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zum Diesel-Urteil
Die Machtlosigkeit der Politik im Dieselskandal

Guido Bohsem
Guido Bohsem © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Meinung
Guido Bohsem / 09.10.2018, 19:31 Uhr
Berlin Der Diesel ist für die Umweltpolitik, was „Modern Talking“ für die Musikkritik ist: Wahnsinnig erfolgreich, unfassbar viele Leute fahren drauf ab und trotzdem kann man ohne großes Risiko dar­über meckern. Dass nun auch die größte deutsche Stadt die älteren Modelle sanktioniert, verschafft eine ähnliche Befriedigung wie ein Radioverbot für Dieter-Bohlen-Songs.

Erst die Schummel-Aktionen der Automobil-Industrie haben die Attacken der Öko-Aktivisten so richtig wirksam gemacht. Erst die Manipulation der Abgaswerte entfachte die öffentliche Aufregung so richtig. Das führt zu irren Verdrehungen. Manchmal scheint es fast, als ob Käufer alter Diesel vordringlich für den Schutz der Umwelt unterwegs sind, und nicht, weil es für sie billiger ist, als einen Benziner zu fahren.

Trotzdem, was den betroffenen Pendlern bisher als Kompensation angeboten wurde, reicht bei weitem nicht aus. Leider. Denn die schlechte Nachricht lautet, mehr wird es auch nicht werden. Die Regierung muss deshalb schnellstens reinen Tisch machen und auch einräumen, dass ihr die Macht fehlt, einen gerechten Ausgleich zu finden. Und der Verbraucher kann sich an den Herstellern rächen, indem er andere Autos kauft.

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Norbert Wesenberg 10.10.2018 - 18:03:16

Was nützt es...

...das Großstädte einzelne Straßen für Dieselfahrzeuge sperren, wenn die Dieselfahrer Umgehungsstraßen befahren und die Rußpartikelbilanz am Ende die gleiche bleibt? Oder die mit angeblicher Prämie entwerteten und verkauften alten Dreckschleudern letztlich in Osteuropa landen? Offensichtlich glaubt nicht nur der (Be)Scheuer(te) Bundesverkehrsminister, der auf der Lohnliste der deutschen Automobilkonzerne steht, dass dann die verdreckte Luft an den Grenzen Deutschlands halt macht. Man kann dem naiven deutschen Michel ja eine ganze Menge zumuten. Aber irgendwann ist das Maß des Erträglichen erreicht und er macht aus Frust sein Kreuzchen bei der AfD. In der Summe mit der Flüchtlingskrise trägt für die innere Zerrissenheit Deutschlands die Groko und in erster Linie Merkel, die Verantwortung. Man lügt sich einfach nur zu Lasten der Dieselfahrer die Taschen voll.

Paul Müller 10.10.2018 - 06:36:21

Chaos ? Es gibt EU-Phantasiegrenzwerte ...

... eine Politik die genau wusste das die Automobilindustrie besch.... und der von Trittin geschaffenen Versorgungs ähm nein Umwelthilfe ;) Diesem Abmahnverein, finanziert unter anderem durch Toyota, sollte man auch noch mal gesondert betrachten: http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/diesel-affaere/deutsche-umwelthilfe-bekommt-geld-von-toyota-14256098.html

Sigismund Ruestig 09.10.2018 - 23:48:12

Danke CDU! Danke „C“SU!

Und wem haben wir dieses Dieselchaos zu verdanken? Wie schon vor den Bundestagswahlen wollten insbesondere CDU und „C“SU, die ja seit Jahren die Automobilindustrie in ihren Betrügereien teils gedeckt, teils implizit dazu ermuntert hatten, das für Sie peinliche Thema noch vor den anstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen „abräumen“. Der Scheinkompromiss soll ganz offensichtlich deren potentielle Wähler ruhig stellen. Nach den Wahlen wird sich wieder erweisen, dass Scheinlösungen auch keine Lösungen sind! Schon gar nicht, wenn sich der Verkehrsminister Scheuer von der „C“SU mit der Rolle des Chefverkäufers von BMW, VW und Mercedes begnügt! https://youtu.be/njj5Z7KzG60 Und die gerichtlich verordneten Fahrverbote nehmen wöchentlich zu! Und die Verluste der Diesel-PKW-Fahrer steigen! Und die Gesundheit der Anwohner belasteter Straßen wird weiter ins Risiko gesetzt!

harald woitke 09.10.2018 - 20:26:27

Naivität oder Verharmlsung?

Selten habe ich einen solchen verharmlosenden Kommentar gelesen. Allein von Schummel-Aktion zu reden, zeigt schon den Vorsatz des Kommentators zur Meinungsmanipulation auf. Wirtschaftskriminalität, Betrug so zu verniedlichen grenzt schon an der Beihilfe zum Betrug. Selbstverständlich kann die Politik und insbesondere die Justiz die Kriminellen Machenschaften sanktionieren.Die böse, böse USA hat es eindrucksvoll bewiesen. Europarecht lässt es auch zu. Selbst deutsches Recht kann Milliardenbußgelder auferlegen. Aus diesem Topf könnte der Staat die Verbraucher entschädigen. Die unheiligen Netzwerke, die Deutschland AG müssen ausgehoben werden.Der Filz zwischen Wirtschaft und Politik lässt die Bürger in die Hände der Rattenfänger treiben. Dieser Staat agiert nur noch für die Netzwerke.

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