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Nahrungsmittel
Ein-Euro-Jobber aus Oranienburg beliefern Tafel mit frischem Gemüse

Dieses Jahr gibt es reichlich Pfirsiche aus dem Garten. In Oranienburg werden einige Gärten von Langzeitarbeitslosen wie Peggy Schön bewirtschaftet. Die geerntete Ware geht an die Tafel.
Dieses Jahr gibt es reichlich Pfirsiche aus dem Garten. In Oranienburg werden einige Gärten von Langzeitarbeitslosen wie Peggy Schön bewirtschaftet. Die geerntete Ware geht an die Tafel. © Foto: Burkhard Keeve
Burkhard Keeve / 16.08.2018, 19:36 Uhr - Aktualisiert 17.08.2018, 15:03
Oranienburg (MOZ) Rund eine Tonne frisch geerntetes Gemüse und Obst erhält die Oranienburger Tafel in diesem Jahr für ihre Bedürftigen. Gepflanzt, gegossen und gepflegt wird die Ware von Ein-Euro-Jobbern, die sechs Nutzflächen mit rund 4 300 Quadratmetern bewirtschaften.

Seit April beackern Peggy Schön, Roy Hiller und Wilfried Grimm zwei zusammenliegenden Garten-Parzellen am Fischerweg in Oranienburg. Insgesamt sechs sogenannte MAE-Kräfte gehören zu einem Projekt der ABS Hennigsdorf, die sich um Langzeitarbeitslose kümmert. MAE steht für Mehraufwandsentschädigung. 1.30 Euro gibt es für die Gärtner pro Stunde, plus den Hartz-IV-Satz. 20 Stunden in der Woche sind sie im Einsatz.

Bis Ende Oktober haben sie noch zu tun. Jetzt ist gerade Hochsaison. Radieschen, Kohlrabi, Gurken, Zucchini sind reif. Auch zwei Kisten mit kleinen, aber sehr schmackhaften Pfirsichen sowie ein Kürbis liegen bereit für den Transport.

„Zweimal in der Woche, Dienstag und Freitag, wird geliefert“, sagt Wilfried Grimm. „Bis jetzt haben wie schon mehr als eine halbe Tonne zusammen.“ Die Oranienburger Ernte geht an die Tafel, die arme Menschen aus ganz Oberhavel mit Lebensmitteln versorgt. Normalerweise erhalten sie an den vier Ausgabestellen (Liebenwalde, Oranienburg, Velten und Hennigsdorf) Lebensmittel, die noch gut sind, obwohl das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. „Die Leute freuen sich auf die knackige Ware aus den Gärten“, sagt Tafelchefin Viola Knerndel. „Das ist superfrisch und schmeckt auch gut.“

Der 62-jährige Wilfried Grimm ist nicht nur Projekt-Mitglied, sondern selbst auch Tafel-Kunde. „Ich bin durch den Garten zum Gemüse-Esser geworden“, sagt er. Auch die Arbeit schätzt er wie seine Mitstreiter, „Man sieht alles wachsen, das ist toll.“ In den heißen Tagen beginnen sie um 7 Uhr. Dann haben sie vier Stunden lang alle Hände voll zu tun.

Seit 2010 betreut Michael Heyer die Garten-Tafel-Idee der ABS. „Das gehört zu meinen Lieblingsprojekten“, sagt er, weil es viele Menschen zufriedenstelle.

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