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Danewitzer Hoffest zieht Familien auf die Äcker und viele Nachbarn zum Fachsimpeln über Landwirtschaft an

Feldexpedition
Als nächstes geht es in die Kartoffeln

Andrea Linne / 02.10.2018, 06:00 Uhr
Danewitz (MOZ) Danewitz. Gekringelt, gekugelt, krumm oder lang und dünn – so liegen die 25 Sorten Kürbisse, die auf Danewitzer Feldern wachsen, an der Dorfstraße aufgebaut. Zum Hoffest nach Abschluss der Ernte hat Familie Hübner in Ställe und auf Felder eingeladen.

Die ganze Familie hilft mit, packt an, wenn so ein Ereignis vorzubereiten ist. Kartoffelsuppe dampft, Wildbratwürste liegen auf dem Grill, die Ställe sind geöffnet, Bänke zum Sitzen verteilt. Andreas Schmidt schaut vorbei. Der 58-jährige Grüntaler ist mit Enkelsohn Dominik Schmidt gekommen. „Zum Fachsimpeln“, wie er unumwunden zugibt. Um Soja als Futter geht es, um Gerätschaften und natürlich um das Wetter.

Das hat im zurückliegenden Sommer auch bei Hübners auf dem Hof seine Spuren hinterlassen. „Bei Kartoffeln haben wir nur 40 Prozent geerntet, bei Getreide 30 bis 40 Prozent“, sagt Babette Hübner, die gemeinsam mit ihrem Mann Karsten in Danewitz wirtschaftet. 400 Tiere weiden auf den Flächen. „Wir müssen längst zufüttern“, macht die Agrarfachwirtin deutlich.

Sie kam durch die Liebe ins Dorf. Der Hof Hübner aber kann im kommenden Jahr bereits 170-Jähriges feiern. Seither wandert der Hof des 53-Jährigen durch die Familie. Als Mitgründerin der gentechnikfreien Region Barnim verbindet seine Frau bäuerliches Wirtschaften über Generationen auf dem Hof mit modernen Anbaumethoden. Tochter Josefine steigt in die Fußstapfen der Eltern und studiert an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde ökologischen Landbau. „Vor allem die Direktvermarktung, aber auch Marketingideen, bringt sie schon bei uns ein“, erzählt ihre 51-jährige Mutter. Auch alle anderen Kinder sind da, wenn sie gebraucht werden. Darauf ist Babette Hübner stolz. „Das Berufsbild des Landwirts hat sich gewandelt. Wir wollen demnächst in die Ausbildung einsteigen“, berichtet die Danewitzerin, die Chefin von sechs Mitarbeitern ist. So soll ab 2020 auch die landwirtschaftliche Fläche verdoppelt werden, damit weitere Freilandhaltung möglich ist. Aktuell wartet die Bauernfamilie darauf, die Schweine laufen zu lassen. Noch grunzen die fröhlich in den Stallungen des historischen Gehöfts.

„Heute geht nichts ohne Computertechnik“, berichtet Babette Hübner. Ob auf den Erntemaschinen oder beim Drillen – physikalisches und technisches Verständnis muss der Landwirt von heute mitbringen. „Praktika sind schon jetzt bei uns möglich“, macht die Bäuerin potenziellen Bewerbern Mut. Gänse, Schafe, Ziegen und Hühner flattern oder laufen über die Freiflächen. Die Scheune wurde 2017 neu gebaut. Den Vorsatz, gentechnikfrei zu produzieren, setzt Familie Hübner schon seit langem um.

Als Nächstes geht es rein in die Kartoffeln. Rüben und Möhren müssen noch vom Feld, der Hofladen ist immer frisch bestückt. Doch am Sonnabend steht der Spaß obenan. Treckerfahrten für Kinder, Ausflüge zu den Tieren und Schnitzereien an Kürbissen sind im Angebot.

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