Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Projekt
Grundschüler drehen Trickfilme

Vorbereitung fürs nächste Bild: Yanick ordnet die Figur seines Zeichentrickfilms an. Gedreht wird im Stop-Motion-Verfahren. Anders als beim richtigen Film braucht es für eine Sekunde aber nur zehn statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde.
Vorbereitung fürs nächste Bild: Yanick ordnet die Figur seines Zeichentrickfilms an. Gedreht wird im Stop-Motion-Verfahren. Anders als beim richtigen Film braucht es für eine Sekunde aber nur zehn statt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 02.10.2018, 14:00 Uhr
Wildberg (MOZ) Wildbergs Sechstklässler durften sich am Montagmorgen als Nachwuchsregisseure ausprobieren. Innerhalb von drei Stunden fertigten sie kurze Trickfilme an.

Yanick beugt sich über einen Pappkarton und bewegt eine ausgeschnittene Papierfigur nur um ein paar Millimeter. Dann drückt er auf den Fotoauslöser eines Tablets, das an einer Öffnung über der Box angebracht ist. Die Box ist quasi ein kleines Filmstudio. Mit Pappe und Papier haben Yanick, Leonie und Alissa die Kulisse für ihre Szene gestaltet. Eine in der Kiste befestigte Lichtröhre leuchtet die Szenerie aus. Die Handlung ist kurz und simpel: Greg, die Figur aus der Kinderbuchreihe „Gregs Tagebuch“, springt zu zwei Mädchen in den Swimmingpool. Anders als beim richtigen Film, in dem pro Sekunde 24 Einzelbilder gemacht werden, nehmen die Kinder nur zehn Bilder für eine Sekunde auf. „Für eine Handlung von 30 Sekunden müssen also 300 Einzelbilder geschossen werden“, erklärt Franziska Busse vom Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin (Kijufi). Die Tablets sind mit der kostenlosen App „Stop-Motion“ ausgestattet, mit der die Kinder ihre Filme Bild für Bild aufnehmen können.

Den Workshop bietet der Kijufi gemeinsam mit dem Medienzentrum des Landkreises im Rahmen des Literarischen Bilderbogens an. Die Tablets, mit denen die Kinder arbeiten, hat das Medienzentrum gestellt. „Wir machen insgesamt sechs Workshops  zum Thmea Trickfilm“, erklärt die Koordinatorin des Medienzentrums, Imke Strauß. Wildberg bildete den Auftakt. In den nächsten Tagen werden noch fünf weitere Schulen im Kreis besucht. Da es sich um einen Kreativwettbewerb handelt, gibt es für die einfallsreichsten Kurzfilme Preise. Eine Jury wertet die Beiträge in den Herbstferien aus. „Was es zu gewinnen gibt, soll aber eine Überraschung sein“, so Strauß.

Den Hintergrund und die Figuren gestalten die Kinder selbst. Auch die Handlung müssen sie sich eigenständig ausdenken. Franziska Busse hat ihnen lediglich den Tipp gegeben, dass die Handlung einen Anfang, einen Höhepunkt in der Mitte und ein Ende haben sollte. Die meisten Gruppen haben sich wie Yannick eine Geschichte rund um Greg ausgedacht. Nur Lana, Lara, Maxi und Vivienne haben eine Handlung ersonnen, in der ihre Lieblingsfiguren vorkommen: Tina aus „Bibi und Tina“, Anna aus dem Buch „Plötzlich It-Girl“, Mika aus „Ostwind“ und der Youtuber Jonas Ems.

Während die anderen Kinder noch eifrig dabei sind, Fotos zu machen, gehen Yannick, Leonie und Alissa schon in einen Nebenraum, um eine Tonspur zu den bewegten Bildern einzusprechen. Am Ende nimmt Franziska Busse die fertigen Werke mit zum Kijufi. Dort gehen die Filme in die Postproduktion und erhalten unter anderem wie richtige Kinoproduktionen einen Abspann.

Die Deutschlehrerin Dorén Meintzer ist begeistert von dem Workshop. „Das ist ein tolles Projekt. Das können die Kinder auch zu Hause für sich machen. Vielleicht entdecken einige ja auch ihren zukünftigen Beruf“, sagt sie. Viele Kinder und Jugendliche würden auch schon früh eigene Gehversuche als Youtuber wagen. „Einige stellen da aber auch Mist rein. Da ist das mal eine Alternative.“

Die Wildberger Sechstklässler haben mit dem Online-Videokanal bisher aber wenig am Hut. Die Frage, ob einer von ihnen schon einmal selbst einen Clip hochgeladen hat, bejaht lediglich Lana: „Einmal. Das habe ich aber wieder gelöscht, weil es mir peinlich war.“ Sie könnte sich aber durchaus vorstellen, weiterhin mit der Stop-Motion-App Trickfilme zu drehen und ins Netz zu stellen. Wer weiß, vielleicht ist das der Beginn einer Karriere. Wenn nicht, bleibt es zumindest eine neue Erfahrung und eventuell ein nettes neues Hobby.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG