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Festival Alter Musik holt seit 25 Jahren große Werke und international renommierte Künstler nach Bernau

Alte Musik
Musik aus früherer Zeit ganz nah

Olav Schröder / 23.09.2018, 21:00 Uhr
Bernau (MOZ) Mit dem 25. Festival Alter Musik ist in Bernau ein grandioses Musikwochenende zu Ende gegangen. International renommierte Künstler und Ensembles prägten die Konzerte und Inszenierungen, die in einem großen Bogen barocke Lebensfreude darstell-ten.

Locker und unbefangen eröffnete das spanische Ensemble Le Tendre Amour den Reigen des Festivals in der Bernauer Marienkirche. Eine erstklassige szenische Aufführung des Oratoriums „Esther“ von Cristiano Giuseppe Lidarti prägten nicht nur mitreißende Gesangs- und Instrumentalsoli, sondern auch der argentinische Schauspieler und Theaterdirketor Adrián Schvarzstein. Im historischen Gewand mischte er sich mit clowneskem Spiel vor Beginn der Aufführung unter das Publikum, verteilte Ratschen, die die Zuschauer während des Spiels auf sein Geheiß einsetzten und so in die Geschichte von „Esther“ eingriffen: Das Oratorium berichtet, wie Esther das jüdische Volk vor der Ermordung durch einen persischen Minister bewahrt.

Mit der Auswahl des Werkes des unbekannten Komponisten Lidarti lag die künstlerische Leitung des Festivals – die gemeinsam der Förderverein St. Marien als Veranstalter und die Berliner lautten compagney besorgten – goldrichtig. Besucherin Brigitta Deckenbach aus Berlin hatte beispielsweise gerade dieses Oratoriums und seine szenische Aufarbeitung neugierig gemacht. Die Zuschauer erlebten eine dramatische Inszenierung mit fröhlichem Ausgang. Diana Sandler, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, war im Publikum und so begeistert von der Musik, dass sie der Sopranistin Aurora Pena beim Schlussapplaus eine Kette mit einem Perlmuttherz um den Hals legte.

Den Rückhalt, den das Festival in Bernau genießt, machte Bürgermeister André Stahl mit dem Hinweis auf die vielen Sponsoren von der Barnimer Sparkasse bis hin zu Handwerkern, Dienstleister und vielen anderen deutlich. So waren unter den Gästen Brandenburgs Landtagspräsisentin Britta Stark und der Barnimer Sparkassenchef Uwe Riediger.

„Das Festival besteht seit 25 Jahren und ohne Unterbrechung. Das ist ein schönes Gefühl“, sagte Anette Grahl-Römer, die zehn Jahre lang den Vorsitz des Fördervereins inne hatte. Sie faszinierte vor allem das Concerto Veneziano der lautten compagney um Wolfgang Katschner und Birgit Schnurrpfeil, an dem auch Barnimer Musikschüler mitwirkten. Wie im alten Venedig nutzen sie in der Bernauer Marienkirche die Emporen, um von verschiedenen Ebenen aus zu musizieren und so tatsächlichen Raumklang entstehen zulassen.

„Die Szene der Alten Musik ist heute in Berlin, in den Niederlanden und Frankreich zu Hause“, so Anette Grahl-Römer. „Und wir können die gleichen Werke und Musiker mit Weltspitzenqualität in Bernau hören“, fügt sie hinzu und unterstreicht damit die Bedeutung des Festivals für die Stadt.

Dass sich das Festival und die Kirchengemeinde bereits gemeinsam auf das kommende Jahr einstellen, darauf wies Pfarrerin Konstanze Werstat hin. Dann wird das 500. Jubiläum der Marienkirche gefeiert. Das Festival Alter Musik steht vom 23. bis 25. August auf dem Programm.

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