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Ordnungsamt
Knöllchen gibt es jetzt auch nachts

Leitet das Ordnungsamt: Christoph Malcher
Leitet das Ordnungsamt: Christoph Malcher © Foto: Bettina Winkler
Annemarie Diehr / 11.10.2018, 20:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Müllsünder, Falschparker und lärmender Lieferverkehr – Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren jetzt auch nachts, ob die Stadt-ordnung eingehalten wird. Die Maßnahme zeigt erste Erfolge; im nächsten Jahr soll der Außendienst zusätzliche Verstärkung bekommen.

Wenn der Bäcker am Markt morgens um 5 Uhr seine Brötchen geliefert bekommt, schlafen die meisten Anwohner noch – wenn sie nicht vom Hin und Her des mit Backwaren bestückten Rollwagens geweckt werden. „Nachtruhe gilt von 22 bis 6 Uhr, für den Lieferverkehr ist das eine Herausforderung“, sagt Christoph Malcher, Chef des Ordnungsamtes. Bisher hatten seine Mitarbeiter – 14 an der Zahl, fünf davon sind im Außendienst tätig – wenig Möglichkeiten, auf die Lieferanten einzuwirken: Sie waren schlicht längst schon wieder auf und davon, wenn die Ordnungsamtsmitarbeiter ihren Dienst antraten.

Seit wenigen Wochen ist das anders: „Seit Mitte September kontrollieren wir auch zu ungewöhnlichen Zeiten“, so Malcher. Nicht täglich und rund um die Uhr, aber „punktuell an verschiedenen Tagen“ seien in den Nachtstunden, am frühen Morgen oder auch am Wochenende jeweils zwei Mitarbeiter in der Stadt unterwegs.

Vor allem den nächtlichen Lieferverkehr, auch parkende Autos vor Zufahrten und in Rettungswegen sowie illegale Müllablagerungen hat das Ordnungsamt dabei im Blick. „Müllhaufen wachsen vor allem in der Nacht, weniger am Tag“, sagt der Ordnungsamt-Chef. Auf frischer Tat ertappt haben seine Mitarbeiter in den Nachtstunden zwar noch niemanden; doch in neun Fällen, so Malcher, konnten die Verursacher durch Zeugenbefragungen ausfindig gemacht werden. Die Friedenstraße in Süd, wo auch giftiger Müll wie Asbest lagere, sei einer der Kontrollschwerpunkte. Insgesamt sei die Verschmutzung öffentlicher Flächen nicht mehr so gravierend wie vor einigen Monaten: Zusätzliche Mülleimer, die Ausgabe von Hundekotbeuteln und die Unterstützung durch den Kommunalservice, ergänzt der Ordnungsamtsleiter, tragen dazu bei.

Falschparker auf Plätzen und Gehwegen beschäftigen die Verwaltung zurzeit insbesondere am GrasnickBrunnen, wo sich bereits Pflastersteine gelockert hätten, und in der Mühlenstraße, wo trotz Halteverbot immer wieder Autos stehen würden. In Sachen Lieferverkehr trifft die Kritik schlafloser Anwohner auch die Schulstraße. Lkw biegen hier ein und bringen Waren für das Altenpflegeheim und Geschäfte des Rathaus-Centers. In sieben Fällen, so Malcher, habe das Ordnungsamt den Lieferverkehr während der Nachtruhe untersagt. Die Auftraggeber mussten die Anlieferung in die Zeit nach 6 Uhr verlegen. „Das bringt wieder neue Herausforderungen mit sich“, erklärt Malcher. Denn durch rangierende Lkw würde nun der morgendliche Berufsverkehr in der Reinheimer Straße gestört werden.

Bei den nächtlichen Kontrollen, so Malcher, komme jeder Mitarbeiter mal zum Einsatz. Er erhält dafür Schichtzuschläge und Freizeitausgleich. „Wir sind auf einem guten Weg, was sich eingeschliffen hat, zurückzudrehen“, drückt es Bürgermeister Matthias Rudolph aus. Die zeitlich flexiblen Kontrollgänge sollen sich ab 2019 auf noch mehr Mitarbeiter verteilen: Vier zusätzliche Personalstellen für das Ordnungsamt sehe die aktuelle Haushaltsplanung vor.

Derjenige, der dem Bäcker am Markt morgens die Brötchen bringt, erklärt Malcher, bemüht sich jetzt, seine Wagen per Hand auszuladen und zu tragen, statt mit dem Rollwagen über das Kopfsteinpflaster zu ziehen.

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Karl Heinz Günther 12.10.2018 - 14:32:16

Da haben Schwedter Verkehrssünder aber Glücxk

In unserer (Alt-) Stadt gibt es solche Knöllchen nicht .Da kann jeder Kraftfahrer sein Fahrzeug stundenlang abstellen, wo Platz ist. Die Suche nach einem offiziellen Parkplatz ist überflüssig. Und die Lieferfahrzeuge zur Nahkaufhalle fahren nachts so langsam, weil sie sonst gar nicht um die engen Kurven kommen. Am Tage fahren sie schnell, um den verkehrsberuhigten Bereich nicht unnötig zu stören. Das machen auch ortsansässige Firmen bei ihren Fahrten so. So gesehen hat doch unsere Ordnungsamtsleiterin einen richtig guten Job (wie man das heutzutage nennt) Außerdem stehen überall entsprechende Verkehrsschilder, die auf die geltenden Verkehrsvorschriften hinweisen . Und wir wissen auch, heutzutage hat es jeder eilig. Insofern ist jede Beschwerde bei den zuständigen Ämtern und der Polizei überflüssig. Macht nur zusätzliche Arbeit und bringt nichts. Man muss auch nicht immer auf seinem Recht beharren, sondern tolerant sein und auch den Gehwegradfahrern rechtzeitig ausweichen, sagt meine Frau öfter zu mir. Und die hat wie immer Recht. Nur gut, dass es insofern mit den Fürstenwalder Ordnungshütern keinen Erfahrungsaustausch gibt.

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