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Bundespräsident
Gysi für Rückzahlung von Zwangskredit an Griechenland

Begleitet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Staatsbesuch in Griechenland: Linken-Politiker Gregor Gysi.
Begleitet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Staatsbesuch in Griechenland: Linken-Politiker Gregor Gysi. © Foto: Jörg Carstensen/dpa
dpa-infocom / 10.10.2018, 09:58 Uhr
Berlin (dpa) Vor dem Staatsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Griechenland hat der Linken-Politiker Gregor Gysi Verständnis für finanzielle Forderungen Athens geäußert.

«Mir liegt ein bisschen auf der Seele, dass das damals besetzte Griechenland vom Nazi-Regime zur Zahlung eines Zwangskredits verpflichtet wurde», sagte der Vorsitzende der deutsch-griechischen Parlamentariergruppe im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Meines Erachtens ist die Bundesrepublik für dieses Darlehen immer noch haftbar.»

Die entscheidende Frage sei die Höhe der Zinsen, sagte Gysi weiter. «Die Bundesregierung sollte aus rechtlichen, politischen und moralischen Gründen sagen, wir zahlen das Darlehen zurück und bieten Verhandlungen über die Zinsen an.» Nach griechischen Angaben würde sich der zu zahlende Betrag auf etwa zehn Milliarden Euro belaufen.

Gysi begleitet Steinmeier bei dem Staatsbesuch. Der Bundespräsident besucht am Donnerstag das ehemalige Konzentrationslager Chaidari bei Athen und führt Gespräche mit dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos und mit Ministerpräsident Alexis Tsipras. Gysi sagte: «Ich wäre dem Bundespräsidenten sehr dankbar, wenn er ein Zeichen setzt, dass wir die Spannungen aus der Euro-Krise zwischen beiden Ländern überwinden wollen.»

Die Bundesregierung vertritt den Standpunkt, dass Griechenland völkerrechtlich keinen Anspruch auf Entschädigungszahlungen für die Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg mehr besitzt. In Griechenland, wo im nächsten Jahr gewählt wird, ist das Thema unverändert brisant und dürfte auch bei Steinmeiers Besuch eine Rolle spielen.

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Piefke Saga 10.10.2018 - 23:18:22

Homo Reichsburgensis ist Alexis Liebling.

Er kann bis auf den letzten Heller und Pfennig in "Reparationszahlungsbeugehaft" genommen werden, ohne dass es einen juckt. Denn, konsularischen Rechtsbeistand kann er nicht in Anspruch nehmen, denn, es ist nicht sein Reich, dass er um Hilfe bitten könnte und sein Reich hört ihn nicht, lässt ihn schmoren, im Knast. Wie gesagt, Alexis Liebling.

Piefke Saga 10.10.2018 - 17:51:32

Rosinen picken, wo kämen wir hin, nee, kommt nicht infrage!

Reich ist Reich, basta.

Paul Müller 10.10.2018 - 16:48:24

Hm @Piefke, ganz so ist dem glaube auch nicht ...

... der Reichsbürger träumt vom "Deutschen Reich" und vom Kaiser, nicht vom "Dritten Reich" ...

Piefke Saga 10.10.2018 - 16:28:41

Hmm, Apropos Reichsbürger, Deutsches Reich und Reprationsforderungen an dieses

Vielleicht sollte unsere BK'in Alexis Tsipras mit einem Brief vorschlagen, dass er sich doch bitte an die sog. Reichsbürger wenden sollte. Ich mein, wer "A" sagt, der sollte auch "B" sagen können. Sprich, wer davon überzeugt ist, dass das DR weiterhin existiert, der sollte zeigen, wie sehr ernst es ihm damit ist. Sprich, geradestehen für Entschädigungszahlungen für die Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg an Griechenland u.a., mit allem Hab und Gut, das man hat. Tipp für die RB: möglichst keinen Urlaub dort machen, man könnte dort ja auch deswegen verhaftet werden, Beugehaft und so ...

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