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Wechsel
Neues Team im Brandenburg-Preußen Museum

Wechsel: Anna Ogdowski (Mitte) verlässt das Team des Brandenburg-Preußen Museums. Die vergangenen Wochen arbeitete sie intensiv mit den beiden neuen wissenschaftlichen  Mitarbeitern Claudia Krahnert und Simon Purk an der neuen Ausstellung.
Wechsel: Anna Ogdowski (Mitte) verlässt das Team des Brandenburg-Preußen Museums. Die vergangenen Wochen arbeitete sie intensiv mit den beiden neuen wissenschaftlichen  Mitarbeitern Claudia Krahnert und Simon Purk an der neuen Ausstellung. © Foto: Brian Kehnscherper
Brian Kehnscherper / 07.10.2018, 08:31 Uhr
Wustrau (MOZ) Im Team des Brandenburg-Preußen Museums Wustrau vollzieht sich ein Wechsel. Zwei neue wissenschaftliche Mitarbeiter prägen die Arbeit nun mit. Eine andere Kollegin geht nach vier Jahren. Die Neuen haben gleich zu Beginn ihrer Arbeit eine Feuertaufe erhalten.

Seit Oktober 2014 arbeitet Anna Ogdowski in dem kleinen Wustrauer Museum. Sie hatte als Volontärin angefangen, war nach zwei Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin übernommen worden. Am Donnerstag hatte sie ihren letzten Arbeitstag. Es zieht sie zurück in die Heimat nach Hildesheim, wo sie über einen Quereinstieg als Lehrerin für Geschichte und Englisch beruflich neu starten möchte. Aus ihrer Zeit in dem Zietendorf nimmt die 32-Jährige viel mit. „Was ich am schmerzlichsten vermissen werde, ist, dass trotz großen Stresses der Team-Zusammenhalt hier immer sehr groß ist. Das werde ich woanders nicht erleben“, sagt sie. Der Eindruck einer eingeschworenen Mannschaft habe sich in den letzten Jahren immer wieder bestätigt. „Diese Erfahrung wird auf meinem zukünftigen Weg Gold wert sein. Davon werde ich lange zehren.“ In einem kleinen Museum wie dem in Wustrau haben die Mitarbeiter eine Flut von Aufgaben zu bewältigen: historische Forschung, Archivieren, das Konzipieren und Kuratieren von Ausstellungen, Museumspädagogik, Führungen. Während große Häuser für jede einzelne dieser Aufgaben eigene, spezialisierte Abteilungen beschäftigen, müssen die Mitarbeiter in Wustrau Alleskönner sein. Das hat in Ogdowskis Augen Vor- und Nachteile. Zwar ist sie dadurch sehr vielseitig geworden. „Es ist aber schwer, dann Prioritäten zu setzen. Man verhaspelt sich manchmal. Aber in einem solchen Fall haben die Kollegen immer geholfen.“

Ihre beiden neuen Kollegen machen Anna Ogdowski den Abschied nicht gerade leichter. Claudia Krahnert und Simon Purk arbeiten zwar erst seit einigen Wochen im Brandenburg-Preußen Museum. Diese hatten es aber in sich. Als Claudia Krahnert Anfang August ihren Dienst antrat, war es anfangs noch ruhig. Als einen Monat später Simon Purk zum Team dazu stieß, begann gerade die heiße Phase für die Vorbereitung der aktuellen Ausstellung zum Ende des Ersten Weltkriegs. Durch den unerwarteten Ausfall des Kurators und wissenschaftlichen Leiters des Museums, Dr. Stephan Theilig, kam viel Stress auf. Das ganze Team musste unter der Leitung  des Vorsitzenden der Museumsstiftung, Dr. Andreas Bödecker, improvisieren. Es blieben nur fünf Wochen für eine Aufgabe, die normalerweise mehrere Monate benötigt. „Der Wille war da, das Projekt zu realisieren. Wir haben alle unsere Kompetenzen zusammengetan. Ich glaube es ist uns gelungen“, sagt Simon Purk. Um das zu schaffen, musste ein geplantes Symposium im Museum abgesagt werden. Die Reaktionen der Besucher seien bisher durchweg positiv gewesen. Die Neuen konnten in kurzer Zeit beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind. Durch die große Herausforderung wuchsen die beiden Neuen mit dem restlichen Museumsteam schnell zusammen. Mit dem Weggang von Anna Ogdowski wird es nun etwas kleiner. „Ich habe auch schon etwas Trennungsschmerz“, gesteht Claudia Krahnert.

Die 40 Jährige bringt bereits viel Erfahrung ins Museum mit ein. Sie hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte der Uni Leipzig und zuletzt an der Akademie der Wissenschaften in Leipzig gearbeitet. Unter anderem betreute sie das Projekt „Magdeburger Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Ländern in Mittel- und Osteuropa“. Durch die Mitarbeit dabei hat sie bereits einen Bezug zur polnischer Geschichte, die auch im Brandenburg-Preußen Museum eine Rolle spielt. Zudem konnte Krahnert in ihren neun Berufsjahren bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Sammlungen sowie der Museumspädagogik sammeln.

Simon Purk kommt direkt von der Uni. Der 26-Jährige hat erst im März seinen Master in Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas an der Viadrina in Frankfurt an der Oder gemacht. Er hat sich sehr auf Polen spezialisiert und auch die Sprache des Nachbarlands gelernt. Nach dem Studium sammelte er erste Berufserfahrungen in einer Berliner Galerie. Jetzt, da die erste große Aufgabe bewältigt ist, möchte er sich in die Museumspädagogik einarbeiten. „Da werde ich nochmal ins kalte Wasser geworfen“, sagt er. Er dürfte sich  ja inzwischen bereits daran gewöhnt haben.

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