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randenburgische Landeshauptstadt Potsdam ist seit der Wende fest in der Hand der SPD

OB-Wahl
Gleich sechs Kandidaten treten an

Die sechsteilige Bildkombo zeigt die sechs Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Potsdam. Von oben links: Mike Schubert (SPD/Foto: Karoline Wolf); Janny Armbruster (Bündnis90/Die Grünen/ Foto: Karoline Wolf), Götz Friederich (CDU/Foto: Frank Nürnberger); unten (v.l.): Dennis Hohloch (AfD/Foto: Bernd Gartenschläger/MAZ), Martina Trauth (parteilos für Die Linke/ Foto: Matthias Baumbach) sowie Lutz Boede (Kandidat für Die Andere/ Foto: Michael Lüder).
Die sechsteilige Bildkombo zeigt die sechs Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Potsdam. Von oben links: Mike Schubert (SPD/Foto: Karoline Wolf); Janny Armbruster (Bündnis90/Die Grünen/ Foto: Karoline Wolf), Götz Friederich (CDU/Foto: Frank Nürnberger); unten (v.l.): Dennis Hohloch (AfD/Foto: Bernd Gartenschläger/MAZ), Martina Trauth (parteilos für Die Linke/ Foto: Matthias Baumbach) sowie Lutz Boede (Kandidat für Die Andere/ Foto: Michael Lüder). © Foto: Verschiedene/Karoline Wolf/Bernd Gartenschläger/Matthias Baumbach/Michael Lüder/Frank Nürnberger/ZB
dpa / 16.09.2018, 10:06 Uhr
Potsdam (dpa) Gleich sechs Kandidatinnen und Kandidaten treten Ende September im Kampf um das Amt des Oberbürgermeisters in der Landeshauptstadt Potsdam an.

Es geht um die Nachfolge des 64-jährigen Jann Jakobs (SPD), der nach 16 Jahren im Amt nicht wieder antritt. Die Bewerbungen kommen von SPD, Linke, CDU, Grüne, AfD und der Wählergruppe Die Andere. Wenn es bei der Wahl am 23. September keinen eindeutigen Gewinner gibt, soll am 14. Oktober eine Stichwahl folgen.

Für die in den Umfragen schwächelnde SPD geht es ein knappes Jahr vor der Landtagswahl darum, wenigstens noch in einer der vier kreisfreien Städte das Stadtoberhaupt zu stellen. Denn in den übrigen drei großen Städten ging das Amt bereits an die politische Konkurrenz verloren. In Potsdam soll es nach Jakobs nun Mike Schubert richten. Der 45-Jährige kann auf einen Popularitäts-Bonus aus dem Amt des Sozial- und Ordnungsdezernenten setzen, das er seit zwei Jahren innehat. Als inhaltliche Schwerpunkte seiner Kandidatur nennt Schubert den Kampf gegen steigende Mieten, genügend Kitas und Schulen sowie die bessere Steuerung des Verkehrs mit mehr Bussen, Bahnen und Radwegen in der wachsenden Stadt.

Die Linke setzt auf die parteilose Kandidatin Martina Trauth, die seit acht Jahren als Gleichstellungsbeauftragte in der Stadtverwaltung tätig ist. Als Ziele nennt die 53-Jährige unter anderem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, den Kampf gegen die Kinderarmut und eine behutsame Stadtentwicklung. Mit einem Bürgerhaushalt sollen die Bürger selbst über Projekte in ihren Stadtteilen entscheiden können.

Für die CDU wirft der langjährige Stadtverordnete Götz Friederich den Hut in den Ring. Der 56-jährige Jurist verspricht auf seiner Webseite eine „ideologiefreie Verkehrspolitik“ statt einer praktizierten „Verkehrsbehinderungspolitik“. Weitere Themen sind die Ansiedlung von Unternehmen, der Neubau von Schulen und Kitas sowie mehr Streifen des Ordnungsamts, um die Sicherheit der Bürger zu erhöhen.

Die Grünen haben Janny Armbruster nominiert, die seit 20 Jahren als Referentin für die Universität Potsdam arbeitet. Die 55-Jährige setzt mit dem Wahlkampfslogan „Mein Programm heißt Potsdam“ auf das Heimatgefühl der Bürger und will die wachsende Stadt nicht nur im Zentrum, sondern auch in den Stadtteilen weiterentwickeln. Dazu gehört für sie der Ausbau der Radwege und des Nahverkehrs.

Für die AfD kandidiert Dennis Hohloch, der seit vier Jahren im Stadtparlament sitzt. Der 28-Jährige hatte Ende 2013 die SPD verlassen, aus Enttäuschung über „antideutsche Parolen und Haltungen vor allem in den Reihen der Jusos“, wie Hohloch in einem Interview sagte. Der 28-Jährige wirbt für eine autofreundliche Stadt und eine weitere Brücke über die Havel.

Kandidat der linksalternativen Szene ist Lutz Boede, der als Geschäftsführer der Stadtparlaments-Fraktion für die Wählergruppe Die Andere antritt. Der 53-Jährige wendet sich mit dem Slogan „Die Stadt ist kein Museum“ gegen den Umbau der Stadtmitte mit dem Abriss von DDR-Architektur und dem Wiederaufbau des barocken Grundrisses. Daher kämpft Boede auch gegen den bereits begonnen Wiederaufbau der Garnisonkirche.

Seit Einführung der Direktwahl des Stadtoberhaupts durch die Bürger im Jahr 1993 lieferten sich in Potsdam stets die Kandidaten der SPD und der PDS beziehungsweise Linke ein Duell - dreimal kam es zur Stichwahl, in der sich jeweils die SPD durchsetzte. Nur der spätere Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gewann 1998 direkt im ersten Wahlgang gegen die Linke-Kandidatin Anita Tack.

Besonders knapp fiel die Stichwahl im Jahr 2002 zwischen Jakobs und dem Linke-Kandidaten Hans-Jürgen Scharfenberg aus: Jakobs kam mit einem hauchdünnen Vorsprung von 50,1 Prozent der Stimmen ins Amt. Scharfenberg musste sich mit 49,9 Prozent geschlagen geben.

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