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Schüler aufgefordert
Scharfe Kritik an AfD-Vorhaben

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Symbolfoto © Foto: dpa/Marijan Murat
dpa / 09.10.2018, 15:28 Uhr - Aktualisiert 10.10.2018, 07:38
Potsdam (dpa) Die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag will nach dem Vorbild ihrer Hamburger Kollegen ein Internetportal einrichten, auf dem Schüler politische Äußerungen ihrer Lehrer melden können. Das kündigte die Partei bei einer Pressekonferenz im Landtag in Potsdam am Dienstag an. Bereits nächste Woche könne das Portal starten, sagte der AfD-Abgeordnete Steffen Königer.

Neben der Brandenburger AfD hatten bereits die Fraktionen in Sachsen und Berlin entsprechende Ideen geäußert. Nach einem Bericht der Funke Mediengruppe will auch die Fraktion in Baden-Württemberg mit einem solchen Meldeportal starten.

Bei dem Portal gehe es nicht darum, Lehrer zu denunzieren. Vielmehr sei man besorgt, dass das Neutralitätsgebot an Brandenburger Schulen nicht eingehalten werde und keine „wertungsfreie Bildung“ erfolge, so Königer weiter. Als Beispiel für einen meldefähigen Eintrag nannte der AfD-Abgeordnete, wenn Lehrer einseitig über die Flüchtlingspolitik berichteten.

Die CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag wandte sich gegen das Vorhaben der AfD. Man wolle keinen „Ideologie-TÜV“ für Brandenburger Lehrer, sagte Fraktionsvorsitzender Ingo Senftleben am Dienstag. Man hoffe darauf, dass die Fraktion ihre Pläne nicht in die Tat umsetze. Auch die Grünen lehnten das Vorhaben entschieden ab.

Die Linke-Fraktion reagierte empört. „Die bundesweite AfD Aktion mit anonymen Anzeigen gegen Lehrer will Kinder und Jugendliche instrumentalisieren und sie zu Denunzianten erziehen“, sagte deren bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg. Damit solle das Vertrauensverhältnis zwischen Schülern und Lehrkräften zerstört und den Lehrern Angst eingejagt werden. Zudem unterschätze die AfD das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, meinte Dannenberg. „Sie sind sehr wohl in der Lage, sich selbstständig und kritisch mit ihren Lehrern auseinanderzusetzen und dafür auch demokratische Möglichkeiten wie Klassen – und Schulsprecher zu nutzen.“

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Kurt Cr. 11.10.2018 - 17:53:23

Gesinnungsschnüffelei?

Die AfD dreht den Spieß lediglich um. Fußballvereine wie z.B. Eintracht Frankfurt, der Hamburger SV und SV Bremen wollen keine Mitglieder, die der AfD angehören oder diese wählen! Wie können sie das herausfinden? Nur durch Gesinnungsschnüffelei.

Jürgen Roth 11.10.2018 - 10:30:12

AfD Gesinnungsschnüffelei

Ein deutliches Beispiel wie schamlos die AfD agiert. Den AfD-Wählern sollte klar sein , was uns erwartet , wenn diese Partei an die Macht kommen würde. Wollen wir wirklich wieder Gesinnungsschnüffelei erlauben ? Nebenbei geht es nicht nur darum , dass Kinder zu Denuzianten erzogen werden. Die AfD will damit natürlich auch die Lehrer einschüchtern . Warum nicht gleich eine Webseite , wo jeder angezeigt werden kann , der gegen die AfD ist ?

Paul Müller 10.10.2018 - 16:41:23

So ist es Herr Lustig - Höcke hat Dauerurlaub verordnet bekommen ...

... der "Hutbürger" aus Dresden wurde zwangsversetzt und und und ... Da ist der Bestmensch einer AFD aber um einiges voraus ...

Rolf Lustig 10.10.2018 - 14:37:23

Vorkommnisse?

Die Vorkommnisse nennt man Meinungsfreiheit. Wir sollten da nicht Aktionen unterstützen, die stark an Vorwendezeiten erinnern.

Kurt Cr. 10.10.2018 - 10:20:08

getroffene Hunde bellen

Würde es die von der AfD angemahnten Vorkommnisse nicht geben, müssten sich die Kritiker doch gar keine Sorgen machen.

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