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Meisterfachbetrieb René Haase aus Demnitz ist Partner für Bauträger und Häuslebauer

Fachkräfte
Handwerker mit Höhentauglichkeit

Bettina Winkler / 04.09.2018, 07:30 Uhr
Demnitz (MOZ) Sie sind gefragt wie nie – Brandenburgs Handwerker. Ihre Berufe vereinen klassische Fertigkeiten mit moderner Technik. Wir zeigen, was junge Leute im Handwerk werden können, und stellen Betriebe vor, die ausbilden. Heute: Dachdeckerei René Haase aus Demnitz.

Über Arbeit kann sich Dachdeckermeister René Haase nicht beklagen – die Baubranche boomt. Neben den zwei Großbaustellen jährlich, müssen auch noch über 60 Einfamilienhäuser ein neues Dach bekommen. Gerade sind die Mitarbeiter Steven Seiring, Hans-Joachim Braatz und Denny Lorenz auf einer Eigenheimbaustelle in der Siedlung Wendisch Rietz zu Gange. Dort wird ein Walmdach mit Frontspieß eingedeckt. Klassische Tonziegel sollen es sein – auf Wunsch des Bauherren.

Die Dachdecker sind vielseitig – sie haben auch schon Holzschindeln auf das Dach der Heilandskapelle bei Frankfurt (Oder) und Schieferplatten auf die Falkenberger Kirche verlegt.  Die Sankt-Gertraud-Kirche in Frankfurt wurde zudem in Altdeutscher Deckung mit Schiefer eingedeckt.  Das neue Sozial- und Bürogebäude vom Schifffahrtsamt Eberswalde in Frankfurt – die aktuelle Großbaustelle – soll ein Leichtgründach mit speziellem Granulat, Flechten, Moose und Trockengras erhalten.  „Höhentauglichkeit ist Voraussetzung für diesen Beruf“, sagt Dachdecker Hans-Joachim Braatz.  Das ideale Wetter für Arbeiten auf dem Dach seien 20 Grad und wenig Sonne.  Davon gab es in diesem Sommer nur wenige Tage. Den Dachdeckern wurde bei den subtropischen Temperaturen  viel abverlangt. „Trotzdem kann ich mich immer auf meine Mitarbeiter verlassen, das ist super“, bedankt sich der Chef, der lieber öfter draußen auf der Baustelle wäre, als tagelang im Büro. „Als Unterstützung für den Schreibkram, habe ich einen ehemaligen  Selbstständigen und Ruheständler aus der Branche für zwei Tage in der Woche eingestellt, der mich bei der Kalkulation der Angebote unterstützt“, erzählt René Haase.

In Frankfurt geboren, in Fürstenwalde aufgewachsen, wollte Renè Haase schon als kleiner Junge aufs Dorf. Dass der heute 46-Jährige in Demnitz hängen blieb, ist eher  dem Zufall geschuldet.  1992 hat sich der gelernte Landwirt beruflich neu orientiert und eine berufsbegleitende Umschulung zum Dachdecker absolviert. 2003 machte er seinen Meister und arbeitete in verschiedenen Dachdeckerbetrieben. 2006 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Begonnen mit drei Mitarbeitern, ist das Team mittlerweile auf 16 Leute zuzüglich Chef angewachsen – davon sind drei Zimmerleute, ein Dachklempner und Sohn Justin als Azubi im dritten Lehrjahr. Andy Korn aus Demnitz als ehemaliger Lehrling ist ebenfalls fester Bestandteil der Truppe.

Wie überall auf dem Bau quälen auch René Haase Nachwuchssorgen. Früher hatte er zehn Bewerbungen für Lehrstellen auf dem Tisch – heute höchstens zwei. „Wir suchen jedes Jahr Lehrlinge, ich bin Meister und will ausbilden. Wer bei uns lernt, hat auch Chancen übernommen zu werden“, sagt René Haase.

Bei ostbrandenburgischen Bauträgern ist der Demnitzer Betrieb mit dem lila Hasen als witziges Firmenlogo längst ständiger, verlässlicher Partner. Der Unternehmer unterstreicht dabei seine regionale Verwurzlung. Die Dachdeckerei arbeitet zudem mit einer finnischen Hausbaufirma, die ökologische Holzhäuser anbietet, zusammen. In der energetischen Sanierung setzt die Dachdeckerei René Haase viel auf die Verlegung einer Aufsparrendämmung. Hier hat sich die Firma über viele Jahre Erfahrungen angeeignet, die sich immer wieder bei zufriedenen Bauherren widerspiegeln.  Ein 15-Stunden-Tag ist für René Haase die Regel. Da bleibt nicht viel Zeit für die Familie. „Ich bedanke mich bei meiner Frau und der ganzen Familie, für das Verständnis und dass sie mir den Rücken frei halten, wenn ich so viel für die Firma unterwegs bin“, so der 46-jährige Selfmade-Mann.

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