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Siebenköpfiges Team bereitet in Teilzeit Mittagessen für Kitas und Schulen zu / Eltern entwickelten Modell für die Essenverorgung

Schulverpflegung
Wukantina setzt auf Regionalität

Im Vorbereitungsraum: Tobias Schumann putzt den in Lobetal angebauten Eichblattsalat. Eine Stunde später kommt die grüne Beilage auf den Tisch. Hinter der gläsernen Trennwand befindet sich der Kochbereich.
Im Vorbereitungsraum: Tobias Schumann putzt den in Lobetal angebauten Eichblattsalat. Eine Stunde später kommt die grüne Beilage auf den Tisch. Hinter der gläsernen Trennwand befindet sich der Kochbereich. © Foto: Wolfgang Rakitin
Olav Schröder / 06.10.2018, 12:45 Uhr
Mit der Herstellung von rund 60 Mittagessen täglich ist die Wukantina, eine von einer Elterninitiative eröffneten Großküche, in dieser Woche gestartet. Der siebenköpfige, kollektiv geführte Betrieb in Biesenthal hat sich auf die Verwendung von regionalen Produkten spezialisiert.

Die erste Mittagsmahlzeit, die in der umgebauten Großküche an der Ruhlsdorfer Straße in Biesenthal hergestellt wurde, war eine Karottencremesuppe mit Croutons, Gemüse und einer Nachspeise. Die Portionen wurden an die benachbarte Kita „Wukaninchen“ sowie die Freie Naturschule in Biesenthal ausgeliefert – aufgrund der Nähe mit einem Lastenfahrrad. „Für künftige Abnehmer wird ein Lieferfahrzeug erforderlich sein“, sagt Tobias Schumann, einer der Initiatoren. Gespräche gebe es mit Kitas und Schulen im Bereich von Eberswalde über Bernau bis Panketal. Unter den Abnehmern befindet sich auch ein Biesenthaler Betrieb, der die Essen selbst abholt. Überlegt wird gegenwärtig, ob das Angebot auch auf Frühstück und Vesper ausgedehnt werden soll. Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.

„Wir legen Wert auf Mahlzeiten mit einer hohen Nährstoffdichte“, beschreibt Annette Schmidt das Anliegen der Wukantina. Der Speiseplan orientiere sich an die Qualitätskriterien für Gemeinschaftsessen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Kontrolliert werde der Anteil an Proteinen, Vitaminen, Fetten und anderen Stoffen mit Hilfe eines Computerprogramms.

Die Idee, eine eigene Küche zu betreiben, entstand vor sechs Jahren: „Wir fanden keinen Anbieter, der regionale Produkte frisch zubereitet und für den Transport nur kurze Wege zurücklegen muss.“ Ausgelegt ist die Küche für maximal etwa 500 Essen am Tag. „Darüber verändern sich die Methoden der Zubereitung so stark, dass Qualitätseinbußen entstehen“, erklärt Annette Schmidt. Zwar erwerbe die Küche Bioprodukte, dennoch habe sie sich bislang nicht als Bio-Küche zertifizieren lassen. Der Grund: Dann dürften ausschließlich Produkte von anerkannten Biobetrieben verwendet werden. Nicht alle regionalen Anbieter hätten sich aber zertifizieren lassen, selbst wenn sie biologischen Anbau praktizieren.

Auch wenn die Regionalität eines der wichtigsten Anliegen der Küche ist, Ausnahmen werden gemacht, sagt Annette Schmidt. Beispielsweise essen viele Kinder Bananen besonders gern und sollen nicht auf sie verzichten.

Die Küche darf nur durch einen Desinfektionsbereich betreten werden. Die EG-Zertifizierung nahm das Gesundheitsamt des Landkreises vor. Zur Küche gehören Tiefkühl- und Kühlbereiche für Gemüse oder Milch, das (Trocken-)lager für Getreide und Nüsse, die Vorbereitungsküche zum Waschen der Früchte und der Auslieferungsbereich.

Drei Mitarbeiter sind pro Tag im Einsatz. Für den ersten beginnt die Arbeit um 6 Uhr, die beiden anderen folgen im Abstand von zwei Stunden. So können die Mahlzeiten dann zeitgerecht zum Mittagessen ausgeliefert werden.

Kontakt: www.wukantina.de

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