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Rathausspitze fordert Landesbetrieb zur umgehenden Korrektur auf / Partner für Gesundheit hoffen auf Teilnehmer-Rekord

Verkehr
Stadtläufer empört über Rollsplitt-Berge

Es knirscht: Auf der Heegermühler Straße warnt ein Schild die Verkehrsteilnehmer vor den kleinen Steinchen, die am Dienstag auf der Fahrbahn ausgestreut wurden.
Es knirscht: Auf der Heegermühler Straße warnt ein Schild die Verkehrsteilnehmer vor den kleinen Steinchen, die am Dienstag auf der Fahrbahn ausgestreut wurden. © Foto: MOZ/Marco Marschall
Sven Klamann / 13.09.2018, 06:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Kurz vor dem 15. Stadtlauf, der am Sonntag vom Sportzentrum Baff bis zur Maria-Magdalenen-Kirche führt, hat der Landesbetrieb Straßenwesen auf etlichen Abschnitten dieser Strecke Rollsplitt aufbringen lassen.

Und damit in der Barnimer Kreisstadt und darüber hinaus für Empörung und Entsetzen gesorgt. Denn die spitzen Steinchen, die buchstäblich tonnenweise auf die Fahrbahn gekippt wurden, treiben startwilligen Läufern die Sorgenfalten auf die Stirn. „Bei uns klingeln sich die Telefone heiß“, sagt René Hoffmann, Vorsitzender der Partner für Gesundheit, die das sportliche Massenereignis mit Volksfest-Charakter vom ersten Stadtlauf an organisieren. Der Veranstalter geht fest davon aus, dass der Landesbetrieb den Rollsplitt rechtzeitig wieder entfernt, bevor die ersten Läufer am Sonntag um 9.30 Uhr an den Start geschickt werden.

Würden die Steinchen liegenbleiben, kämen die Rollstuhlfahrer beim Handicaplauf gar nicht vom Fleck. Alle anderen hätten in Kauf zu nehmen, dass jeder noch so kleine Sturz schmerzhafte Verletzungen nach sich zöge. „Das ist völlig indiskutabel“, betont René Hoffmann, der zugibt, regelrecht geschockt gewesen zu sein, als er am Dienstagnachmittag vor seinem Optikerfachgeschäft „Hoffmann & Brillen“ an der Eisenbahnstraße die schwere Baumaschine sah, die den Rollsplitt verteilte. Was sich der Landesbetrieb da geleistet habe, sei ein Schildbürgerstreich ersten Ranges.

Das sieht Nancy Kersten, Pressesprecherin im Eberswalder Rathaus, genauso. Ausdrücklich weist sie daraufhin, dass die Schlagloch-Reparatur nicht durch die Stadt veranlasst und auch nicht mit dieser abgestimmt wurde. „Wir haben den Landesbetrieb umgehend aufgefordert, den Rollsplitt bis zum Stadtlauf wieder wegzunehmen. Anderenfalls wäre das Verletzungsrisiko für die Läufer unzumutbar hoch“, betont Nancy Kersten. Der Termin für die Sportveranstaltung habe seit einem Jahr festgestanden und sei auch dem Landesbetrieb bekannt gewesen.

Der Verursacher des Aufregers gibt Entwarnung: Eberswaldes Straßenmeister Marco Kroll verspricht, dass die vom Landesbetrieb beauftragte Firma die Fahrbahn am Freitag komplett reinigen wird. „Das war von Anfang an so vorgesehen. Ich bin selbst aktiver Läufer“, sagt er. Bis dahin würden die Autofahrer die aufgebrachte Bitum-Emulsion mit Splitt eingefahren haben. Dies verbessere den Zustand der Straße.

Für René Hoffmann lautet die Devise, ruhig zu bleiben. „Ich bin guter Dinge, dass wir am Sonntag über dieses Malheur lachen werden“, sagt der Stadtlauf-Organisator. Bis Mittwoch, 11 Uhr, hätten sich bereits 1544 Laufwillige angemeldet. Das mache Hoffnung darauf, am Veranstaltungstag erstmals überhaupt die 2000-Starter-Marke knacken zu können. „Egal, ob Sportler oder Zuschauer: Wer es bis zum Start möglichst bequem haben will, kann vom Familiengarten bis zum Sportzentrum unseren kostenlosen Busshuttle nutzen“, stellt er in Aussicht.

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