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Highheels
Pinkfarbene Schuhe sollen an Brustkrebsvorsorge erinnern

Doris Bastian vom Verein "Frauenselbsthilfe nach Krebs" malt einen Damenschuh mit rosa Farbe an. Der Schuh soll die öffentliche Wahrnehmung auf das Thema "Brustkrebs" lenken und wird für den "Pink Shoe Day 2018" vorbereitet. Der Aktionstag findet das nächste Mal am 29. September 2018 in Leipzig statt.
Doris Bastian vom Verein "Frauenselbsthilfe nach Krebs" malt einen Damenschuh mit rosa Farbe an. Der Schuh soll die öffentliche Wahrnehmung auf das Thema "Brustkrebs" lenken und wird für den "Pink Shoe Day 2018" vorbereitet. Der Aktionstag findet das nächste Mal am 29. September 2018 in Leipzig statt. © Foto: dpa/Zentralbild/Klaus-Dietmar Gabbert
dpa / 16.09.2018, 09:40 Uhr - Aktualisiert 16.09.2018, 09:45
Bad Belzig/Leipzig (dpa) Rund 7200 Menschen sterben allein in Brandenburg jährlich an Krebs. Vorsorge ist darum wichtig. In Leipzig läuft seit Jahren eine Aktion, die daran erinnert - mit pinkfarbenen Schuhe.

Highheels, Sandalen, Stiefel oder auch Badelatschen - alle in unterschiedlichen Pinktönen angepinselt und reich verziert. Einige Tausend extravagante Schuhe stehen in diesem Jahr wieder am 29. September beim Pink Shoe Day für ein sehr ernstes Thema. Auf dem Leipziger Augustusplatz werden sie drapiert und sollen das Thema Brustkrebsvorsorge mehr in den Blick rücken. „Wir wollen mit diesen kleinen Kunstwerken aufrütteln“, sagt Uta Büchner, Landesvorsitzende des Vereins Frauenselbsthilfe Berlin-Brandenburg, die sich erneut beteiligt.

Bereits zum sechsten Mal seit 2012 organisiert die Leipziger Initiative Haus Leben den Pink Shoe Day. Die öffentliche Wahrnehmung müsse noch stärker werden, das könne Leben retten, sagt Büchner. „Viele Frauen vernachlässigen die Vorsorge, weil sie denken, es wird mich schon nicht treffen.“ Das sei aber ein Trugschluss. Die Gefahr zu erkranken, werde einfach unterschätzt.

Nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums erkrankten nach jüngsten vorliegenden Zahlen 2016 knapp 12 700 Menschen in Brandenburg neu an Krebs, davon rund 5700 Frauen. Bei etwa 1800 Frauen wurde Brustkrebs in jenem Jahr erfasst. 2015 starben 506 Frauen an dieser Krankheit.

In Sachsen erkranken pro Jahr rund 15 110 Männer und 11 980 Frauen an Krebs, je etwa die Hälfte sterben daran, so Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums mit Hinweis auf den jüngsten Landesbericht des Gemeinsamen Krebsregisters der ostdeutschen Länder und Berlins von 2017. Fast die Hälfte der Frauen und Männer leiden an den drei häufigsten Krebsarten Brust- oder Prostata- sowie Darm- und Lungenkrebs. Dabei nahmen Lungen- und Brustkrebs bei Frauen zu.

Die Frauenselbsthilfegruppe Bad Belzig von Büchner, die selbst vor 22 Jahren als 35-Jährige erkrankte, will wie im Vorjahr wieder etwa 1000 Schuhe nach Leipzig schicken. „Gemeinsam werden sie seit Wochen mit dem Pinsel rosa angemalt. Dann werden Blumen, Ketten, keine Kuscheltiere oder anderer Schmuck aufgeklebt oder aufgenäht“, schildert Büchner. Landesweit gibt es etwa 70 Selbsthilfegruppen für krebskranke Menschen und ihre Angehörigen.

Die 30 Frauen von Büchners Gruppe drücken auch mit der Gestaltung ihre persönlichen Gefühle aus: Wollen Mut und Hoffnung zeigen, aber auch dass es trotz der Erkrankung Gelegenheiten zum gemeinsamen Lachen gibt. Warum werden eigentlich Schuhe für diese Aktion verwendet, werde sie oft gefragt. „Jeder trägt Schuhe und jeden kann die Krankheit treffen“, antwortet Büchner dann.

Die Schuhe werden meist von Erkrankten selbst oder - sollten sie den Kampf verlieren - nach deren Tod durch Angehörige zur Verfügung gestellt. „In diesem Jahr hat ein Sohn Schuhe seiner an Brustkrebs verstorbenen Mutter vorbeigebracht“, berichtet Büchner. Sie sollen noch einen besonderen Zweck erfüllen, habe er bei der Übergabe gesagt.

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