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Der 51. Internationale Kinderzeichenwettbewerb ist in Schwedt mit einer großen Austellung und Auszeichnung der Preisträger feierlich eröffnet worden. Unter 1347 Einsendungen von Kindern und Jugendlichen aus 16 Ländern wählte die Jury rund 600 Arbeiten für die Ausstellung aus. 40 Preisträger wurden gekürt.

Zeichenwettbewerb
Von bunten Dackeln und Möhren an der Wäscheleine

Daniela Windolff / 17.09.2018, 11:30 Uhr - Aktualisiert 17.09.2018, 12:51
Schwedt (MOZ) Der 51. Internationale Kinderzeichenwettbewerb ist in Schwedt mit einer großen Ausstellung und Auszeichnung der Preisträger feierlich eröffnet worden. Unter 1347 Einsendungen von Kindern und Jugendlichen aus 16 Ländern wählte die Jury rund 600 Arbeiten für die Ausstellung aus. 40 Preisträger wurden gekürt.

Die ganze Welt in bunten Farben ist im Foyer der Uckermärkischen Bühnen zu sehen. Die Welt, wie sie Kinder sehen. Kinder in Deutschland, in Polen, Russland, Bulgarien, Ungarn, in Tschechien, in der Schweiz, in Indonesien, in China. Diesen weiten Weg nahmen in diesem Jahr über 100 Arbeiten von drei Malschulen in Hongkong. Das bewog die Organisatoren des Internationalen Kinderzeichenwettbewerbs  dazu, die  Bilder aus China besonders ins Licht der Ausstellung zu setzen. „Uns überrascht und freut besonders, dass sich die Arbeiten nicht mehr so auf Mangas konzentrieren, sondern die jungen Künstler auch ihre Lebenswelt abbilden und auch politische Themen aufgreifen“, sagt Projektleiter Norbert Löhn. Seit 2012 ist die Schwedter Musik- und Kunstschule Träger des Wettbewerbs. 1967 als internationaler Wettbewerb unter dem Motto „Entlang der Erdölleitung Freundschaft“ in Schwedt ins Leben gerufen, ist er heute nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der größten und wohl buntesten Malwettbewerbe in Deutschland. Es beteiligen sich längst nicht mehr nur Kinder, die entlang der Erdölltrasse zwischen Schwedt und Russland leben. Der Internationale Kinderzeichenwettbewerb in Schwedt lockt inzwischen Kinder aus aller Welt an die Tuschkästen. Zum ersten Mal beteiligten sich in diesem Jahr sogar Kinder aus Australien. Auch Estland ist erstmals vertreten.

Mädchen und Jungen aus 16 Ländern haben sich am 51. Internationalen Zeichenwettbewerb beteiligt. 670  Einsendungen sind seit Freitag in der Ausstellung zu sehen. Bis zum 10. Oktober hat die bunte Bilderschau an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt geöffnet. Aus 1347 Malereien, Linol-
schnitten, Collagen und Bleistiftzeichnungen hat eine Jury die Schönsten für die traditionelle Ausstellung zum Abschluss des diesjährigen Internationalen Zeichenwettbewerbes ausgewählt. Dieser Wettbewerb hat in Schwedt vor 51 Jahren seinen Anfang genommen.
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51. Internationeler Zeichenwettbewerb

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Eine internationale Jury unter dem Vorsitz der Kunstpädagogin Katrin Voss hatte aus der Einsendeflut die besten Arbeiten für die Ausstellung ausgewählt und die Allerbesten in verschiedenen Altersklassen prämiert - Schwerstarbeit mit Herzblut und Einfühlungsvermögen in die Sichtweise von Kindern.

Gewertet wurden unter anderem Individualität, Originalität und der Umgang mit verschiedenen Maltechniken. Auch die Perspektive der Kinder und die Widerspiegelung ihrer Welt spielte bei der Auswahl eine Rolle.

Die Vielfalt ist überwältigend und Ausstellungsbesucher entdecken sicher ihre ganz persönlichen Favoriten, den sie für den Publikumspreis vorschlagen können. Vielleicht ist es ja das Drachenbootrennen von Yung Yung (13) aus China, die fauchende Katze von Moritz Webert (8) aus Schwedt, der mit seiner ganzen Klasse, der Kunstklasse der Schwedter Brechtschule unter Leitung von Kati Hille, am Wettbewerb teilnahm und zu den Preisträgern gehört. Einen lustigen Schuster in seiner Werkstatt malte Violetta Koschunowa (9) aus Russland, ein Mädchen mit einem Hund an der Leine hat Lina Wagner (9) aus Angermünde gezeichnet. Die Ziege unter einer Wäscheleine voller Möhren von Matti Muth (8) hat es sogar als Titelbild aufs Plakat und die Einladungen zum  Wettbewerb geschafft. Auch mit Themen der Digitalisierung, mit tosendem Verkehr oder mit Tabuthemen wie ungewollte Schwangerschaft setzen sich junge Künstler auseinander. Die Jury hat sich auch für das sehr berührende und aufrüttelnde Bild einer abgehärmten weinenden Frau hinter Stacheldraht entschieden, das die 19-jährige Julia Müller aus Falkensee malte. Das könnte überall sein, in einem Flüchtlingslager, in  einem  Gefängnis, das könnte im zweiten Weltkrieg sein und passt doch erschreckend auch in die heutige Zeit. „Ich wollte einfach nur Mitgefühl ausdrücken, für alle Menschen, denen Leid widerfährt“, erzählt Julia, die zum ersten Mal am Wettbewerb teilnimmt und sich freut, gleich einen Preis bekommen zu haben. „Es ist überhaupt schon toll, unter so vielen Bildern aus aller Welt mit dabei zu sein.“

Das ist auch für die Kinder der Lebenschule Prenzlau eine ganz besondere Auszeichnung. Die Jungen und Mädchen mit Behinderungen haben in einer Gemeinschaftsarbeit eine Collage mit Blumen und Schmetterlingen gestaltet, pure Lebensfreude.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Oktober in den Uckermärkischen Bühnen zu sehen.

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