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Am Studienseminar Bernau hat der Vorbereitungsdienst der Lehramtsanwärter begonnen

Referendare
Fitmachen für den Unterricht

Auf die Weiterbildungszeit gespannt: Rund 150 Lehramtsanwärter wurden am Dienstag von Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher am Studienseminar Bernau zu Beginn ihres achtzehnmonatigen Vorbereitungsdienstes begrüßt.
Auf die Weiterbildungszeit gespannt: Rund 150 Lehramtsanwärter wurden am Dienstag von Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher am Studienseminar Bernau zu Beginn ihres achtzehnmonatigen Vorbereitungsdienstes begrüßt. © Foto: Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 22.08.2018, 06:00 Uhr
Bernau Am Studienseminar Bernau sind am Dienstag die neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst begrüßt worden.Die jungen Menschen bilden sich dort in den kommenden 18 Monaten in Haupt- und Fachseminaren für ihre Tätigkeit an den Schulen weiter.

Olga Kovaleva hat sich in die achte  Reihe im großen Saal des OSZ I Barnim in Bernau-Waldfrieden gesetzt. Am Montag war ihr erster Tag an der Freien Oberschule Eberswalde, nun ist die 32-Jährige auf die Begrüßungsfeier am Studienseminar Bernau gespannt. „Ich habe Russisch und Englisch in Polen studiert und lebe seit sieben Jahren in Deutschland“, erzählt sie. Ihr Abschluss wird bisher noch nicht anerkannt. Deshalb besucht die junge Frau in den kommenden Monaten zahlreiche Seminare und hofft dann, irgendwann „richtige“ Lehrerin zu sein.

Olga Kovaleva und Marek Wolosz, er hat ebenfalls einen polnischen Studienabschluss, sind am Studienseminar Bernau sogenannte „Teilnehmer im Anpassungslehrgang“. Darüber hinaus  gibt es Lehramtsanwärter, die für die Primarstufe Sek I und das Lehramt an Gymnasien weitergebildet werden. Anwärter,  die als Sonderpädagoge arbeiten wollen, kommen dabei aus allen Landesteilen nach Bernau, die anderen aus dem nördlichen Brandenburg. Die dritte Gruppe umfasst „Seiteneinsteiger“, die eine Lehramtsbefähigung erreichen und dann das Staatsexamen ablegen wollen.

Der Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Thomas Drescher, ermutigte die Referendare, nach ihrer Ausbildung an brandenburgischen Schulen zu unterrichten. „Wir brauchen Sie“, sagte Drescher. Er warb zugleich mit einer guten Bezahlung sowie einer schnellen Verbeamtung um den Nachwuchs an den Bildungseinrichtungen. „Manchmal haben Sie die Prüfung noch vor sich, den Arbeitsvertrag aber schon in der Tasche“, so der Bildungsstaatssekretär zum „Turbo“-Gang, den man in Brandenburg einschaltet.

Der Leiter des Studienseminars, Hansjörg Lacher, sagte, dass es eine große Herausforderung sei, Kompetenz im Lehrerberuf zu entwickeln. „Dies kann man nur, wenn man unsicher, auch emotional bewegt ist“, so Lacher. Auch müssten sich die künftigen Pädagogen immer wieder hinterfragen, ihre Meinungen und Vorstellungen auf den Prüfstand stellen. „Das Referendariat ist wie die Besteigung einen Berges. Es ist schön und aufregend, aber es bringt nichts, um ihn herum zu laufen“, so der Studienseminar-Leiter.

„Jeder Referendar bekommt ein Angebot“, sagte die stellvertretende Leiterin des Staatlichen Schulamtes Frankfurt (Oder), Elke Dengler. Auch auf dem flachen Land würden gute und qualifizierte Fachkräfte benötigt. Hardy Schalitz vom Schulamt Neuruppin warb für seine Region mit „vielen kleinen Schulen“ und betonte die Rolle der Schulträger. Viele Kommunen würden hervorragend für die Ausstattung der Bildungseinrichtungen sorgen, so Schalitz.

Musikalisch umrahmt wurde die Begrüßungsfeier durch Schüler der Oberschule am Rollberg Bernau sowie den Musikleistungskurs des Carl-Bechstein-Gymnasiums Erkner.

In den Studienseminaren des Landes Brandenburg, es gibt sie in Bernau, Cottbus und Potsdam, erfolgt die Ausbildung im Vorbereitungsdienst auf der Grundlage einer abgestimmten Gesamtkonzeption für Haupt- und Fachseminare sowie die schulpraktische Ausbildung. Noch dauert das Referendariat 18 Monate, ab 2019 soll der praktische Vorbereitungsdienst nur noch zwölf Monate betragen. Das Ziel sei es dabei, die Lehramtskandidaten nach fünf Jahren Studium schneller an die Schulen zu bringen, heißt es aus dem Bildungsministerium in Potsdam.

In Waldfrieden, genutzt wird ein früheres Lehrlingswohnheim,  sind  rund 80 Seminarleiter tätig. Einige befinden sich noch im aktiven Schuldienst.

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Susi Schmidt 11.01.2019 - 12:42:33

Keinerlei Unterstützung

Ich drücke allen neuen Referendaren die Daumen, dass sie ohne willkürliche Bewertungen, die niemals transparent gemacht werden und mit ordentlichen Inhalten in den Seminaren, für die es sich lohnt, die Reise nach Bernau anzutreten, konfrontiert werden. Haltet durch! Auch wenn das alles massiv sinnlos erscheint.

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