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Waldbrände
Heide weiter brandgefährlich

Förster Arne Barkhausen (r.) zeigt Minister Jörg Vogelsänger (l.) die Lage von Brandherden in der Lieberoser Heide.
Förster Arne Barkhausen (r.) zeigt Minister Jörg Vogelsänger (l.) die Lage von Brandherden in der Lieberoser Heide. © Foto: Jörg Kühl
Jörg Kühl / 11.10.2018, 20:38 Uhr
Lieberose (MOZ) In der Lieberoser Heide sind erneut Waldbrände ausgebrochen. Mittwochmittag konnte ein knapp zwei Hektar großes Areal gelöscht werden, kurz danach entzündete sich die ehemalige Schießbahn. Ein Löschhubschrauber ist seit Donnerstagabend nach persönlicher Intervention des Innenministers im Einsatz.

Die Serie von Waldbränden in der Lieberoser Heide reißt nicht ab. Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist am Mittwoch ein Feuer auf der Schießbahn des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberoser Heide ausgebrochen. Betroffen ist die sogenannte Rote Zone, also ein Gebiet mit Bomben, Minen und Patronen im Boden, das nicht betreten werden kann. Kurz zuvor konnte ein anderer Brand gelöscht werden, der sich ebenfalls in der Lieberoser Heide, in der Nähe des Ziestesees, ereignet hatte. Das Großfeuer auf der Schießbahn breitete sich am Donnerstag rasant aus. „Aufgrund der Munitionsbelastung konnten keine bodengestützten Löschkräfte eingesetzt werden“, erläutert der Leiter der Oberförsterei Lieberose, Axel Becker. Er hatte nachmittags Besuch vom Innenminister Karl-Heinz-Schröter. Der SPD-Mann setzte sich laut Becker persönlich dafür ein, das noch am selben Abend ein Lösch-Hubschraube der Bundespolizei eingeflogen wurde. Betroffen ist erneut das Gebiet der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, die in der Lieberoser Heide rund 3100 Hektar Land besitzt.

Der aktuelle Brand reiht sich ein in eine Serie von Bränden, die im Mai vorigen Jahres ihren Anfang nahm. In diesem Jahr sind in Kreisen von Forst und Feuerwehr immer häufiger die Begriffe „Brandstiftung“ und „Feuerteufel“ zu hören. Von offizieller Seite, nämlich von der Polizei gibt es dafür jedoch keine Bestätigung. Die Beamten ermitteln nach eigenen Angaben in alle Richtungen, auch in Richtung Brandstiftung. Auffällig ist, dass es auch bei dem jetzigen Brand das fünfte Mal in Folge ein bestimmtes Muster gab: Erst ein kleiner Brand, der schnell gelöscht werden kann, am westlichen Rand der Lieberoser Heide, dann ein Großfeuer in zentraler Lage.

Am Donnerstag war die Lieberoser Heide auch Thema der Pressekonferenz des Landwirtschaftsministers Jörg Vogelsänger. Der SPD-Mann stellte ein Zehn-Punkte-Programm vor, das auf eine bessere Waldbrandbekämpfung und -prävention zielt. Der Gesamtschaden der Waldbrände in Brandenburg in diesem Jahr summierte sich auf etwa elf Millionen Euro. Aufgrund der sandigen Böden und des mit 70 Prozent sehr hohen Anteils von Kiefern besteht in Brandenburg die höchste Waldbrandgefährdung bundesweit.

In dem Zehn-Punkte-Plan hat die Forstverwaltung nun die Erfahrungen des Sommers eingearbeitet. So soll das flächendeckende Früherkennungssystem „Fire Watch“ auf den aktuellen Stand gebracht werden. Derzeit sind 108 Sensoren auf Türmen installiert, die jeweils bis zu 70 000 Hektar überwachen können. In sechs Waldbrandzentralen werden die übertragenen Bilder ausgewertet und frühzeitig Alarm ausgelöst.

Landesweit gesucht wird nach Angaben des Ministerium auch nach Orten, wo keine oder zu wenige Löschwasser-Entnahmestellen zur Verfügung stehen. Oft fehlten in den Forsten zudem ausreichend Brand- und Katastrophenschutzwege. Zur Verbesserung der Kommunikation der Helfer sollen für die Diensthandys Karten angeschafft werden, die für mehrere Netze funktionieren, informierte der Minister vor Vertretern von Forst und Presse in Peitz.

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