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Übung
Rettung aus der Luft

René Matschkowiak / 05.09.2018, 21:00 Uhr - Aktualisiert 06.09.2018, 09:57
Frankfurt (MOZ) Die Bundespolizei-Fliegerstaffel Blumberg führte am Mittwoch gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) eine gemeinsame Übung zur Rettung von Personen aus der Oder durch.

Fast unaufhörlich kreist der Hubschrauber der Bundespolizei am Mittwochmittag über der Stadt. Allerdings gibt es hier keinen dramatischen Einsatz, sondern die Luftretter des DRK machten ihre alljährliche Übung diesmal an der Oder. „Offiziell heißt es Hubschraubergestützte Wasserrettung“, erklärt Danny Knispel als verantwortlicher Einsatzleiter. Zwölf ehrenamtliche Luftretter aus Brandenburg, Berlin und Sachsen üben den Ernstfall, Menschen aus der Luft zu retten.

Die Bundespolizei-Fliegerstaffel Blumberg hat gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK)-Wasserwacht Brandenburg- und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) eine gemeinsame Übung zur Rettung von Personen aus fließenden Gewässern durch. Geübt wurde mit Freiwilligen als Retter und Opfer in der Oder.
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Hubschraubergeschützte Wasserrettung

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Die Luftretter haben sich beim DRK zu einer zusätzlichen Ausbildung entschieden. Damit man Luftretter bleibt, muss man zweimal im Jahr bei solchen Einsätzen sein Können unter Beweis stellen. „Das stellt schon hohe Ansprüche an die Teilnehmer“, erklärt der Einsatzleiter. Insgesamt dreimal müssen die Luftretter ein vermeintliches Opfer, das in der Oder schwimmt, mit dem Hubschrauber anfliegen, werden abgeseilt, müssen dem im Wasser Treibenden das Seil anlegen und werden gemeinsam hochgezogen.

Etwa 18 Grad hat die Oder. „Mit Neoprenanzug wird das schon richtig warm“, weiß Danny Knispel. Einer der Retter ist der Frankfurter Steffen Engelmann – von Beruf Servicetechniker bei der Telekom. Er  rettet am Mittwoch drei Kollegen. Einst war der 33-Jährige Schwimmer beim ESV und entschied sich dann zur Wasserwacht zu gehen. Seit über zehn Jahren ist er auch Luftretter. „Fitness ist wichtig, aber auch viel Erfahrung. Was von weitem leicht aussieht, ist lange geübt“, erklärt er.

Der letzte richtige Einsatz war 2013 beim Elbe-Hochwasser, erinnert sich Steffen Engelmann. „Auch beim Oder-Hochwasser wurden pflegebürftige Menschen aus der Luft versorgt oder Hilfesuchende von Luftrettern vom Dach eines Hauses geholt“, ergänzt Danny Knispel.

Für die Piloten des Hubschraubers sind diese Einsätze eine besondere Herausforderung. Volker Dürr und Lothar Schöne sind bereits geflogen und können nun die Kollegen beobachten. „Man sieht den Schwimmer, wenn man direkt darüber fliegt, nicht. Vom Kollegen wird man dann eingewiesen“, erklärt Volker Dürr die Schwierigkeit. Auch müssen die Piloten die Höhe konstant halten, was gerade über Wasser nicht so einfach ist.

Die Fliegerstaffel der Bundespolizei ist universell einsetzbar. Sie fliegt Luftrettung, Löscheinsätze oder auch die Bundeskanzlerin. „Wir sind die Einzigen in Brandenburg, die 24 Stunden fliegen“, erklären die Piloten. Das ist am Mittwoch nicht nötig. Danny Knispel ist zufrieden mit der Übung und am Nachmittag startet der Hubschrauber zum letzten Mal.

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Hubschraubergestützte Wasserrettung aus der Oder

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