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Verkehrspolitik
Reaktivierung des Bahnhofs als Vision

„Hauptbahnhof“ Tasdorf: Derzeit werden die Bahnanlagen am Rande von Rüdersdorf nur für den Güterverkehr und insbesondere den Transport von Zement genutzt. Die Gemeinde setzt sich dafür ein, dass dort auch wieder Personenzüge fahren.
„Hauptbahnhof“ Tasdorf: Derzeit werden die Bahnanlagen am Rande von Rüdersdorf nur für den Güterverkehr und insbesondere den Transport von Zement genutzt. Die Gemeinde setzt sich dafür ein, dass dort auch wieder Personenzüge fahren. © Foto: Gerd Markert
Uwe Spranger / 11.10.2018, 06:45 Uhr
Rüdersdorf (MOZ) Die Gemeinde Rüdersdorf sieht ihre Belange im Entwurf des neuen Nahverkehrsplans des Kreises 2020 bis 2024 nur unzureichend berücksichtigt. Zugleich werden langfristige Visionen angemahnt. Zum Beispiel die Reaktivierung des Bahnhofanschlusses in Tasdorf für den Personenverkehr.

Grundsätzlich werte man den Planentwurf mit seinen Analysen als eine solide Basis, heißt es in der Stellungnahme von Gemeindevertretung, Ortsbeiräten und Verwaltung zu dem Papier. Allerdings würden die Belange von Rüdersdorf, Hennickendorf, Herzfelde und Lichtenow nicht ausreichend widergespiegelt, wird sofort eingeschränkt. Und die langfristige Perspektive komme in dem Entwurf zu kurz.

Als „unbefriedigend“ wird die Erreichbarkeit der Ortsteile eingestuft. Insbesondere Schüler und ältere Menschen aus Lichtenow seien auf den Bus angewiesen. Deshalb sei nicht nachvollziehbar, warum der Ort nicht in ein Rufbussystem einbezogen werde. In diesem Zusammenhang wird auch das Umsteigen in Herzfelde kritisiert. Die Linien seien nicht gut abgestimmt, die Wartezeiten mit bis zu einer Stunde deutlich zu lang. Dies war erst Ende September Thema einer Beratung von Schulen, Landkreis, Busgesellschaft und Gemeinde. Auch deshalb wird ein dauerhafter 20-Minuten-Takt der Linie 950 angeregt. Zudem sollten sämtliche Fahrten der Linie 951 wieder über die Wohngebiete Vogelsdorfer/Neue Vogelsdorfer Straße geführt werden. Das zeitweise Auslassen des Gebiets Schulzenhöhe habe sich aus Gemeindesicht nicht bewährt.

Was den Bildungsstandort in der Brückenstraße angeht, wird  auf die steigenden Schülerzahlen durch die Erweiterungen des Campus aus Grund- und Oberschule sowie des Heinitz-Gymnasiums verwiesen. Bereits bei dem Treffen Ende September seien zusätzliche oder größere Busse sowie die künftige Erschließung über die Woltersdorfer Straße angesprochen worden. Und für die Mädchen und Jungen der Grundschule am Stienitzsee in Hennickendorf wird eine Verbesserung der Umsteigesituation in Herzfelde gefordert.

Angeschnitten wird in der Stellungnahme ebenfalls die zunehmende Bedeutung des Gesundheitsstandorts Rüdersdorf zum Beispiel durch Erweiterungen an der Immanuel Klinik. Bereits für den jetzt gültigen Plan habe man auf wachsenden Bedarf hingewiesen. Und auch bereits damals sei eine Verlängerung der Linie 951 über die Kreisgrenze hinaus nach Woltersdorf vorgeschlagen worden, wo sich ein weiteres Krankenhaus und ab Ende 2019 auch das Hospiz von Märkisch-Oderland und Oder-Spree befinden. Dieser Vorschlag wird nun erneuert. Angemahnt wird ferner, touristische „Leuchttürme“ wie den Museumspark besser zu berücksichtigen. In dem Zusammenhang wird die Situation an und Namensgebung der dortigen Straßenbahnstation kritisiert.

Verstärkter Bedarf für öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird für den Bereich Berliner Straße in Hennickendorf prognostiziert, wo weitere neue Wohngebiete entstehen sollen. Erinnert wird ferner an bereits beantragte zusätzliche Haltestellen im Bereich Hemmoor-Ring. Zudem sei das Strandbad Stienitzsee in den Sommermonaten schon heute „unterversorgt“.

Ähnliches gilt für den Industriestandort und Gewerbegebiete. Die Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden könne durch gute Anbindung an den ÖPNV erleichtert werden. Derzeit behelfen sich Firmen mit eigenen Shuttle-Verbindungen.

Begrüßt wird von den Rüdersdorfern das Bekenntnis zur Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn (SRS) in dem Papier. Um diese zu stärken, wird eine bessere Anbindung an die Buslinie 418 empfohlen. Perspektivisch sollte eine direkte Anbindung des Wohngebiets Brückenstraße mit den Schulstandorten geprüft werden. Für „überlegenswert“ erachtet man zudem eine Prüfung, ob die Tram 88 längerfristig zum Gesundheitsstandort  und/oder nach Herzfelde bzw. sogar Strausberg-Vorstadt verlängert werden könnte.

Auch eine weitere Vision kommt in der Stellungnahme zur Sprache: Durch Bevölkerungs- und Standortentwicklung sowie ökologische und klimapolitische Erwägungen wird eine mittel- bzw. längerfristige Reaktivierung des Bahnanschlusses in Tasdorf für den Personenverkehr als sinnvoll erachtet. Die Gemeinde werde dies durch eigene Untersuchungen befördern und wirbt um Unterstützung durch den Landkreis.

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