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Stadtbrandmeister Thomas Keil fordert in Stadtverordnetenversammlung Aufstockung der Mittel für Anschaffungen

Finanznot
Feuerwehren brauchen mehr Geld

Für ihren Einsatz fordert die Feuerwehr Unterstützung.
Für ihren Einsatz fordert die Feuerwehr Unterstützung. © Foto: dpa
Anett Zimmermann / 02.10.2018, 07:00 Uhr
Wriezen (MOZ) Nach zweijähriger Pause hat Stadtbrandmeister Thomas Keil die Wriezener Stadtverordneten über die Situation der Freiwilligen Feuerwehren informiert. Dabei forderte er unter anderem eine Aufstockung des Haushaltsbudgets für Anschaffungen.

Den noch immer nicht sichtbaren Fortschritt beim Thema Gerätehaus-Neubau in Wriezen zählt Stadtbrandmeister Thomas Keil zu den größten Problemen der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt. Dieser belaste unnötig die Nerven aller Kameraden, erklärte er in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. In seinem Bericht, der dieser Zeitung vorliegt, bat er darum, bald geeignete Vorschläge zum Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses für den Löschzug Wriezen zu unterbreiten und mit dem Bau zu beginnen.

Vorplanung, Ausschreibungsstand und Terminplan stehen am nächsten Montag unter anderem auf der Tagesordnung im Bauauausschuss. Dieser wird sich auch mit der Prioritätenliste für 2019/2020 befassen, die Bestandteil der Haushaltsplanung ist. So hatte Thomas Keil die Stadtverordneten jetzt ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Position „Allgemeine Unterhaltung der Feuerwehren“ so nicht bleiben dürfe. Sonst seien selbst Kleinanschaffungen nicht möglich, mahnte er. Die Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe erinnerte er. „Es sind Jahrzehnte verpasster Investitionen aufzuholen und irgendwann muss endlich damit angefangen werden.“

Daran, dass der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in der Kernstadt oberste Priorität hat, ließen die Stadtverordneten auch in ihrer jüngsten Sitzung keinen Zweifel, bestätigte Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) auf Nachfrage.

Aus Sicht des Stadtbrandmeisters muss auch in die Löschwasserentnahmestellen höher gelegener Ortsteile investiert werden. Darüber hinaus fehle noch immer die Gefahren- und Risikoanalyse und der daraus resultierende Gefahrenabwehrbedarfsplan als Grundlage, um den Brand- und Katastrophenschutz in Wriezen gewährleisten zu können. Erst kürzlich war die Zusammenarbeit mit der bereits seit 2015 beauftragten Fachfirma beendet worden. Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) hatte in der Stadtverordnetenversammlung im August über die Hintergründe informiert und angekündigt, dass die Stadt die Analyse nun selbst in die Hand nimmt.

Thomas Keil machte zudem deutlich, dass er es als Stadtbrandmeister für seine Pflicht hält, den Stadtverordneten jährlich zu berichten. Warum das Gremium darauf in den vergangenen zwei Jahren verzichtet habe, sei ihm nicht bekannt. Mit Blaulicht und Sirenen hatten die Freiwilligen Feuerwehren im April vergangenen Jahres zur Stadtverordnetenversammlung gegen die Inaktivität des Brandschutzträgers und die desolaten Bedingungen. Zwei Monate später hatte ein zeitweiliger Ausschuss Feuerwehr unter dem Vorsitz von Werner Selle (FDP) die Arbeit aufgenommen. Zuletzt waren dort die von Stadtbrandmeister vorgelegten Prioritätenlisten zu Investitionen in Gebäude und weiteren notwendige Anschaffungen, darunter Fahrzeuge, diskutiert worden.

Laut Thomas Keil sind in den neun Wehren der Stadt Wriezen und ihrer Ortsteile zurzeit 184 Männer und Frauen aktiv tätig. 2017 waren es zwei weniger. Hinzu komme die Alters- und Ehrenabteilung sowie die Jugendfeuerwehr mit insgesamt 64 Mitgliedern. Die Einsatzkräfte seien in diesem Jahr bereits 129-mal alarmiert worden. 2017 sei dies insgesamt 182-mal der Fall gewesen. Größte Herausforderung sei es, die Tageseinsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten, da mehr als 90 Prozent der Einsatzkräfte berufstätig sind. Oft allerdings außerhalb der Stadt.

Nicht unerwähnt ließ Keil, dass sich viele Feuerwehrleute erfolgreich aus- und weitergebildet haben – von der Grundausbildung über die zum Truppführer, zu Funk und Atemschutz, zum Maschinisten und auch Drehleitermaschinisten, zu Ersthelfern und Führungskräften. Im April sei zudem eine der zwei geplanten Übungen vollzogen worden.

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