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Tierschutz contra Tradition
Debatte um Circus Afrika erreicht Stadtverordnete

Einer der Elefanten des Circus Afrika, hier beim Gastspiel in Eisenhüttenstadt. Zurzeit gastiert der Zirkus in Frankfurt, nächste Woche geht es weiter nach Fürstenwalde.
Einer der Elefanten des Circus Afrika, hier beim Gastspiel in Eisenhüttenstadt. Zurzeit gastiert der Zirkus in Frankfurt, nächste Woche geht es weiter nach Fürstenwalde. © Foto: Gerrit Freitag
Thomas Gutke / 16.09.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 16.09.2018, 14:44
Frankfurt (Oder) (MOZ) Noch bis Sonntag gastiert der Thüringer Circus Afrika am SMC in Frankfurt. Mitgereist ist auch die Debatte darüber, ob Elefanten und andere Wildtiere in ein Zirkuszelt gehören. Bereits vor dem ersten Auftritt hatte die Tierschutzorganisation Peta  an Oberbürgermeister René Wilke (Linke) appelliert, ein kommunales Wildtierverbot zu erlassen. Als Gründe werden unter anderem Tierquälerei und Gefahren für die öffentliche Ordnung angeführt. Der Zirkus wiederum wehrt sich auf seiner Internetseite gegen Peta, verweist auf eine praktizierte artgerechte Tierhaltung und strenge Kon-

trollen durch Veterinärbehörden.

Am Donnerstag erreichte das Thema nun das Stadtparlament. Eine Einwohnerin appellierte an die Stadtpolitik, Haltung zu zeigen. „In Deutschland gibt es viele Städte, die keine Genehmigung mehr erteilen“, erklärte sie. Philipp Henning vom Frankfurter Kreisverband der Satirepartei Die Partei brach – in ungewöhnlich ernstem Ton – ebenfalls eine Lanze für den Tierschutz. Zugleich wollte er wissen, ob die Verwaltung die Zäune auf ihre Sicherheit hin überprüft habe.

„Es ist leider nicht so, dass wir hier Zirkussen verbieten dürfen, mit Wildtieren zu arbeiten“, erklärte der OB. Die Verwaltung habe eine Nichtgenehmigung geprüft, allerdings seien andere Städte damit letztlich vor Gericht gescheitert. „Es wäre Aufgabe des Bundesgesetzgebers, hier für eine andere Rechtsgrundlage zu sorgen“, so René Wilke.

Die Stadt habe mehrfach sehr strenge Kontrollen durchgeführt. „Unsere Veterinärmediziner haben sich auch sämtliche Protokolle geben lassen. Alle Nachweise wurden erbracht und alle Regeln eingehalten. Insofern können wir rein rechtlich nicht dagegen vorgehen.“ Auch die Zaunanlage sei geprüft worden. „Sie entsprechen den gesetzlichen Vorgaben. Wir können keine Auflagen erteilen, die darüber hinaus gehen“. Er selbst, betonte Wilke, „gehe nicht in solche Veranstaltungen“. Ähnlich sah das Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Neumann: „Solche Abstimmungen kann man auch mit den Füßen machen.“(thg)

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