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Jugendarbeit
100 000 Euro für Jugendclub-Sanierung

Seit April im Amt: Jugendkoordinator Danny See
Seit April im Amt: Jugendkoordinator Danny See © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 16.09.2018, 11:00 Uhr
Kremmen (MOZ) 100 000 Euro steckt die Stadt in die Dach- und Fassadensanierung des Jugendclubs in Kremmen. Auch die Außenanlagen sollen 2019 erneuert werden. Hier könnten laut Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) die Jugendlichen mit anpacken.

Er hat sich eingelebt: Seit April ist Danny See Kremmens neuer Jugendkoordinator. Der Prignitzer hatte keinen leichten Start. „Kinder und Eltern waren sehr unruhig, die Kollegen verunsichert“, schildert der 33-Jährige seine Ankunft in Kremmen. „Ich musste sensibel arbeiten, Vertrauen aufbauen.“ Begründet liegt das in seiner Vorgängerin Vivien Genzow, die erst im vorigen Juli die Stelle antrat. Weder Jugend noch Eltern waren offenbar mit ihrer Arbeit zufrieden. Es gab Aussprachen mit der Verwaltung; einige Kinder blieben lieber daheim als in den Club zu gehen. Mittlerweile hat sich die Aufregung gelegt. „Die Kids sind cool. Wir haben einen Clubrat ins Leben gerufen, um mehr Teilhabe der Jugendlichen zu ermöglichen.“ Auch die Eltern und etablierten Kollegen seien eine große Unterstützung.

Im Sozialausschuss am Donnerstag bilanzierte Danny See seine Arbeit. Er wies auf die zahlreichen Veranstaltungen hin, die der Club auf die Beine stellt, und resümierte Feste im Stadtgebiet, die die Jugendlichen unterstützen und mitunter mit ausrichten. Er sprach über Schulkooperationen, die vertieft werden können, und die Herausforderung, Angebote für ältere Clubgänger zu etablieren. Gelungen sei zudem die Vernetzung mit den Senioren. Das hört sich nicht nur zeitintensiv an; es ist es auch. „Es ist schwer, Überstunden zu vermeiden. Die Offene Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit.“ Die zeichnet sich durch Zeit und Aufwand aus. „Bei den ganzen Festen und Projekten ist es schwierig, alles abzudecken.“

Bürgermeister Busse bezeichnete das Engagement als „hochachtungsvoll“. Der Ausschussvorsitzende Reiner Tietz (Linke) sowie Gerhard Mittelstädt (SPD) regten wegen der aufwändigen Arbeit eine Erhöhung der Wochenstunden der städtischen Mitarbeiter an. Danny See und eine Mitarbeiterin haben eine 40-Stunden-Woche, eine andere Kraft arbeitet 30 Stunden, ein Rentner unterstützt auf geringfügiger Basis zehn Wochenstunden. Am Freitag ließ sich Busse in der Verwaltung als Reaktion auf die Überstunden-Information auflisten, wie die Stunden zusammenkommen. Er will eruieren, wie Ressourcen eventuell anders verteilt oder gebündelt werden können, um Arbeitsprozesse optimieren zu können.

Optimierungsbedarf gibt es zudem am Clubhaus selbst. Busse stellte fürs kommende Jahr eine energetische Dachsanierung und Fassadenerneuerung in Aussicht. 100 000 Euro sind dafür im Haushalt eingestellt. Busse hofft auf Fördermittel, mit denen auch die Außenanlage in Angriff genommen werden kann. Danny See: „Es wäre natürlich toll, könnte man diese Ecke attraktiver gestalten.“ Der gut besuchte Club liegt zwischen Schule, Fußballverein und Stadtpark.

Busse würde im Außenbereich gerne die Jugendlichen miteinbeziehen. Auch um noch mehr Identifikation mit dem Club zu schaffen. Er erinnert sich dabei an seine eigene Clubzeit Mitte der 1990er-Jahre. „Wir haben von der Stadt Material zur Verfügung gestellt bekommen und selbst mit angepackt, Sand gekarrt, den Basketballplatz hergerichtet“, sagt er. Durchaus denkbar sei deshalb, wenn die Arbeiten mit einem Projekt des Clubs begleitet werden.

Eine Stadt, vier Clubs

■ Die Offene, vom Landkreis Oberhavel unterstützte Jugendarbeit im Stadtgebiet Kremmen verteilt sich auf vier Standorte: Es gibt Clubs in Kremmen, Beetz, Staffelde und Flatow.

■Neu ist in diesem Jahr, dass die seit 25 Jahren bestehende Kremmener Jugendeinrichtung an sechs Tagen in der Woche geöffnet hat. In Beetz und Staffelde sind an drei Tagen Jugendbetreuer vor Ort, in Staffelde an zwei.

■ Danny See lebt in Neuruppin. Dort war er als Schulsozialarbeiter tätig. Mit Anfang 20 betreute und leitete er Kinderferienlager. Später arbeitete er im Hamburger Jugendamt. Erreichbar ist er im Kremmener Club unter 033055 74162.

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