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Reitturnier
Mit Samson auf Erfolgskurs

Janet Neiser / 30.09.2018, 16:34 Uhr - Aktualisiert 30.09.2018, 16:42
Wiesenau (MOZ) Dutzende Pferde haben am Wochenende bei Wiesenau die Blicke von Jung und Alt auf sich gezogen. Die sechste Auflage des Reitertages der Abteilung Reitsport der SG Wiesenau lockte jede Menge Zuschauer an, und die konnten staunen und jubeln.

Sie kommen von überall her, aus Seelow, Bad Saarow, Fürstenwalde, Eisenhüttenstadt und natürlich aus dem Amt Brieskow-Finkenheerd. Schon die Kennzeichen auf dem Parkplatz am Buschgraben zeigen, dass der Reitertag in Wiesenau einen guten Ruf genießt. Und diesmal spielt auch Petrus mit. „Das ist genau das richtige Wetter“, meint eine etwas ältere Frau im Vorbeigehen zu dem Mädchen, das hoch zu Ross sitzt und seinen Auftritt wohl schon hinter sich hat. Ein paar Schritte weiter lassen sich zwei Braune gerade Heu schmecken und genießen die Striegeleinheiten.

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Reitertag in Wiesenau

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Auf der Reitanlage selbst herrscht mächtige Betriebsamkeit. In der Ausreitzone bereiten sich ein paar junge Damen auf das Springreiten vor. Immer wieder setzen sie zu Sprüngen an und loben ihr Pferd mit kurzem Tätscheln am Hals. Charlotte hat ihren ersten Parcours mit Shady bereits gemeistert und wartet nun auf die Preisverleihung. Mit einer 8,5, die die Punkterichter ihr und dem Pferd gegeben haben, stehen die Chancen richtig gut. „Ich reite, seit ich neun Jahre alt bin“, erzählt die 14-Jährige aus Biegen. Shady sei sechs Jahre alt und ihr Pferd. „Sie ist die geborene Springreiterin“, lobt eine ihrer Freundinnen. Jedes Wochenende sei sie bei Reitertagen oder Turnieren, erzählt Charlotte. Stress ist das für sie nicht, eher Spaß. Und als sie kurz darauf auch noch Erste in ihrem Durchlauf wird und mit gelber Schleife eine Ehrenrunde dreht, da platzt sie fast vor Stolz.

Zoe möchte auch irgendwann einmal über Oxer fliegen und Steilsprünge bewältigen. Die Siebenjährige sitzt am Parcoursrand und schaut gebannt auf die Pferde, die immer wieder an ihr vorbeikommen. „Ich reite jedes Wochenende in Diehlo“, erzählt das Mädchen aus Lawitz. An Pferden sei einfach alles toll, findet sie. Da stimmen ihr Greta, die erst mal einen Schluck aus einer Trinkflasche mit Pferdemotiv nimmt, und Therese zu. Auch sie haben es sich auf dem Boden gemütlich gemacht und bewundern die Pferde und die Reiterinnen. Reiter hingegen sind an diesem Tag rar.

„Vor 50 Jahren sind wir selber hier geritten“, erinnert sich Gerhard Zeh aus Wiesenau, der das Treiben gemeinsam mit ein paar Freunden verfolgt. „Alle 14 Tagen machen wir doch unseren Alt-Männer-Treff“, meint einer davon und stößt darauf mit einem Bierchen an. Er habe selbst noch ein Pferd, erzählt Zeh. 83 Jahre alt ist er mittlerweile, seine Liebe zu Pferden aber kennt kein Alter. „Ich reite hier nächstes Jahr mit“, meint er scherzhaft. Allerdings würde er dann die Hindernisse etwas schwieriger gestalten. „Die Stangen liegen schon etwas niedrig“, findet er, und das wird er sicherlich auch noch seiner Enkeltochter sagen, die bei dem Reitertag sozusagen den Hut auf hat.

Die ist derweil mit ein paar Helfern tatsächlich damit beschäftigt, zumindest die eine oder andere Stange ein paar Zentimeter höher zu stellen. Denn jetzt kommen gleich die, die etwas erfahrener auf den Pferderücken sind und sich mehr zutrauen. So wie Jasmin Schwiegk aus Ziltendorf, die in diesem Jahr schon Kreismeisterin geworden ist – auf Samson, mit dem bereits ihre Mutter Turniere geritten ist. Ich versuche täglich zu reiten“, sagt die 14-Jährige, die zumindest nach außen ausgesprochen ruhig wirkt. Beim Ablaufen des Parcours geht sie den Weg zu jedem Hindernis genau durch und nickt den Punkterichtern schon mal freundlich zu. Die werden sie und Samson gleich bewerten, neben 20 weiteren Startern. Dabei zählt nicht nur, dass sie keine Stange reißen, sondern auch, welches Bild sie und das Pferd abgeben – wie die B-Note beim Eiskunstlaufen. Dann ist die 51 dran. Jasmin und Samson. Alles läuft perfekt. Kein Fehler. Eine 8,1. „Super!“, freut sich Uta Schwiegk mit ihrer Tochter. Platz 1. Das Siegerfoto fürs Familienalbum darf natürlich fehlen. Die gelbe Schleife macht Jasmin danach gleich von Samsons Hals ab. „Die sammle ich.“

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