Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mit zwei Schlägen hat Jürgen Polzehl die Sache im Griff / Theater-Intendanz singt dafür Herzilein als „Krone der Popkultur“

Oktoberfest
Bürgermeister gewinnt Fassbier-Wette

Oliver Schwers / 23.09.2018, 20:45 Uhr - Aktualisiert 25.09.2018, 14:38
Schwedt (MOZ) Fast drei Tage lang hat Schwedt ein zünftiges Oktoberfest gefeiert. Die große Party unter freiem Himmel und im Festzelt, die jeweils bis in die Nacht dauerte, brachte ein Massen-Publikum auf die Beine. Bürgermeister Jürgen Polzehl bewies, dass er auch Bier anzapfen kann.

Das hätte mancher Schwedter gern gesehen: Der Rathauschef als Wildecker Herzbube verkleidet und mit dem Mikro in der Hand „Herzilein“ singend. Genau das wäre zur Premiere des Bunten Weihnachtstellers passiert, hätte Jürgen Polzehl die Super-Wette des Oktoberfestes verloren. Seine Herausforderer - Schauspieldirektor André Nicke und Intendant Reinhard Simon - von den Uckermärkischen Bühnen hatten ihm nicht zugetraut, dass er mit weniger als fünf Schlägen ein Fass Freibier anzapfen kann. Doch Polzehl hat jahrelange Erfahrung, schließlich war es nicht die erste Bier-Fete dieser Art in der Oderstadt.

Und so schritt er am Freitagabend in zünftigem rot-weiß kariertem Hemd ins Festzelt und ließ sich vorsichtshalber eine Schürze umbinden. Dann der spannende Moment: Beim ersten Schlag saß der Zapfhahn schon recht gut im Loch. Um beim zweiten floss schon der Gerstensaft unter großem Jubel. Dem Bürgermeister fiel sichtlich ein Stein vom Herzen. Offenbar hatte ihm die Vorstellung, als Herzbübchen auf der Bühne zu stehen, weniger gefallen. Er schwor: „Nein, Anzapfen geübt habe ich vorher nicht.“ Und Rekord war es auch nicht. Mit zwei Schlägen hatte er es in früheren Jahren schon einmal geschafft.

Damit standen nun einen Tag später die Double-Buben Reinhard Simon und André Nicke am Theater und freuten sich auf den Showeffekt als „Krone der Popkultur“. Auch hier gab es Freibier.

Schwedt will mit seinem Gute-Laune-Fest weniger die bayrische Lebensart kopieren, sondern vielmehr ein Stück der dortigen Mentalität an die Oder bringen. Feiern, Spaß, Tanzen, Singen und Bier trinken bis in die Nacht. Dazu viel zu essen und zu sehen. Sogar Dirndl waren hier und da im Publikum zu sehen. Wie immer gehörte das nächtliche Feuerwerk zu den beliebtesten Höhepunkten des Wochenendes.

Der Bürgermeister hatte noch einen Auftritt: Er musste Agenda-Diplome an Kinder aus der Region verleihen. Insgesamt nahmen in diesem Jahr rund 400 Mädchen und Jungen an dieser Form der Sommerfestspiele teil. 40 von ihnen erhielten Diplom und Präsent vor der Bühne in der Auguststraße.

Dicht umringt das Café der Märkischen Oderzeitung, wo neben Kaffee und Kuchen die berühmten Sammeltassen zu haben waren. Und was da zwischen Händlern und Schaustellern durch die Straßen zottelte, war kein Untier, sondern ein echter Kruschel - das plüschige Zeitungsmonster, welches Kindern die Welt erklärt.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG