintägigen Besuch abgestattet. Bleibt die Suche nach einem größeren Gebäude. Denkbar sei auch, ein Grundstück zu pachten und einen Neubau zu errichten, sagt Monique Reiter. Die Innenfläche sollte zwischen 500 und 1000 Quadratmeter groß sein, die Außenfläche mindestens 2500 Quadratmeter. Willkommen ist auch die fachliche Unterstützung in Baufragen, eventuell von einem interessierten Ruheständler. Da es schwierig sei, in Biesenthal ein Gebäude oder Grundstück in der geeigneten Größe zu finden, sei aber auch ein Standort in der Umgebung denkbar. Aus Orten wie Rüdnitz, Melchow und Grüntal kommen auch die Schüler der „NaschBar“.

Kontakt: Monique Reiter, Telefon 0178 7670758, E-Mail kontakt@naturschule-barnim.de

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