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Lange blieben die Gleise ungenutzt. Nun könnten die Züge aus Templin nach Joachimsthal und sogar direkt bis Eberswalde rollen.

Testphase
Mit der Bahn von der Waldstadt in die Perle der Uckermark

Demnächst auch auf dem Eberswalder Bahnhof? Ein Zug der Niederbarnimer Eisenbahn in Oranienburg zeigt das Streckenziel Templin Stadt im Display an. Bald könnten Züge mit dieser Endstation auch wieder in der Waldstadt starten.
Demnächst auch auf dem Eberswalder Bahnhof? Ein Zug der Niederbarnimer Eisenbahn in Oranienburg zeigt das Streckenziel Templin Stadt im Display an. Bald könnten Züge mit dieser Endstation auch wieder in der Waldstadt starten. © Foto: Klaus D. Grote
Marco Marschall / 23.08.2018, 08:00 Uhr - Aktualisiert 23.08.2018, 12:28
Eberswalde (MOZ) Entschieden wird Mitte September. Doch wie derzeit geplant, sollen mit der Reaktivierung der Bahnverbindung zwischen Joachimsthal und Templin die meisten Züge bis nach Eberswalde durchfahren. Die Verbindung zwischen Waldstadt und Perle der Uckermark strebt 300 Fahrgäste täglich an.

Bisher ging es um die Wiederbelebung der Strecke zwischen Templin und Joachimsthal. Doch offenbar sollen die meisten Zugpaare, ohne dass die Fahrgäste umsteigen müssen, demnächst sogar zwischen Templin und Eberswalde verkehren. Zahlen hatte Joachimsthals Bürgermeister René Knaak-Reichstein zur jüngsten Sitzung der Stadtverordneten parat. Täglich sieben Zugpaare seien es, die nach Stand der Planung von Montag bis Freitag aus der Uckermark in die Barnimer Kreisstadt und wieder zurück fahren sollen. Am Wochenende seien sechs solcher Direktverbindungen avisiert. Starttermin für die dreijährige Testphase: Mitte Dezember.

Entschieden sei aber noch nichts. Darauf weist auch Barnims Landrat Daniel Kurth hin. „Grundsätzlich liegt der Schienennahverkehr in der Verantwortung des Landes. Das Projekt ist uns jedoch bekannt und wir stehen diesem wohlwollend gegenüber, denn Ziel muss es sein, vor allem den Berufspendlern in der Region die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs so einfach wie möglich zu machen“, äußert sich Kurth auf Nachfrage der Märkischen Oderzeitung.

Einen Zuschuss von 1,9 Millionen Euro plant das Land jährlich für die dreijährige Testphase. Kreise, Städte und Gemeinden an der Strecke teilen zehn Prozent dieser Kosten je nach Größe unter sich auf. Die gemessen an den Gesamtkosten eher symbolischen Beiträge sind Voraussetzung für das Vorhaben. Joachimtshals Stadtverordnete haben bereits zugestimmt, ihren Anteil von 8000 Euro im Jahr zu bezahlen. Eberswalde wird nicht zur Kasse gebeten, was wohl daran liegt, dass die Strecke zwischen der Waldstadt und Joachimsthal schon jetzt bedient wird.

Bis in ein paar Wochen müssten alle Beteiligten ihr Okay gegeben haben. Denn, wie in der Beschlussvorlage der Joachimsthaler über den Zuschuss vermerkt, soll die Entscheidung über den Beginn des Probeverkehrs am 14. September fallen.

Die Landtagsabgeordnete Britta Müller (SPD), nach Wechsel von Daniel Kurth ins Landratsbüro für dessen Wahlkreis zuständig, befürwortet das Projekt. „Für die touristische Entwicklung ist das großartig“, sagt sie. Aus dem Infrastrukturministerium weiß Müller, dass wochentags täglich 300 Fahrgäste für das Angebot begeistert werden sollen. 200 pro Tag ist die Zielmarke am Wochenende. Den Betrieb der Strecke übernehme die Niederbarnimer Eisenbahn in Kooperation mit der Hanseatischen, die 2017 die Gleise erworben hatte.

Und was bedeutet das neue Ziel im Regionalverkehr für Eberswalde? „Die Stadt Eberswalde ist grundsätzlich erfreut über die Entwicklung des Zugverkehrs zwischen Templin und Eberswalde. Uns ist die touristische Anbindung der Orte, der Landkreise sehr wichtig, denn es stärkt den Tourismus einer gesamten Region und die interkommunale Zusammenarbeit“, lautet die Einschätzung aus dem Rathaus. Beide Regionen könnten von diesem Projekt nur profitieren.

„Es ist toll, dass die Strecke wiederbelebt wird“, sagt Sabine Grassow von der Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft des Barnim. Schon jetzt mache man sich Gedanken über die Vermarktung des Zugverkehrs. „In den drei Jahren der Testphase müssen wir nicht kleckern, sondern klotzen“, sagt sie in Hinblick auf eine erfolgreiche Wiederbelebung.

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